Lenin versus Bannon

lechts und rinks kann man nicht velwechsern

Steve Bannon gilt als wichtigster Berater und politischer Chefstratege von Präsident Trump. Er ist Mitglied im Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten. Da verwundert es schon, dass er sich selber als glühenden Verehrer von Lenin bezeichnet. Er sei Leninist, behauptete er in einem Interview, weil dieser „den Staat zerstören wollte“. Gleiches habe er vor. Alle heute existierenden staatlichen Strukturen sollen zusammenbrechen. Das heutige politische Establishment, einschließlich der republikanischen Partei, sollen dabei vernichtet werden. Darauf arbeite er hin. Somit sei er alles andere als ein Populist oder gar ein „amerikanischer Nationalist“.

Bannon glaubt, dass die Geschichte der USA in Zyklen von siebzig bis hundert Jahren verläuft und diese stets in einem Krieg enden. Darauf folge dann wieder ein gesellschaftlich-kulturelles Hoch. Nach Ende des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren stehe derzeit ein neuer, reinigender Krieg unmittelbar bevor. Da verwundert es nicht, dass er Die Kunst des Krieges zu seinen Lieblingsbüchern zählt.

Es geht auch anders

Liebe Leute,

„… Ich weiß, dass es eine Menge guten Willen auf der Welt gibt, Menschen, die die Welt im positiven Sinne verändern wollen, die zeigen: Es geht auch anders. Die Ohnmacht des Individuums gegenüber der Gesellschaft ist oft schmerzhaft. Doch Bestehendes immer wieder in Frage zu stellen und an das mögliche Glück und die in ihm enthaltene Hoffnung zu erinnern, schmerzt weniger, wenn wir uns zu Wort melden…“. (Zitat aus dem Leonard-Cohen-Abend der AnStifter).

Für Millionen Menschen war das vergangene Jahr voll von Angst und Elend und so ganz ohne Glück, so die Bilanz von Amnesty aus 159 Ländern. Bestimmte Länder sollten vor allem deutsche Reisende meiden, warnt das Auswärtige Amt. Afghanistan etwa. Dort herrschen Terror und Gewalt, sagt das AA. Für Flüchtlinge gilt der Appell natürlich nicht.

Weltweit stehen aber auch Menschen auf, stellen Bestehendes in Frage, setzten sich für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität ein. Das ist auch Kerngedanke des Stuttgarter Friedenspreises der AnStifter, für den wir um Ihre Vorschläge bitten: Für den mit 5000 Euro dotierten Preis aus Ihrer Mitte sind die Vorschläge mit 1000 Zeichen zu begründen (Einsenden bis 31.3.2017). Wir freuen uns über Ihre Spende zum FriedensPreis.

Am 22.April findet ein „Science March on Washington“ statt. In verschiedenen deutschen Städten gibt es dazu Initiativen. Weiterdenken also, auch mit Hannah Arendt: Israel und Palästina ist Thema am 23.2. (19:30 Uhr) in der Stiftung Geißstraße 7 – und am 30.3. Arendt und Marx.

Die AnStifter sind neben der Böll- und Luxemburg-Stiftung Partner einer hochkarätigen Tagung im Württembergischen Kunstverein: New Narratives: Ökonomien anders denken. Ein Gipfeltreffen zwischen Kunst, Theorie, Politik + Zivilgesellschaft vom 30. März – 2. April 2017. Die ganze Herrlichkeit hier.

Es ist Fasching, Karneval. Die Horrormeldungen aus den USA über Schweden können daher nicht mehr erschüttern. Wir feiern alternativ – am 28.2. im Hegelhaus mit Ackermann, Eisele und Schlack und am 1.3. beim Politischen Aschermittwoch im Theaterhaus mit Peter Grohmann (Stimme), Diethelm Busch (Geige + Boxhorn) und Salvatore Panunzio (Gitarre, Akkordeon). Tickets unter 0711 40 20 721-23.

Herzliche Grüße

Annette Ohme-Reinicke, Ebbe Kögel, Peter Grohmann, Elka Edelkott & Evy Kunze

Utopie
Vom Tisch

„Medienwürdigkeit“

Die Glaubwürdigkeit der Medien nimmt in den USA stetig ab. Nur noch 14% der Republikaner gestehen den Medien in ihrer Meinungsbildung eine Rolle zu. Eine kürzlich durchgeführte Studie in Deutschland kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: hier sind es 40 Prozent, die den Medien in wichtigen Fragen (mindestens) vertrauen, während es 2008 nur rund 30 Prozent waren. Gleichzeitig waren es 2008 aber auch nur 9%, die meinten, dass man den Medien eher nicht oder überhaupt nicht vertrauen könne, während diese (abschätzige) Ansicht 2016 25% der Bevölkerung teilten. Glaubt man Oliver Quiring, dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, dann wird das Verhältnis zwischen „neuen Medien“ (Facebook, Twitter, ..) zu „traditionellen Medien“ (Printpresse, TV, Radio..) darüber hinaus häufig falsch bewertet, denn mehr als 90% der Deutschen nutzen diese Quellen selten oder nie für politische Meinungsäußerungen.

https://is.gd/yu0cYp (die Zeit)
https://is.gd/hV612w (Gallup)
https://is.gd/BWE2kB (Tagesspiegel)
https://is.gd/GzPGVr (Meedia)

Klappe zu, Affe tot

Noch einen Tick mehr in Sachen nationale Sicherheit, Flüchtlingslager in Afrika und soziale Gerechtigkeit, und der nächste Kanzler steht: Martin Merkel – oder eben Angela Schulz. Links, wo das Herz schlägt, ist tote Hose, und das einzige, was meiner Omi Glimbzsch in Zittau über die Jahre und die Wende half, war Klosterfrau Melissengeist aus dem Westen und später Sozialhilfe, also Hartz IV.

Ich bin nicht länger bereit, meine Intelligenz im Zaum zu halten, meinte neulich einer von der Dortmunder Südtribüne. Dem kann ich mich nur anschließen. Mit „Bullen schlachten“ war nämlich nicht die Polizei gemeint, sondern RB Leipzig. Und der öffentliche Aufruf in deutschen Stadien zum Beispiel zum Pflastersteinwurf gilt ja nicht dem einzelnen Ossi, sondern schlicht allen. Nachvollziehbarer ist schließlich auch der Aufschrei „Verpisst euch, ihr Kommerzschweine“, denn da können, bei Inanspruchnahme der Intelligenz, nur alle gemeint sein, die was mit Fußball, Fifa oder Red Bull zu tun haben.

Dass Gewalt keine Probleme löst, ist so sicher auch wieder nicht, sonst wäre ja jeder Krieg überflüssig. Das wissen auch die USA, wenn sie mal eben weitere 1000 Soldaten an die Ostfront verlegen. Klar, ich weiß: Damit kommt man nicht weit, und da sollte man schon noch eine Schippe drauflegen. In unserem Fall wären das Pi mal Daumen zusätzliche 20 Milliarden Euro aus unseren Kassen für Rüstung. Also statt etwa 40 demnächst 60 Milliarden. Jedes Jahr. So haben wir’s beschlossen, und die Rüstungsindustrie freut sich, denn der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.

Ist das mit der Rüstung vielleicht gar nicht so gemeint? Bin ich vielleicht wieder auf eine Fake-News hereingefallen sein? Wie neulich, als ich die Nachricht verbreitet habe, dass im Falle NSU erst sieben Zeugen tot sind? Vielleicht waren es auch sechs oder zehn? Liegt die Wahrheit in der Mitte, also bei fünf? Eben hat ein Gericht den Bundestag verpflichtet, eine Masse von Dokumenten über Parteispenden herauszurücken. Zugegeben, das ist unangenehm, und die guten Parteien sind auch dagegen. Nur „Russia Today“ jubelt. Merke: Zuviel Wahrheit hilft immer der anderen Seite.

Wie immer auch eine gute Nachricht: Bei einer Großdemo in Barcelona haben 160 000 Menschen ihre Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Kriegsgebieten aufgerufen. Die Polizei sprach von 160 000, die Veranstalter von einer halben Million Menschen. Was ist nun Fake?

*) Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter

Aufruf des AK Flüchtlinge in der IPPNW Deutschland

Schluss mit der mörderischen
Flüchtlingspolitik!

Wir, friedens- und gesundheitspolitisch engagierte Ärzt*innen und Bürger*innen dieses Staates, sind entsetzt über die Gleichgültigkeit unserer politischen Repräsentant*innen gegenüber unzähligen Menschen auf der Flucht.

Sie nehmen das Sterben und das unsägliche Leid dieser Menschen nicht nur unbeeindruckt in Kauf, ihre Flüchtlingspolitik kommt einer humanitären Bankrotterklärung gleich.

Wir stellen fest: Die deutsche Regierung, namentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil sie die Richtlinien der Politik bestimmt, und Innenminister Thomas de Maizière, weil er für die Asylpolitik verantwortlich ist, und alle anderen, die diese Politik mittragen
– sind mitschuldig am Tod von Tausenden Menschen auf der Flucht, im Jahre 2016 und in den Jahren zuvor, im Mittelmeer, in der Ägäis, auf dem Balkan, in Nordafrika
– sind mitschuldig am Elend, am unsäglichen Leiden, am Erfrierungstod Tausender Menschen auf dem Balkan und in Griechenland
– sind mitschuldig an der Gewalt und den lebensbedrohlichen Umständen, denen abgeschobene Flüchtlinge in den sogenannten „sicheren Herkunftsländern“, aktuell vor allem Afghanistan und Nordafrika, ausgesetzt werden.

Wir fordern Sie auf:

  • Stoppen Sie die Abschiebungen nach Afghanistan!
  • Stoppen Sie die Abschiebungen in andere
    nachweislich unsichere Herkunftsländer!
  • Stoppen Sie das Flüchtlingselend in Griechenland
    und in der Türkei!
  • Stoppen Sie das Sterben im Mittelmeer!
  • Stoppen Sie den Bau von Internierungslagern in Nordafrika! 
  • Leiten Sie eine wirksame Soforthilfe
    für Griechenland und den Balkan ein!

AK Flüchtlinge in der IPPNW Deutschland
Mehr Informationen unter:
https://www.ippnw.de/soziale-verantwortung/flucht-asyl.html
Rückmeldungen zu dieser Aktion bitte unter:
Fluechtlinge.Anzeige.taz@t-online.de

Wir fordern das Wort »Apartheid« zurück!

Im August 2001 kam es im südafrikanischen Durban bei der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus zu hässlichen Szenen: Israelische und jüdische Delegierte waren heftigen Beschimpfungen durch andere KonferenzteilnehmerInnen ausgesetzt.

Quelle: iz3w – Informationszentrum Dritte Welt

Rückblick
Hannes Wader im Theaterhaus

Konzert Hannes Wader
Foto: M. Seehoff

Wieder einmal ist Hannes Wader auf Tournee gegangen. Am 12. Februar trat er im Theaterhaus in Stuttgart auf. Keine Schwierigkeit für ihn, den größten Saal im Haus zu füllen.

Mit Heute hier, morgen dort beginnt er den Abend. Ganz allein im Scheinwerferlicht steht der baumlange Sänger mit seiner Gitarre und singt mit seiner sonoren Stimme und zieht augenblicklich das Publikum auf seine Seite. Wenn Hannes Wader mit einem Lied identifiziert wird, so ist es dieser Titel. Seit 1972 eröffnet er jedes seiner Konzerte damit. Das Lied erschien auf der legendären Platte 7 Lieder. Die Leadgitarre spielte, wie auch auf der Vorgängerplatte, der Ausnahmegitarrist Werner Lämmerhirt. Alle, die der Folkmusik verbunden sind und eine Gitarre halten können, werden wohl dieses Lied im Repertoire haben.

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Assault Trombone

Leonard-Cohen-Project

Cohen liebte es dunkler. Schon immer. Nun ist er am Ziel – Dunkler als der Tod geht’s nicht. Hallelujah! Er erhob er seine Stimme, die in der Glut der Sehnsucht nach Frieden glomm. Kippa auf! Das Leonard-Cohen-Project präsentiert am 20.2. in einer Veranstaltung der AnStifter im Theaterhaus die schönsten Songs of Love and Hate. Live. Das Konzert wurde in einen größeren Saal verlegt – Danke! Es gibt wieder Tickets (0711 4020721).