Archiv der Kategorie: Allgemein

Nobelpreise für Literatur

Peter Handke
Quelle: Wikipedia CC BY-SA 3.0

Heute werden die diesjährigen Nobelpreise in der Sparte Literatur verliehen. Im Jahr 2018 wurde der Nobelpreis für Literatur nicht vergeben. Olga Tokarczuk erhält den Preis für das Jahr 2018, Peter Handke für das Jahr 2019.

Olga Tokarczuk während einer Lesung in der StaBi Foto: © M. Seehoff
Olga Tokarczuk während einer Lesung in der StaBi
Foto: © M. Seehoff

Ist die Auszeichnung an die polnische Autorin Olga Tokarczuk unstrittig, wird um die Vergabe an den österreichischen Autor Handke heftig gestritten. Dabei steht in der Diskussion nicht seine literarische Qualität im Fokus. Die Kritik entzündet sich an seinen Äußerungen zum Jugoslawienkrieg.

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Israelische Stiftung bekommt versteigerten Hut von Hitler

Man wundert sich darüber, was doch noch so alles auf dem Markt ist: In München wurde jetzt der Hut von Adolf Hitler versteigert. Aber er kommt wenigstens nicht in die falschen Hände, sondern zu einer israelischen Stiftung. Der in der Schweiz lebende libanesische Geschäftsmann Abdallah Chatila sagte der Zeitung „Le Matin Dimanche“, er habe den Hut und weitere mit Hitler verbundene Objekte erworben, damit sie nicht für „Neonazi-Propaganda“ missbraucht würden. Er habe Kontakt mit der Stiftung Keren Hajessod aufgenommen und entschieden, dieser die Gegenstände zukommen zu lassen. Sie sollen künftig in einem Museum ausgestellt werden. mehr…

Buchbesprechung
HANDELN STATT HOFFEN von Carola Rackete

Verlag: Droemer HC, Droemer eBook
176 Seiten
ISBN: 978-3-426-27826-0 (Gebundene Ausgabe – 16 Euro)
ISBN: 978-3-426-45897-6 (E-Book – 12 Euro)

„HANDELN STATT HOFFEN“ – ein Aufruf

Das Schicksal der Menschen, die im Mittelmeer auf Rettung hoffen, liefert immer wieder Bilder und Schlagzeilen, löst Anteilnahme aus, erzeugt Diskussionen, die sich nicht selten im Kreis drehen. Auf der politischen Bühne steht die „Flüchtlingskrise“ auf dem Spielplan, Lösungen werden selten geboten.

So sehr es richtig und gut ist, menschliches Mitgefühl zu zeigen, den Hilfsorganisationen Geld zu überweisen – die Ursachen zu bekämpfen, damit Menschen ihr Leben erst gar nicht unsicheren Schlauchbooten anzuvertrauen, das muss das eigentliche Ziel sein. Dazu müssen die politisch Mächtigen gedrängt werden. Dafür reicht es nicht auf deren Einsicht zu hoffen – wir alle müssen handeln.

Dafür kommt Carola Racketes Buch „HANDELN STATT HOFFEN – Aufruf an die letzte Generation“ zur rechten Zeit. Als Kapitän der Sea Watch 3 schildert Carola Rackete in nüchterner Sprache ihre und der Schiffsbesatzung Arbeit im Mittelmeer. Dieser sachliche Berichtston wirkt deshalb um so nachhaltiger auf Leserin und Leser. Diese Art der Berichterstattung macht das Buch bereits lesenswert. mehr…

Frauen im Rock (IX)
Ruth Brown

Ruth Brown
Foto: Amazon

Mit Ruth Brown möchte ich meine kleine Serie über Musikschwestern im frühen Rock’n’ Roll, Rhythm-and-Blues, Rockabilly, Gospel, Blues, kurz Frauen im Rock beenden, mit der ich mich vor diesen Ausnahmekünstlerinnen verbeugen wollte. Sie waren Wegbereiterinnen für alle Musikerinnen, die heute wie selbstverständlich auf der Bühne stehen und uns mit ihrer Kunst glücklich machen, wobei von einer Geschlechterausgeglichenheit bis heute nicht die Rede sein kann.
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Laudatio von Joe Bauer anlässlich der Preisverleihung des Albert-Dulk-Preises an Peter Grohmann

Erstveröffentlichung der Laudatio vom 15.11.2019 auf Bauers Depeschen | Sonntag, 17. November 2019, 2150. Depesche

LIEBE GÄSTE, geschätzte Veteraninnen und Veteranen der Stuttgarter Kulturrevolution, hochverehrter Herr Grohmann,

einmal im Leben, dachte ich, muss ich den Peter per Sie ansprechen, deshalb der Herr zur Begrüßung. In Wahrheit ist er ja auch ein Herr, jedenfalls seit jeher Herr seiner Sinne – und die sind sehr scharf, sensibel und gut ausgebildet. mehr…

Albert-Dulk-Preis 2019
Ehrenpreis für Peter Grohmann

Wer erhält den den 2. Albert-Dulk-Preis? Natürlich Peter Grohmann. Am Freitag, den 15. November 2019, wurde Peter Grohmann im Julius-Lusser-Haus, Untertürkheim, mit dem Preis ausgezeichnet. Kein geringerer als Joe Bauer hielt mit viel Charm und Witz die Laudatio auf den Preisträger. Mit dem eingespielten Musikerteam Patrick Bebelaar und Frank Kroll wurde der Abend abgerundet. Die Veranstaltung wurde vom Kulturverein, dem Bürgerverein sowie den Naturfreunden Untertürkheim getragen. Die Auszeichnung ist mit 3000 Euro dotiert. Gekrönt wurde der schöne Abend mit einem Imbiss und, wie könnte es anders sein, mit Untertürkheimer Wein. Peter Grohmann zeigte sich wie üblich mit unkonvetionellem Wortwitz und höchstzufrieden mit seiner „Trophäe“.
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Audio
Der gescheiterte Antifaschismus der DDR

Aus gegebenem Anlass (Tagung zu Rechtsentwicklung am 16. November im Hotel Silber und Berichtestattung in der KONTEXT Nr. 449 zu Rechtsextremismus), möchte ich auf einen kürzlich hier veröffentlichten Beitrag verweisen, der über einen Vortrag im Hospitalhof berichtetet, den ich im eben dort gehört habe:

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Folgen und aktuelle Anforderungen für eine emanzipatorische Politik 30 Jahre nach dem Mauerfall
Vortrag von Harry Waibel, gehalten am 23. Oktober 2019 in Stuttgart

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US-Präsidentschaftswahlen
Neil Young will US-Bürger werden

Neil Young
Quelle Wikipedia Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Endlich, nach vielen Jahren, will Neil Young an der Präsidentschaftswahl teilnehmen. Er hat die kanadische Staatsbürgerschaft, lebt aber mit seiner amerikanischen Frau und seinen Kindern seit Urzeiten in den Staaten und mischt sich schon seit vielen Jahren in die US-Politik ein. Nun hat er die US-Bürgerschaft beantragt. mehr…

Gedenktag 9. November
Antisemitischer Anschlag

Jüdisches Gemeindehaus Berlin
Quelle Wikipedia
CC BY-SA 3.0

Vor 50 Jahren wäre im West-Berliner Haus der Jüdischen Gemeinde fast eine Brandbombe explodiert. Zunächst wurde ein rechtsextremes Motiv vermutet, dann stellte sich heraus: Dieser Antisemitismus kam von Linksextremen: Kunzelmann, der berühmte Kopf der legendären „Kommune 1“ und die Tupamaros West-Berlin steckten dahinter. Bislang wird an die Tat kaum öffentlich erinnert.

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Kann man ja mal fordern …

Patriachat
Foto © M. Seehoff

Politische Parolen sieht man allenthalben. Oft ist der Zusammenhang interessant, wo Parolen / Forderungen auftauchen Diese fand ich auf einer Klappe eines Hochofens der Völklinger Hütte.

Wenn Papa nicht den Lohn nach Hause gebracht hätte, hätte die Tochter nicht lesen und schreiben gelernt. Mich hat das zum Nachdenken angeregt.

Revolutionäre Parolen

Parole
… man achte auf die Baustellenbeleuchtung (gesehen in Stuttgart)

Oft kommen ja solche Parolen ziemlich martialisch daher. Die englische Schreibweise ist hier noch eindeutiger als die deutsche Fassung: „Krieg – (Klassen-) Kampf“. In der englischen Schreibweise wird die Ähnlichkeit von Krieg und Klassenkrieg enger ausgedrückt. Durch den Rückgriff auf das Symbol von Hammer und Sichel erscheint die Parole wie aus der Welt gefallen zu sein.

 

Tucholsky-Preis vergeben
Herzlichen Glückwunsch Margarete Stokowski!

"Was darf Satire?", fragte weiland Kurt Tucholsky

Die Autorin und Kolumnistin Margarete Stokowski, Jahrgang 1986, befasst sich vor allem mit feministischen Themen. Seit 2015 ist sie Kolumnistin bei „Spiegel Online“. Zuvor war sie vier Jahre taz-Kolumnistin. Sie erhielt den mit 3.000 Euro dotierten Preis am 3. November 2019. Hier ihre Rede anlässlich der Preisverleihung.

Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel waren die Pseudonyme, unter denen der Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky seine Texte veröffentlichte. Er wurde 1890 in Berlin geboren, war Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltbühne, außerdem Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Lyriker und Kritiker, verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten – vor allem in Politik, Militär und Justiz. 1929 ging er ins Exil nach Schweden, wo er 1935 Suizid begangen hat.

Was ist eigentlich ein alter weißer Mann
Eine Frage an Sophie Paßmann

Alter, weißer Mann

Sophie Paßmann hat ein Buch mit dem Titel Alte weiße Männer geschrieben. Sie definiert den alten weißen Mann so:

Der Begriff ist aufgekommen, weil die Menschen, die viele gerade nerven mit ihrer Omnipräsenz und damit, sich gegen den Wandel zu stellen, auffallend oft ältere weiße Männer sind. Ich glaube, er ist als Ad-hoc-Zustandsbeschreibung entstanden für Männer, die blind sind für die eigenen Privilegien. Als Kampfbegriff bedeutet er natürlich auch, dass ein Mann, der weiß ist – und heterosexuell und nicht behindert, gepaart mit ein paar anderen Privilegien- in unserer Gesellschaft keine Diskriminierung erfährt. Dieser Mann kann trotzdem Pech oder ein blödes Leben haben, und dafür muss man dann auch Empathie haben. Aber er wird auf keinen Fall Diskriminierung erfahren wegen seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung. Das meint dieser Begriff. Wir sind in einer Phase, in der ganz vielen Menschen klargemacht werden muss: Es ist ein Privileg, weiß zu sein oder ein heterosexueller Mann zu sein. Der Begriff wird gerne benutzt, um zu nerven. Ich mache das auch gerne.

Das ganze Interview mit ihrer Liste von alten weißen Männern hier

Salzburger Stier
Die Berliner Autorin und Kabarettistin Sarah Bosetti

Sarah Bosetti | Meinungsdiktatur

Die Berliner Autorin und Kabarettistin Sarah Bosetti wird mit dem Salzburger Stier 2020 ausgezeichnet. Der Preis gilt als der „Radio-Oscar“ für deutschsprachiges Kabarett und wird gemeinsam von Radiosendern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol verliehen. Die Schweizer Jury kürte den Satiriker Renato Kaiser; für Österreich gewann der Wiener Kabarettist Florian Scheuba. Die Preisverleihung findet am 16. Mai 2020 im Deutschlandfunk in Köln statt.
Sarah Bosetti war Mitbegründerin der monatlich stattfindenden Lesebühne Couchpoetos. Mit ihrem Programm „ICH HAB NICHTS GEGEN FRAUEN, DU SCHLAMPE!“ – Mit Liebe gegen Hasskommentare, ist sie einem großen Publikum bekannt geworden.

Saubere Autos sind eine Lüge
Aktion zur Lobbyparty der Autoindustrie

Aktivisten von Robin Wood spannen ein Banner Foto: © M. Seehoff
Aktivisten von Robin Wood spannen ein Banner vor dem Austragungsort des Automobilgipfels
Foto: © M. Seehoff

Anlässlich des vom Handelsblatt ausgerichteten Auto-Gipfels am 25.10.19 haben etwa 200 Klimaaktivisten am Porsche-Museum gegen die Autoindustrie demonstriert. Das Aktionsbündnis Kesselbambule hatte unter dem Motto „Die Lobbyparty der Automobilkonzerne crashen – Klimagerechtigkeit statt Greenwashing!“ zu Blockaden des Auto-Gipfels aufgerufen.

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