AnStifter verschieben Überreichung des Stuttgarter FriedensPreises 2021 an Maria Kalesnikava

Die Stuttgarter AnStifter haben sich angesichts der Corona-Situation dazu entschlossen, die für den 19. Dezember im Theaterhaus geplante Überreichung des Stuttgarter FriedensPreises 2021 an die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava auf das Frühjahr 2022 zu verschieben. „Wir finden das außerordentlich bedauerlich. Schon im letzten Jahr mussten wir die Verleihung an Julian Assange absagen – und kommen nun erneut um eine solche Entscheidung nicht herum. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Situation in Belarus wäre es sehr wünschenswert gewesen, die FriedensGala wie geplant durchzuführen. Wir hoffen sehr, dass wir das nachholen können“, erklärte der Vorstand der AnStifter.

Mitte dieses Jahres stand nach zwei Abstimmungsrunden fest, dass die belarussische Musikerin und Bürgerrechtsaktivistin Maria Kalesnikava den Stuttgarter FriedensPreis 2021 erhält.

Bis 2020 lebte Maria Kalesnikava zwölf Jahre in Stuttgart, wo sie u.a. als Projektleiterin des Artemp Festivals tätig war. Dann kehrte sie nach Belarus zurück als Wahlkampfmanagerin für den oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Babariko. Nach dessen Verhaftung und der Flucht der Kandidatin Tichanowskaja wurde Maria Kalesnikava zu einem der führenden Gesichter der Opposition in Belarus. Kalesnikava ist eine Schlüsselfigur der Proteste gegen Alexander Lukaschenko, der Belarus seit 26 Jahren autoritär regiert. Die Geheimpolizei versuchte, sie gewaltsam in die Ukraine abzuschieben. Maria aber zerriss ihren Pass an der Grenze und wurde daraufhin (im September 2020) in einem Sondergefängnis in Minsk inhaftiert. Wegen „versuchter Machtergreifung“ und Gründung einer „terroristischen Vereinigung“ wurden ihr bis zu zwölf Jahre Haft angedroht. Maria Kalesnikava wurde am 7. September 2020 in Minsk verhaftet und am 16. September angeklagt wegen „Gefährdung der staatlichen Sicherheit“. Dem folgte am 6. September 2021 die Verurteilung zu elf Jahren Haft.