Stuttgarter FriedensPreis der AnStifter geht 2019 an Sea-Watch e. V.

Den Stuttgarter FriedensPreis 2019 der AnStifter erhält Sea-Watch e.V., eine gemeinnützige Initiative, die durch zivile Seenotrettung Flüchtende vor dem Ertrinken bewahrt und damit eine Menschenpflicht erfüllt. Dieses Jahr wurden 21 Vorschläge eingereicht. Sea-Watch e. V. erhielt im zweiten Wahlgang mit weitem Abstand die meisten Stimmen, gefolgt von der Stuttgarter Gruppe Friday for Future und Antonia Waskowiak (Kampf gegen Genitalverstümmelung).

Annette Ohme-Reinicke, die Vorsitzende der Stuttgarter AnStifter, erklärte zur Wahl von Sea-Watch: „In der globalisierten Welt tragen wir, in den industriellen Metropolen, eine Mitverantwortung für die Lebensbedingungen all jener Menschen, die vor Verarmung und Verelendung fliehen. Sei es aufgrund von Kriegen, korrupten Regierungen oder wegen zunehmender Unwirtlichkeit der Landschaft infolge der Klimaveränderungen. Während die Mehrheit der gewählten Regierungen wegschaut, stellen sich zivilgesellschaftliche Organisationen wie Sea-Watch dieser Verantwortung. Sea- Watch greift ein, setzt sich mutig über regierungspolitische Machtinteressen hinweg, rettet Leben und sie stiftet an, Leben zu retten.“

Die AnStifter fordern zugleich mit der Aktion #FreeCarola einen Freispruch und die Einstellung des Verfahrens gegen die Kapitänin Carola Rackete und die Einhaltung der Menschenrechte durch die europäischen Staaten.

Sea-Watch e.V. ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Angesichts der humanitären Katastrophe leistet Sea-Watch Nothilfe, fordert und forciert gleichzeitig die Rettung durch die zuständigen europäischen Institutionen und steht öffentlich für legale Fluchtwege ein. Sea-Watch steht dafür ein, dass kein Mensch mehr an Europas tödlicher Seegrenze sterben muss. Im Frühjahr 2015 kaufte die Organisation einen alten Kutter und baute ihn für den Einsatz zur Seenotrettung um. Mithilfe von zahlreichen Ehrenamtlichen, die das Projekt in Deutschland aufbauten oder als Crewmitglieder seit Juni 2015 im Mittelmeer zwischen Libyen und Italien mitfuhren, ist es gelungen, Tausende von Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Das freiwillige Engagement von Vielen ist der Kern dieser Arbeit.

Seit 16 Jahren zeichnen die AnStifter Menschen und Projekte aus, die sich in besonderer Weise für „Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität“ einsetzen. Der Preis ist mit 5000 € dotiert.

Der diesjährige FriedensPreis wird am
Sonntag, dem 15. Dezember 2019,
im Rahmen einer Matinee (11:00)
im Theaterhaus in Stuttgart überreicht.

Weitere Hintergrundinformationen zur Debatte um zivile Seenotrettung hier im Blog: Je mehr Seenotrettung, um so mehr Flüchtlinge?

Foto: Fabian Melber / Sea-Watch.org [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Songwriting
Talkin‘ Blues von Konstantin Wecker

Konstantin Wecker singt über Rechtsradikalismus und gesellschaftliche Veränderung in seinem immer wieder aktualisierten Song Willi. Dazu sagt er:

… „Willi 2018“, die neue Version meines bekanntesten Liedes gegen rechts, ist aus dem unglaublichen Frust darüber entstanden, dass die Willkommenskultur, die ich als echte Bewegung begriffen hatte, innerhalb kürzester Zeit u. a. von Denkfabriken und Medien erstickt wurde und es nun wieder gegen die „naiven Gutmenschen“ geht.

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Von der Leyen – eine gute Wahl?

Ursula von der Leyen mit Viktor Mihály Orbán

Unser AnStifter Hans D. Christ schreibt auf seinem Facebook-Account dazu folgendes: mehr…

Gaza – Ein Konflikt, bei dem es keine Gewinner gibt

Der Youtube-Kanal des Rappers Khalaf

Al-Mokh ist ein unerschrockener Kritiker der Hamas, die Israel und einige westliche Staaten als Terrororganisation einstufen und die den Gazastreifen autoritär führt. Mehr als 20-mal hat die Hamas Khalaf wegen seiner kritischen Äußerungen festgenommen. mehr…

Johnny Clegg (♰)

Je mehr Seenotrettung, um so mehr Flüchtlinge?

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz behauptet es. Bruno Kahl, Chef des Bundesnachrichtendiensts, behauptet es. Italiens Innenminister Matteo Salvini behauptet es. Anhänger/innen der sogenannten Pull-Theorie behaupten es auch. Und man selbst glaubt es. Auch wenn man dazu andere Motive hat, andere Schlussfolgerungen zieht und den Äußerungen der genannten Subjekte alles andere als Vertrauen entgegen bringt.

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Preisverleihung
BigBrotherAward 2019 (Aufzeichnung vom 08.06.2019)

„Spannend, unterhaltsam und gut verständlich werden die ‚Oscars für Überwachung‘ (Le Monde) an die größten Datensünder des letzten Jahres vergeben. Eine Jury aus prominenten Bürgerrechtlern verleiht jährlich diesen Datenschutz-Negativpreis an Firmen, Organisationen und Politiker. Die BigBrotherAwards bewirken viel: Sie machten zum Beispiel Rabattkarten, Scoring, Mautkameras, Farbkopierer und Handyüberwachung als Gefahr für Grundrechte und Privatsphäre bekannt. Sie warnten schon früh vor der Gesundheitskarte, der Steuer-ID und der Vorratsdatenspeicherung. Schon lange vor den Skandalen bei Lidl, Telekom, Bahn und Co. wurden die BigBrotherAwards an diese Konzerne verliehen. Ein Abend der gelebten Politik mit den Mitteln des Theaters, geschliffener Rede, Musik und Tanz“

Quelle: https://media.ccc.de/v/bigbrotherawards2019-23423-die-oscars-fuer-ueberwachung

„Newsrooming“

Die größte Oppositionspartei im Bundestag macht es vor.

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… noch mal überdenken

"Spüht die Parole an jede Wand .." (Ina Deter) Foto: © M. Seehoff
„Spüht die Parole an jede Wand ..“ (Ina Deter)
Gesehen in Blankenhain, einer Kleinstadt in Thüringen Foto: © M. Seehoff
„Todeslisten“ von Rechtsextremisten

Eine rechtsextreme Gruppe (Nordkreuz), die Mordserien geplant hat, nutzt gehackte Daten eines Online-Händlers, um politische Gegner ausfindig zu machen.

Protokolle der polizeilichen Verhöre von „Nordkreuz“-Mitgliedern, die das Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) einsehen konnte, werfen ein neues Licht auf diese Daten. Laut diesen Protokollen sagten die befragten „Nordkreuz“-Mitglieder aus, dass sie auch mithilfe solcher Listen nach „linken Persönlichkeiten“ Ausschau gehalten hätten mit dem Ziel, diese „im Konfliktfall zu liquidieren“. In der Excel-Datei finden sich auch Hunderte Namen und Adressen von Menschen aus Stuttgart und Umgebung.

Quelle: StZ vom 12. Juli 2019

Songwriting
Kirsty McGee macht diese Welt zu einem besseren Platz


first was rain
then there was snow
there was a wind
see how it blows
if you can see
then you will see:
there’s profit where my finger is

sun, deep in the sky
burning the ground
steady and high
here is the sun
burning the sky:
there’s profit where my finger lies

i’ll make this world a better place

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