Redaktionelle Anmerkung

Bei den im Anstifter-Blog zum Ausdruck kommenden Meinungen handelt es sich ausschließlich um Meinungen der genannten, selbstverantwortlich handelnden Autoren und Autorinnen. Gegenreden, Kommentare zu und Zweifel an den hier erscheinenden Texten sind ausdrücklich erwünscht. Vorschläge für eigene Beiträge können über die Adresse blog@die-anstifter.de eingereicht werden.

Die Redaktion

Olga Tokarczuk
Diese Frau zeigt Größe

Olga Tokarczuk während einer Lesung in der StaBi Foto: © M. Seehoff
Olga Tokarczuk während einer Lesung in der StaBi
Foto: © M. Seehoff

Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk lehnt eine Ehrenbürgerschaft ihrer polnischen Heimatregion Niederschlesien ab. Diese Ablehnung begründet sie mit der zeitgleichen Auszeichnung des katholischen Bischofs Ignacy Dec. Dieser betreibt nach Aussagen von Olga Tokarczuk die Spaltung der polnischen Gesellschaft, weil er den Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen ihre Rechte verweigere. Bischofs Ignacy Dec bezeichnet die LGBTQ-Bewegung in seinen Reden als Gefahr für die katholische Kirche und Polen.
Stadträte mit Verbindung zur Oppositionspartei Bürgerplattform hatten Olga Tokarczuk für die Ehrenbürgerschaft nominiert. Mitglieder der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit hatten Dec vorgeschlagen.

Über die tiefe Spaltung Polens hatten die Anstifter schon hier berichtet. mehr…

Als wäre es ein Beitrag zum heutigen Klimastreik …

Papst Franziskus
Quelle: Der Heilige Stuhl

… was Papst Franziskus gestern twitterte:

Die Zerstörung der menschlichen Umwelt ist etwas sehr Ernstes, nicht nur, weil Gott uns die Welt anvertraut hat, sondern weil das menschliche Leben selbst ein Geschenk ist, das geschützt werden muss.

Géants de la chanson I
Juliette Gréco, die Amsel von Paris singt nicht mehr

Juiliette Géco
zum Abspielen des Videos aufs Bild klicken

Gestern verstarb im Alter von 93 Jahren Juliette Gréco. Immer elegant schwarz gekleidet. Im schwarzem Etui-Kleid oder in schwarzer Hose. Dazu ein schwarzer Pullover, ihre schwarzen Haare. Für Juliette Gréco eine Farbe, die ihr Raum für das Imaginäre gab und zugleich ein Schutz war. Das brachte ihr den Namen „Die Amsel“ ein, in Anlehnung an ihre Kollegin Edith Piaf, die alle den „Spatz von Paris“ nannten. (Piaf heißt umgangssprachlich Spatz).

Wenn man sie in Musikvideos sieht, sind es die Hände, die einem zuerst ins Auge man stechen: Feingliedrige Finger, die sich winden, Kreise ziehen, am Körper entlangstreichen. Mit ihnen und ihrer Stimme zieht sie den Zuschauer in Bann. mehr…

Für alle auf den Zug Wartenden

Jimi Hendrix On An Acoustic Guitar(Only known 2 videos RARE)

Bis die Züge in den neuen Bahnhof einfahren, werden sicher noch viele Jahe ins Land gehen. Bis dahin kann man sich die Zeit des Wartens mit „Hear my train a comin“, einem Klassiker des Ausnahmegitarristen Jimi Hendrix, vertreiben oder seine kompexen Riffs auf der Gitarre lernen.

Peter Grohmann
Einer, der es wissen muss

Peter Grohmann Foto: © M. Seehoff
Foto: © M. Seehoff

Peter Grohmann, Gründungsvater der Anstifter, schickt uns folgenden Weckruf:

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

warum ich immer wieder demonstriere? Vor 75 Jahren, am 21. September 1945, kamen wir aus dem zerstörten Dresden ins zerstörte Breslau zurück – meine Heimatstadt. Wir Kinder, Flüchtlinge und im Krieg groß geworden unter 1000 Toten, hatten das große Elend gesehen von allen Seiten, hatten gebettelt und geweint und gehungert. Das erste Brot nach den Bombennächten gaben uns die Soldaten der Roten Armee, die Russen, die, gegen die unsere Väter „bis zum letzten Atemzug“ gekämpft hatten – verbittert, verbiestert, verblendet. mehr…

Songwriting
Einstimmung auf eine neue Woche

The Paper Kites - Bloom (Official Music Video)

Die Paper Kites schenken uns einen wunderschönen Song zum Wochenbeginn. The Paper Kites sind eine Rockband, die im Indie-Folk zu Hause ist. Die Band gründete sich 2010 in Melbourne, Australien. Sie besteht aus Sam Bentley, Christina Lacy, Dave Powys, Josh Bentley und Sam Rasmussen.

Europäische Mobilitätswoche
Verkehrswende in Stuttgart – Jetzt!

Robin Wood Aktivisten erklimmen die Fahnenstangen vor dem Verkehrsministerium und hängen ein Transparent auf.
Robin Wood Aktivisten erklimmen die Fahnenstangen vor dem Verkehrsministerium und hängen ein Transparent auf.

Ein breites Aktionsbündnis demonstrierte am 18. September 2020 in Stuttgart für eine radikale Verkehrswende in der Stadt. Eine Fußgängerdemo, vom Bopser kommend und Radfahrer vom Erwin-Schöttleplatz kommend trafen sich auf der Dorotheenstraße. Ohne eine Verkehrswende, so die Einschätzung der Demonstranten, sind die Klimaziele nicht zu erreichen.

Vor der Abschlusskundgebung entrollten Aktivisten der Stuttgarter ROBIN WOOD-Regionalgruppe vor dem baden-württembergischen Verkehrsministerium ein Banner mit dem Slogan „Wie lange noch? Autos raus aus unseren Städten!“

weiterlesen …

Keine Angst, Google will doch nur deine Gesundheit

In der schweizerischen „Wochenzeitung“ vom  27.8.2020 befassen sich Daniel Hackbarth, Florian Wüstholz und Sebastian König mit den Investition der großen Technologiekonzerne auf dem Gesundheitsmarkt und deren Auswirkungen.

„Auf den ersten Blick mag das überraschen, weil Gesundheit nicht unbedingt ein Themenkomplex ist, den man intuitiv mit einem Softwarehersteller wie Microsoft oder einem Konzern wie Amazon assoziieren würde, der ja in erster Linie als gigantisches Onlineversandhaus in Erscheinung tritt. Dass sich Big Tech dennoch brennend für unsere Körper interessiert, hat einen profanen Grund: Der Gesundheitsmarkt ist einer der wirtschaftlichen Zukunftsmärkte schlechthin. So schätzt die «Financial Times», dass die globale Gesundheitsindustrie gigantische 8,7 Billionen US-Dollar wert ist.“

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://www.woz.ch/-ad9b

Zentralrat der Juden in Deutschland
70-Jahrfeier

IsraelHeute fand im Innenhof der neuen Synagoge in Berlin der Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Zentralrats der Juden in Deutschland statt. Sie war einst das größte jüdische Gotteshaus Deutschlands. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg – und dem späteren Wiederaufbau der erhalten gebliebenen Teile – gilt das Gebäude als Mahnmal.

1945 war es kaum vorstellbar, dass es in Deutschland nach den Schrecken des Holocaust noch ein jüdisches Leben geben könnte. Heute gibt es in Deutschland wieder mehr als 100 jüdische Gemeinden. Das ist vor allem dem Zentralrat der Juden in Deutschland zu verdanken. mehr…

Just Human
Hilferuf aus Moria

Es kann geholfen werden

Unsere Partnerorganisiation „Just Human“ scheibt uns angesichts der katastrophalen Situation in Moria einen weiteren erschütternden Brief. Aber sie schreiben auch vom Glück Charlottes, die ihr Kind entbunden hat. Darüber werden sie sicher auch in der Veranstaltung im WKV am 30. September berichten.

Liebe humans,

Moria ist zerstört, Tausende sind in Not. just human konnte erste Notquartiere für Schwangere und Frauen mit Kindern organisieren, Kontakte vermitteln und Nothilfe leisten. Aber immer noch ist die Not unendlich, Gesundheit und Leben vieler Geflüchteter sind in Gefahr. Bitte hilf uns helfen. Chloe von unserer Partnerorganisation schreibt nur einen Satz: „It’s horrible.“

Wir fordern die sofortige Evakuierung der Lager und leisten parallel jede mögliche Nothilfe. Denn die Menschen können jetzt nicht auf politische Entscheidungen warten. Wir sind dankbar, dass erste Katastrophenhilfe unterwegs ist: Decken, Zelte, Toiletten. Unsere individuelle Unterstützung wird von den Frauen für Lebensmittel eingesetzt, für Kleidung, für Windeln… mehr…

Europäische Mobilitätswoche
Klimaziele einhalten – Verkehrswende jetzt!

Demo Stadt für Menschen statt für Autos

Im Rahmen der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE, die jährlich vom 16. Bis 22. September stattfin­det, fordert ein breites Bündnis für Stuttgart und die Region eine nachhaltige Mobilität. Das Bündnis wird unterstützt von:
KUS • FUSS e.V. • VCD Stuttgart • ADFC Stgt. • Critical Mass Stgt. • Naturfreunde Stgt. • Naturfreunde Radgruppe Stgt. • Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 • PRO BAHN Stgt. • Die AnStifter • F4F • attac Stgt. • Greenpeace Stgt. • Robin Wood Stgt. • Verkehrswende-Jetzt!

Der Hintergrund:

Der Kfz-Verkehr verursacht Lärm, Feinstaub, Stickoxid, Mikroplastik, Unfälle mit Toten und Verletzten. Für ihn werden Flächen versiegelt, öffentliche Räume entzogen, Lebensräume vernichtet. Und: Der Verkehr ist in Baden-Württemberg für 28 % der CO2-Emissionen verantwortlich. Im Gegen­satz zu allen anderen bedeutenden CO2-emittierenden Sektoren sind hier die CO2-Emissionen in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern sogar an gestiegen. mehr…

USA
Gericht bestätigt Einschätzung Snowdens und erklärt NSA-Vorratsdatenspeicherung für illegal

Ein Gericht in den USA hat am Mittwoch entschieden, dass die US-Vorratsdatenspeicherung des Geheimdiensts NSA illegal und möglicherweise verfassungswidrig war. Geklagt hatte unter anderen die amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU.

Dazu Edward Snowden: „Vor sieben Jahren, als in den Nachrichten verkündet wurde, dass ich als Krimineller angeklagt werde, weil ich die Wahrheit gesagt habe, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich noch erleben würde, wie unsere Gerichte die Aktivitäten der NSA als ungesetzlich verurteilen und mir in demselben Urteil zugute halten würden, dass ich sie aufgedeckt habe.“

weiter lesen auf netzpolitik.org

Julian Paul Assange
Stuttgarter Friedenspreisträger jetzt unterstützen

File source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Julian_Assange_August_2014.jpg

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RFS) hat eine Unterschriftenaktion für Wikil-Leaks-Gründer Julian Paul Assange gestartet. Darin heißt es:

Wir fordern, dass die britische Regierung bei ihrem Umgang mit Assange dem Grundsatz der Pressefreiheit oberste Priorität gibt und in Einklang mit britischem Recht sowie internationalen Menschenrechtsverpflichtungen Großbritanniens handelt.
Wir können nicht zulassen, dass Assange in den USA verurteilt wird. Das würde einen gefährlichen Präzedenzfall für alle Journalistinnen und Journalisten schaffen, die geheime Informationen von öffentlichem Interesse publizieren.

Hier geht es zur Unterschriftenaktion von RSF

Songwriting von Ron Sexsmith
Liebe als Hilfe gegen den Wahnsinn der Welt

Ron Sexsmith

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Der in St. Catharines in der kanadischen Provinz Ontario geborene Ron Sexsmith zeichnet sich durch melancholische Popsongs aus. Mit seinem neuen Album „Hermitage“ spenndet er Trost in einer Corona-geschüttelten Welt. Auf diesem Album hat er die Leichtigkeit des Seins entdeckt. Der 56-Jährige besingt sein neues Heim im Städtchen Stratford, Ontario, als Himmel auf Erden („Chateau Mermaid“). Er zeigt auf diesem Album erneut, dass anrührende Musik nicht mehr braucht, als Aufrichtigkeit, eine sympathische Stimme und ein Gespür für Melodien.

Auffallend oft preist er mit seiner nach wie vor irgendwie klagenden Stimme die Liebe. In „Lo and Behold“ ist sie Allheilmittel und hält den Wahnsinn der Welt in Schach.

Rechtsextremismus
Das Netzwerk der „Identitären Bewegung“

Die „Identitäre Bewegung“ stellt sich selbst gerne als hippe Jugendbewegung dar, die eine moderne Verpackung für klassischen Rassismus und Rechtsextremismus gefunden haben. Wir haben uns die Symbole und Projekte aus dem Netzwerk der rechtsextremen Gruppe angeschaut – denn was auf den ersten Blick unverfänglich wirkt, trieft bei genauerer Betrachtung nur so vor rechtsextremer Ideologie.

weiter lesen bei Belltower.News

Cancel culture
So neu ist das gar nicht

Der Stalin ermordet auch den letzten Widersacher

Cancel culture ist alles andere als eine neue Erscheinung, auch in der Geschichte der Linken war sie immer präsent. Ihr unangefochtener Meister war Stalin, der unzählige Fotos und Dokumente fälschen ließ, um Leo Trotzkis führende Rolle in der Oktoberrevolution aus der Geschichtsschreibung zu tilgen, und Mordkommandos entsandte, bis es vor 80 Jahren einem Attentäter gelang, Trotzki mit einem Eispickel zu töten. Es versteht sich, dass Stalins cancel culture sich einer Rhetorik befleißigte, in der »tollwütige Hunde« noch zu den freundlicheren Bezeichnungen für seine linken Gegner gehörte.
Dass physische Gewalt in Konflikten innerhalb der Linken sehr selten geworden ist, liegt an deren Randständigkeit – es geht meist nur noch um die Meinungshoheit in einer Blase. Weiterhin aber dürften Intoleranz, Intrigen, Mobbing und andere unzivilisierte Umgangsformen der Hauptgrund dafür sein, dass es kaum jemand länger als zehn Jahre in der linken Basisarbeit aushält.

Quelle: Jungle World

Sea-Watch
Unser Friedenspreisträger bekommt ein weiteres Schiff

Bansky kauft Schiff

Sea-Watch erhielt von dem geheimnisumwitterte Streetartkünstler Banksy ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Dieses kaufte er bei einer Auktion und bemalte es in seinem ihm typischen Stil.

Banksy hatte im September 2019 an die deutsche Sea-Watch-Kapitänin Pia Klemp eine E-Mail geschickt, nachdem er von ihr in der Zeitung gelesen hatte.
„Du klingst, als ob du ein harter Typ bist. Ich bin ein Künstler aus dem Vereinigten Königreich und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht, offensichtlich kann ich das Geld nicht behalten. Könntest du es benutzen, um ein neues Schiff oder etwas anderes zu kaufen? Lass es mich bitte wissen. Gut gemacht. Banksy.“ mehr…

Klong – Und dann ist Herbst

Herbst Kragen
Bild: Engin Akyurt / Pixabay

Nur noch 21 Grad, und morgen bloß 20. Nun ist er also fast schon da, der Herbstwinter. Man kann ihn bereits riechen, den Schneematsch und den beharrlich in die warmen Wollmäntel hineinsickernden halbgefrorenen Nieselregen. Aber zuvor müssen erst alle Kastanien mit lautem Klonk zu Boden fallen, und zwar genau dann, wenn man gerade dabei ist, einzuschlafen, Klonk, Klonkklonk.

Was es mit dem Kragen auf sich hat, siehe hier. (Aus Jungle World)

Wir brauchen liberale Demokraten….

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Photo by Katie Moum on Unsplash
„Wir brauchen liberale Demokraten, um gegen den neuen Populismus zu kämpfen;

mehr…

Ferat Kocak
»Das System der internen Kontrolle funktioniert nicht«

Der Politiker Ferat Kocak sprach mit der »Jungle World« über Polizeiversagen und die Rolle der AfD bei der schleppenden Aufklärung der rechten Anschlagsserie in Neukölln.

jungle.world