Schlagwort-Archive: Peter Grohmann

Die Katze lauert stumm und still, wenn sie Mäuse fangen will…

Heißt die Katze Lindner oder ist die FDP das Mäusle? Gewonnen – beides ist richtig! Natürlich war die tägliche Show am Balkon nur üble Taktik von Christian Lindner – immer rechts neben Merkel. Der Berliner Fenstersturz der Möchtegern-Jamaikaner ist aber vor allem dem Tatort selbst geschuldet – dem Fluidum der baden-württembergischen Landesvertretung und ihrer Schwerkraft. Also aus der Traum und zurück auf den Boden des Grundgesetzes?
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80 Jahre Peter Grohmann
Peter Grohmann ist nicht zu fassen!

Großer Blumenstrauß für Peter | Foto © M. Seehoff
Großer Blumenstrauß für Peter | Foto © M. Seehoff

Der Gründer der AnStifter, Peter Grohmann, feierte am 27. Oktober 2017 ein rauschendes Fest im Theaterhaus anlässlich seines achtzigsten Geburtstages. Thema des Abends, wie kann es anders sein bei diesem immerzu ruhelosen Anstifters, „Zeit zum Aufstehn!“

Barbara Stoll moderiert den Abend Sie hat alle Hände voll zu tun, die vielen RednerInnen und Musiker anzukündigen, führt aber in bekannter Ruhe durch den Abend.

Sein alter Weggefährte aus der Theaterlandschaft, Werner Schretzmeier, mit dem er in den achtziger Jahren das Theaterhaus gegründet hat, eröffnet als Hausherr den Abend.

Der tschechischer Fotograf und Dokumentarfilmer Vacláv Reischl hat ein Portrait des Jubilars gefilmt, das aktuelle Statements mit Teilen seiner Biografie zusammenschneidet und auch darin wird eine Überzeugung von Peter Grohmann deutlich: Das Leben ist ein Kabarett.

Loretta Paretti | Foto © M. Seehoff
Loretta Paretti | Foto © M. Seehoff

Schon seit 1973 arbeiten und essen Peter und Loretta Paretti gemeinsam, schmieden immer wieder Pläne, um die Welt ein wenig besser zu machen. Loretta hat ihre Kochkünste sehr oft wieder in den Dienst der AnStiftern gestellt. Legendär sind die kulinarischen Diskussionsabenden unter dem Motte „Abendmahl bei Loretta“ in ihrem kleinen Alimentari in der Römerstraße 8. An diesem Abend lässt sie die gemeinsamen Jahre wie ein Fünf-Gänge-Menue revue passieren.

Der AnStifter und Stadtflaneur Joe Bauer verliest in gewohntem kritisch-analytischem Stil eine Grußbotschaft auf seinen Weggefährten. Joe Bauer ist Kolumnist bei den Stuttgarter Nachrichten, Peter Grohmann hat sein Leben lang „gesetzt“.

Wolfgang Dauner und Jo Bauer | Foto © M. Seehoff
Wolfgang Dauner und Jo Bauer | Foto © M. Seehoff

Wolfgang Dauner hat im Theaterhaus im Laufe seiner langen Karriere viele Konzerte gegeben. An diesem Abend begrüßt er Peter im Club der achtzigjährigen und spielt auf dem großen Flügel des Theaterhauses dem Jubilar ein Potbury aus seinen Kompositionen. Ich habe Wolfgang Dauner vorher noch nie live gehört, besitze einige Platten von ihm, diesem Urgestein der Stuttgarter Jazzszene. Heute höre ich den virtuosen Tastenkünstler am Flügel improvisieren und er begeistert nicht nur mich. Der Singer/Songwriter Philipp Volksmund und sein Bruder Simon sind extra aus ihrer Wahlheimat Berlin angereist, um Peter an seinem 80sten Geburtstag zu feiern.

Das Leonard-Cohen-Projekt, ein akustisches Meisterwerk | Foto © M. Seehoff
Das Leonard-Cohen-Projekt, ein akustisches Meisterwerk | Foto © M. Seehoff

Der Höhepunkt des Abends ist für mich allerdings das Leonard-Cohen-Projekt, mit dem Peter seit einigen Jahren immer wieder auftritt und die deutschen Texte der Lieder von Leonard Cohen liest. Peter wäre nicht das Schlitzohr der außerparlamentarischen Opposition, wenn er manchen Texten von Cohen nicht eine aktuelle Note anfügen würde. Das harmonische Gitarrenspiel des Trios, bestehend aus: Manuel Dempfle, Jürgen Gutmann und Thomas Schmolz kann man nur perfekt nennen. Da sitzt jeder Ton. Videomitschnitte kann man hier und hier ansehen.

In seiner ihm eigenen Bescheidenheit, was seine Person angeht, hat Peter sich nichts zum Geburtstag gewünscht. Der Erlös des Abends soll in das neue Projekt der AnStifter fließen, das der Historiker Michael Uhl auf den Weg gebracht hat. Das Leben von Betty Rosenfeld soll einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Der Name Betty Rosenfeld steht für Aufklärung im Widerstand. Sie musste als Jüdin vor den Faschisten fliehen, kämpfte zeitlebens gegen Dummheit und Tyrannei und war die einzige Frau aus Stuttgart, die sich bei den Internationalen Brigaden in Spanien engagierte.

Dr. Annette Ohme-Reinicke überreiht Peter das von Jochen Stankowski gestaltete Buch | Foto © M. Seehoff
Dr. Annette Ohme-Reinicke überreiht Peter das von Jochen Stankowski gestaltete Buch | Foto © M. Seehoff

Doch die Geschäftsführerin der AnStifter, Annette Ohme-Reinicke, hat heimlich ein Buch mit Texten von diversen AnStiftern zusammen gestellt. Peters Freund und AnStifter-Grafiker Jochen Stankowski hat das Buch gestaltet. Dieses Buch überreicht sie Peter Grohmann am Schluss des Abends. Es ist in einer kleinen Auflage gedruckt und kann bei den AnStiftern erworben werden.

Alte Kameraden, durchnässt

Früher, als die Schmetterlinge noch flogen… – nein, Sie sind zu jung, das können Sie nicht wissen! Da gab es noch echte Wiesenblumen und Bienen, Radfahrer ohne Helm und grüne Demonstranten vor Heckler und Koch und in Neckarwestheim und bei der Polizei wusste man noch, wo hinten und vorne ist. Sorry, aber woher sollten Sie wissen, dass ein großer Teil der deutschen Justiz nazi-durchnässt war, dass Nazis überall auf einflussreichen Positionen in Verwaltungen und Ministerien saßen, Gesetze machten, Bundespräsident waren, Bundeswehr und Geheimdienste nach 1945 aufbauten? Globke, Oberländer, Carstens, Speidel – ich fürchte, die Namen sagen Ihnen nicht viel. Und so verstehe ich auch Ihre Aufregung, wenn uns dieser Tage eine starke AfD-Fraktion den Marsch bläst und das Ansehen des ganzen Reiches beschädigt und Ihnen das dann irgendwie peinlich ist. Gottlob haben wir aber jetzt mit Wolfgang Schäuble einen Bundestagspräsidenten der unbefleckten Empfängnis – der alte Schatzmeister und Schlawiner aus dem politischen Schwarzwald hatte in der guten alten Zeit eine 100.000-Mark-Spende des Waffenlobbyisten Schreiber schlicht in seiner Schreibtischschubladen vergessen. Nun ist der gute Onkel für die Kontrolle der Parteifinanzen zuständig, da schließt sich der Kreis.
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Rosenkranz mit Blockflöten


Während an Polens Außengrenzen zehntausende Katholiken mit dem Rosenkranz herumfuchteln, um Muslime abzuschrecken oder gleich in die Hölle zu schicken, behauptet in Rom der Sozi Franziskus, wir seien alle Brüder – denn „wir haben alle einen gemeinsamen Vater.“ Wenn das Maria wüsste! Der Pole selbst hört lieber weg.
In der Heimat fiebert die SPD unterdessen der Wiederauferstehung von Willy Brandt entgegen. Wolle mer’n reinlasse? Das wäre dann die absolute Obergrenze! Die seriösen Medien machen sich inzwischen auf die Suche nach Gerechtigkeit und Solidarität. Nein, nicht bei sich, sondern bei den Sozialdemokraten. Sie wollen, so sieht’s aus, der SPD wieder in den Sattel helfen, zum sozialistischen Steigbügelhalter werden. Von der Welt über die FAZ bis zum Tagesspiegel, vom Spiegel übers ZDF bis zu den Privaten machen sich dieser Tage alle ernstlich Sorgen, was denn um Himmels Willen aus der SPD warum geworden ist. So wie die (Leit-)Medien, etwas verschämt zwar, aber doch in überraschender Einheit, seinerzeit Peter Hartz hochjubelten, haben sie in diesem Jahr fast unisono den Wahlkampf der Großen und Anständigen begünstigt – und den Kleinen den Sperrsitz zugewiesen, wenn überhaupt. Wolle mer’se reilasse? Nicht wirklich. So nimmt die Unfähigkeit zu, nicht Wunder, zum Beispiel, die großen meinungsbildenden Promi-Polit-Shows kritisch zu begleiten.
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…über alles in der Welt


Wer jetzt im Sudan oder im Jemen, in Barcelona, Libyen, Nigeria oder einem anderen sicheren Herkunftsland Urlaub macht, mag sich verwundert die Augen reiben: Dort hört man kein Wort zu Jamaika, nicht mal im Gaza-Streifen! Nichts, Null, kein Kommentar über diese Partei da, der im Reich fast alle atemlos den Gefallen tun, über sie zu lästern. Auch in Somalia keine Tagesschau, nichts über Stuttgart 21, Schröder, die Deutsche Bank, Heckler & Koch, nix zur Ehe für alle mit Erdogan. Welt vergessen. Soviel dazu.

Mariano Rajoy, der Saubermann aus Spanien, zieht inzwischen blank: Die sicherste Nummer ist wie überall die Polizei, mit und ohne Namensschild. Während Rajoy genüsslich durch den eigenen Korruptionssumpf watet, rettet er zeitgleich die Demokratie. Der Mann hat immer das Gesetz auf seiner Seite und den rechten Glauben – das macht solche Ämter ja so profitabel. Dass die Spanier auf den Straßen „überall Räuberhöhlen!“ rufen (natürlich auf spanisch) und sich hinten und vorne betrogen fühlen, geht ihm und seinen Garden am Allerwertesten vorbei.
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Nordkorea

Spricht auch heikle Themen an: Peter Grohmann

Geberit präsentiert das neue Dusch-WC, Trump seine Möglichkeiten, Nordkorea zu vernichten, und immer gilt: Auf einen Schlag alles sauber. Die Finger am Abzug jucken, aber noch muss uns Trumps Fernduell mit Herrn Kim genügen. Genau besehen, liegt Nordkorea fast vor unserer Haustür. Im Falle eines Falles hilft Eucom bei fast alles.

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Die an den Wurzeln des Wohlstands knabbern …


In den Vereinigten Staaten kann sich keine Sau erklären, woher die verheerenden Regenfälle kommen, die jetzt Texas heimsuchen. Der Klimawandel als fake news kann’s nicht sein, der Nordkoreaner auch nicht. Bleibt nur das Wetter, vielleicht als Strafe Gottes. Wer’s glaubt. Doch selbst andere sichere Herkunftsländer sollen auch nicht mehr das sein, was die mal waren. So wurde rechtzeitig vor den Wahlen in einer gemeinsamen Anstrengung fast aller Parteien die Route übers Mittelmeer gesperrt. Doch wie kommen wir nach dem 24. September in unsere Surfparadiese? Italien, Griechenland, Tunesien und Libyen haben ja jetzt leere Strände, weil viele Surfer in den Notunterkünften der Bundesregierung auf besseres Wetter hoffen. Weh weh weh! Wind kann sehr ungerecht sein, und oft bläst er den Falschen ins Gesicht.
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Russische Badehosen & Merkels Schatten

Dass der türkische Geheimdienst bei uns nicht so viel Einfluss hat wie die drei reichsten deutschen Frauen der Republik, gehört zu meinen Fake-News der Woche. Und soviel verdient ein Altkanzler auch wieder nicht, dass er ein Angebot des sowjetischen Merkelverstehers ausschlagen könnte. Die CSU bezeichnet Gerhard Schröder jetzt gar als russischen Söldner. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Es ist Wahlkampf – da wird alles heißer gegessen, häufig sogar ungekocht.
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Oberkante Unterlippe


Manche Männer sehen nicht über ihrer Schwanzspitze hinaus, pflegt man im Weißen Haus zu sagen. Die US-Militärregierung hatte im Frühling 2017 den Wehretat um reichlich etwa 50 Milliarden Dollar erhöht – aber das reicht jetzt hinten und vorne nicht. Hätte man wissen müssen! „Korea, Korea, der Krieg kommt immer näha“, sang meine Omi Glimbzsch in Zittau bei den Jungen Pionieren aus voller Brust. Wie recht sie hatte! Momentan lässt Donald Trump ja nur seine Bomber über Korea donnern, sie werfen nicht ab und üben sich in Geduld. Die Generäle müssen natürlich „alle militärischen Optionen diskutieren“, heißt es im Pentagon. Und der Präsident meint, man müsse endlich Kriege gewinnen – wo unsereins doch eher fürs Verhindern ist. Aber um die große Politik können wir uns momentan kaum kümmern – die Fake-News der Auto-Mafia halten uns in Atem. So ist sie halt, trotz der Sommerferien, die Arroganz der Macht.
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