Archiv der Kategorie: Allgemein

Bet und arbeit, ruft die Welt!

Fake news für Georg Herwegh. Von Peter Grohmann.
Der Stuttgarter, dem in diesen Tagen eine späte Referenz erwiesen wird, war Revolutionär, radikaler Demokrat und Europäer: Das ist viel in revolutionsfreien Zeiten, in denen Demokraten untertauchen und aus Europäern Nationalisten werden. Georg Herwegh war einer wichtigsten Vertreter des Vormärz und neben Heine und Freiligrath einer der populärsten deutschsprachigen Dichter seiner Zeit. Georg Herwegh wurde am 31.Mai 1817 in Stuttgart geboren,er starb 1875 in der Schweiz. Am 24.Mai feiern wir mit Euch seinen 200.Geburtstag, denn: mehr…

Verraten + verkauft
LeiharbeiterInnen

[Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland

[Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in DeutschlandLeiharbeiterInnen: Von der Politik zugunsten der Wirtschaft vernachlässigt und an die Gewerkschaften verwiesen, von diesen zugunsten der Stammbelegschaften und der Wettbewerbsfähigkeit verraten und an abhängige Betriebsräte verwiesen… Die LabourNet-Rubrik zum Sklavenhandel ist voll von Belegen: Wer gleiche Lohn- und Arbeitsbedingungen will, kann sich auf niemanden verlassen und muss dafür durch mehrere Instanzem klagen – wir helfen dabei! Unter der Mailadresse prof.daeubler@labournet.de  können sich an einer Klage interessierte Leiharbeiter (bzw. Ex-Leiharbeiter einer Leiharbeitsfirma) an Herrn Prof. Däubler wenden. Geplant sind juristische Betreuung, Vermittlung von Rechtsanwälten sowie eine Spendenkampagne. Siehe im neuen Dossier zunächst erste Informationen und Hintergründe, auch aus der ZDF-Sendung “Die Anstalt” vom 16. Mai 2017, in der die Kampagne zuerst bekannt wurde

Es begann mt einer Lüge

Dass das erste Opfer des Krieges stets die Wahrheit ist – diese Weisheit firmiert seit Langem als geflügeltes Wort im deutschsprachigen Raum und ist durch vielerlei vortreffliche Recherchen, die ein trauriges Bild der Funktion unserer Massenmedien zu Kriegs- und Krisenzeiten zeichnen, belegt. Der Zeithistoriker und Konfliktforscher Kurt Gritsch bereichert Analyse sowie Kritik nun mit einem soeben erschienenen Buch, besprochen in der Zeit. Lohnt.  http://www.zeit.de/1996/13/beham.txt.19960322.xml

Der Block – Der Front National im Krimi

Jérôme Leroy: Der Block
Jérôme Leroy: Der Block

Wer sich dem Phänomen des Aufstiegs des Front National nähern will, kann zu dem Buch Rückkehr nach Reims des Soziologe Didier Eribon greifen. Man kann sich dem Aufstieg des Front National auch mittels eines Thrillers nähern. Dann liest man Der Block.

Jérôme Leroy hat mit Der Block einen spannenden Einblick in die inneren Strukturen der rechtsnationalen Partei gegeben. Er ist eine vernichtende, realistische und exzellent erzählte Abhandlung über Gewalt, über das Sterben von Ideologien – und über die Geschichte Frankreichs der vergangenen 25 Jahre.

Nach der Lektüre muss ich warnen: Die Darstellung der rohen Gewalt durch die Schläger des Blogs ist allerdings nichts für zarte Gemüter. Eine Kurzkritik des Romans auf Deutschlandfunk Kultur.

Einige Romane einiger zunehmend politisierten französischen Autoren in der Zusammenfassung hier.

Gemeinsam
Farbe bekennen

23. Mai 2017 – 11:55 Uhr Schlossplatz Stuttgart: AnStifter dabei
Am 23. Mai 1949 wurde unser Grundgesetz verkündet. Es sichert jene Rechte zu, die unsere De- mokratie schützen und unsere offene Gesellschaft ermöglichen: Menschenwürde, Religionsfrei- heit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Schutz der Person, Koalitionsfreiheit und Presse- freiheit und viele andere mehr. mehr…

10. Sitzung des NSU UA II am 15. Mai 2017

Live-Tweets aus dem NSU Untersuchungsausschuss des Landtags Baden-Württemberg ‏von @nsuwatch_bw und ‏@FraktionGruenBW (am Ende der Tweets vermerkt)

Themenkomplex „mögliches Unterstützerumfeld in Baden-Württemberg für den NSU“
Tagesordnung vom 15. Mai 2017

Zeug*innenliste
1. Frank L. – KHK Bundeskriminalamt – wird zu Reisebewegungen des NSU in Baden-Württemberg befragt, insbesondere ob BKA Bewegungen ausgewertet hat, was herausgekommen ist und wie die Auswertung vorgenommen wurde
2. Mario Melzer – LKA Thüringen, Soko „Rex“ – nicht erschienen
3. Michael K. – KHK Bundeskriminalamt – wird zur Vernetzung der rechtsextremen Szene in Sachsen und Thüringen zum NSU und nach Baden-Württemberg befragt
4. Steffen H. – soll Kontakt zu Zschäpe und Mundlos gehabt haben


Heute sind wir ab 9.30 im NSU-UA im Stuttgarter Landtag. Neben Zeugen vom BKA wird auch Steffen H. aus der „Ludwigsburger Clique“ gehört – @nsuwatch_bw

Wir twittern heute live aus dem Untersuchungsausschuss NSU – zu diesem Thema – @FraktionGruenBW

Der NSU-UA BaWü beginnt mit dem ersten Zeugen: dem KHK Frank L. vom BKA. – @nsuwatch_bw

Frank L. beginnt mit Statement zu Kfz-Anmietungen durch NSU. Am 16.4.2007 wurde auf Namen Holger Gerlach Wohnmobil bei Firma Horn gemietet – @nsuwatch_bw

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Wolf Biermann in Stuttgart

Der Lyriker und Sänger Wolf Biermann stellte am 14. Mai 2017 im Hospitalhof seine Autobiografie Warte nicht auf bessere Zeiten! vor, die zu seinem 80. Geburtstag erschienen ist.

Biermanns kritische Äußerungen, die sich gegen ganz unterschiedliche politische und gesellschaftliche Gruppierungen richteten, lösten immer wieder öffentliche Debatten und Auseinandersetzungen aus. Er ist eine Persönlichkeit, die provoziert. Diesen Biermann konnte man im Hospitalhof erleben. Den ausführlichen Bericht dazu hier lesen.

Guten Morgen, Nutella

Palmöl: Krebserregende Stoffe im Frühstück: Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes, Verbraucherschützer in Österreich haben 15 Nuss-Nougat-Cremes auf gesundheitlich bedenkliche Fettsäureester untersuchen lassen. Das Ergebnis der Analysen: In allen 15 Produkten wurden die Lebensmittelgifte gefunden, wenn auch in sehr unterschiedlichen Mengen.

Schwarzbraun ist die Haselnuss

Ohne Schwarzweiß-Malerei geht gar nichts mehr
Wer Gutes über Russland berichtet, gilt als „Putinversteher“. Wer Probleme der Europäischen Union anspricht, wird zum „Europafeind“. Und zum „Globalisierungsgegner“, wer globale Missstände anprangert. Schriftsteller Bodo Morshäuser über Kampfbegriffe des Mainstream.
Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde ein paar Jahre lang der Traum geträumt, das Zeitalter der Ideologien, Demagogie und Propaganda sei vorüber. Heute gehört diese Hoffnung der Vergangenheit an. Wir leben längst im nächsten ideologischen Zeitalter. Ohne Schwarzweiß-Malerei geht gar nichts mehr.
Wenn gegen globale Missstände demonstriert wird, für die die neoliberale Auslegung der Globalisierung verantwortlich gemacht wird, hören solche Demonstranten oft, sie seien „Globalisierungsgegner“. Obwohl die Mehrheit nur eine andere Art von Globalisierung als die bestehende will, und nicht vorhat, ihre in China gefertigten iPhones wegzuwerfen. Mit der Titulierung „Globalisierungsgegner“ soll genau dieser Veränderungswille bestritten werden.
Oder wenn gesagt wird, die EU, so, wie sie besteht, bringe zu viele Probleme und müsse verändert werden, kommt es häufig vor, dass selbsternannte „Pro-Europäer“ rufen, diese Kritiker seien „Europagegner“ oder „Europafeinde“. Obwohl Veränderungen der EU aus Sorge um ihren Weiterbestand gefordert werden. Aber genau das soll mit solchen Kampfbegriffen in Zweifel gezogen werden. Übrigens abgesehen davon, dass die EU nicht Europa ist.
Quelle: Deutschlandfunk Kultur
Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Christine Lehmann kennt Hasskommentare und trotzt dem Twittergewitter

Christine Lehmann, wie sie sich selber sieht
Christine Lehmann, wie sie sich selber sieht

„Hass ist die Rache des Feiglings dafür, dass er eingeschüchtert ist.“ Mit diesem Zitat von Georg Bernhard Shaw überschreibt die Kimi-Autorin und Bloggerin Christine Lehmann ihren Vortrag am 10. Mai 2017. Sie schreibt über die Situation der Radfahrer in Stuttgart in ihrem Fahrrad-Blog. Darüber hinaus bloggt die Krimi-Autorin auf Herland, einem Blog zu feministischem Realismus in der Kriminalliteratur. Die Stiftung Geißstraße hatte sie eingeladen, im Rahmen der Reihe Die Wucht der Worte über ihre Erfahrungen mit Hasskommentare zu referieren.

Sie hat auf allen ihren Blogs die Kommentatorenfunktion frei geschaltet und betreibt zusätzlich eine Facebook-Seite, auf der alle Blogbeiträge zu Fahrradfahren in Stuttgart verlinkt sind. Damit will sie eine breite Öffentlichkeit für ihr Anliegen herstellen.

In ihrem Vortrag erläutert sie, wie sie mit unqualifizierten Kommentaren umgeht: zuerst gibt es eine Ermahnung. Wenn das nichts hilft, sperrt sie auch schon mal Schreiber aus.

Die in der normalen Kommunikation wichtigen Informationskanäle wie Mimik, Gestik, entfallen in der schriftlichen Kommunikation vollkommen. Die im Tierreich vorherrschende Körpersprache fällt bei den sozialen Medien komplett weg.

Gegen Hetze im Netz hat sich eine Initiative unter dem Hashtag #Ichbinhier etabliert. Ihr Gründer Hannes Ley will mit seiner Gruppe für einen besseren Umgangston im Netz sorgen. Der Zulauf ist riesig. Auch auf ihren Blogs tauchen Kommentare dieser Gruppe auf.

Christine Lehmann hat für sich Formen entwickelt, mit negativen Kommentaren umzugehen. Ihre Strategien sind angelehnt an die der gewaltlosen Kommunikation:

  • Formuliere Ich-Botschaften, mache dich selber zum Menschen
  • Lass dir von den anderen nicht den Ton und die Wortwahl vorgeben (nicht im Affekt anworten)
  • Ziehe eine rote Linie

Damit hat sie auf ihren Blogs gute Erfahrung gemacht. Es ist aber auch klar, diese Art der Kommunikation erfordert sehr viel Einsatz. Aber Christine Lehmann schätzt diese Form der Kommunikation über Themen, die ihr wichtig sind, wie sie in der Diskussion im Anschluss an ihren Vortrag darlegt.