Anstifterkino
Die Verleugnung

Die amerikanische Universitätsprofessorin Deborah E. Lipstadt (Rachel Weisz) wird unerwartet zur Verteidigerin der historischen Wahrheit, als der britische Autor David Irving (Timothy Spall) sie wegen Verleumdung verklagt. In ihrem jüngsten Buch hatte Lipstadt ihm die Leugnung des Holocaust vorgeworfen. Durch das britische Justizsystem in die Defensive gedrängt, steht sie nun gemeinsam mit ihren Verteidigern, angeführt von Richard Rampton (Tom Wilkinson), vor dem absurden Problem, nicht nur sich selbst zu verteidigen, sondern auch beweisen zu müssen, dass der Holocaust tatsächlich stattgefunden hat.Statt sich jedoch eingeschüchtert zu geben, weckt diese scheinbar unlösbare Aufgabe ihren Kampfgeist. Lipstadt lehnt jeden Vergleich ab und stellt sich vor Gericht ihrem unerbittlichen Gegner…(Quelle: Verleih)

zum Beispiel heute, 23.04.2017, um 16.00 Uhr im Delphi

Science March
Wissenschaft und Forschung um „die Rechte der Menschheit herzustellen“

Erst im Januar diesen Jahres brachte der „Womens March on Washington“ über drei Millionen Menschen weltweit auf die Straße, gegen Rassismus und für demokratische Rechte – ganz in der Tradition der Bürgerrechtsbewegungen der 1960er Jahre. Heute versammeln sich wieder weltweit tausende Menschen, nämlich für freie Wissenschaften und gegen Verdummung, etwa durch „Fake News“. Die „Marches“ der Bürgerbewegungen, das Marschieren, bedeutet: nicht still sitzen zu bleiben und zuzuschauen, wenn Menschenrechte und Demokratie von Populisten und ihren Geldgebern bedroht werden, sondern: sich in Bewegung setzten. mehr…

Was fehlt

Gegen Hass im Netz

70 Prozent der Deutschen geben an, dass sie den Gesetzentwurf gegen Hasskommentare von Justizminister Heiko Maas für sinnvoll halten. Eine deutliche Mehrheit befürwortet laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov  den am 5. April vom Kabinett der Bundesregierung verabschiedeten Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas, wie heise oline berichtete. Laut diesem müssen Betreiber sozialer Netzwerke innerhalb von 24 Stunden strafbare Inhalte löschen. Im Extremfall drohen sonst bis zu 50 Millionen Euro Bußgeld für Unternehmen. Nun muss das Parlament über den Entwurf beraten.

„Die Anbieter sozialer Netzwerke stehen in der Verantwortung, wenn ihre Plattformen missbraucht werden, um Hasskriminalität und strafbare Falschnachrichten zu verbreiten“, erklärte Maas nach dem Kabinettsbeschluss. Für strafbare Hetze dürfe in sozialen Netzwerken genauso wenig Platz sein wie auf der Straße. Das Internet präge Debattenkultur und gesellschaftliches Klima im Land. „Verbalradikalisierung ist oft die Vorstufe zur körperlichen Gewalt“, sagte der Minister.

Wie man dem Hass argumentativ begegnen kann, erläutert der Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn in seinem Buch Logik für Demokraten

Steter Tropfen höhlt den Stein

Eine freudige Nachricht konnte dieser Tage aus dem Netz gefischt werden:

Der Kopp-Verlag stellt seinen Informationsdienst „http://info.kopp-verlag.de“ ein. Der letzte Artikel bei Kopp-Online datierte vom 10. März (“FAZ gegen den Kopp Verlag”). Und dabei scheint es auch zu bleiben. Das Nachrichtenportal info.kopp-verlag leitet mittlerweile automatisch auf die Verlagsseite weiter, wo man Bücher, Videos und Kokosöl bestellen kann.

Quelle: GWUP e.V. (Gesellschaft zur wissenschaftlichen
Untersuchung von Parawissenschaften e.V.)

Filterblasenneutralisierungsmärchen

Eine Flugschrift der AnStifter
Newsletter vom 12.04.2017

Fröhliche Ostern, fröhliche Western –

auch wenn uns angesichts der Nachrichten fast alle Fröhlichkeit abhanden kommt: Tröstet uns da Wolf Biermann?

Du, laß dich nicht verhärten / in dieser harten Zeit. /

Die all zu hart sind, brechen, / die all zu spitz sind, stechen / und brechen ab sogleich.

Eher beunruhigend ist auch diese Meldung: In 275 Fällen wird bei der Bundeswehr wegen des Verdachts rechtsextremer Handlungen ermittelt. Viele der Beschuldigten haben immer noch Zugang zu Waffen. Na, denn mal tau!

Dr. Heribert Prantl, Mitglied im Förderkreis unseres Hannah-Arendt-Instituts für politische Gegenwartsfragen, kommentiert die momentane Gerechtigkeitslyrik.
Über Gerechtigkeit, Neo-Liberalismus, Propaganda, Prekariat und Revolution wollen wir mit Ihnen gern weiter debattieren – dazu gibt’s eine neue Reihe, die am 29.6. in der Stiftung Geißstraße beginnt.

Unerwünscht: Die Holzingers flohen vor den Nazis aus Stuttgart nach Ibiza und Mallorca wurden dort erneut in die Flucht getrieben: Das berührende Schicksal einer jüdischen Familie dokumentiert José Miguel Lopez Romero auf 160 Seiten, reich illustriert.

Momentan bereiten Die AnStifter dazu weitere Lesungen in Schulen vor – falls Sie Interesse und eine Schule haben, auch bei Ihnen. Schauen Sie sich unser neues Werk an: Unerwünscht. 170 Seiten, 13,80 €. ISBN 978-3-944137-40.

Das Wettern der Woche in der Wochenzeitung Kontext geht gewaltig gegen Gewalt, wie der Ostermarsch in Friedrichshafen am Ostermontag, 17.4.17. Wir fahren mit dem Zug ab Stgt 9:00 Uhr auf dem BW-Ticket (hin + her ca. 10/12 EU). Interesse? Dann melden Sie sich bitte. Wir nennen Ihnen dann Details.

Georg Herwegh ist da: Bet und arbeit, ruft die Welt! Das feine Buch mit 100 feinen Seiten kostet 7,90 Euro, die große Geburtstagsfeier der AnStifter zu seinem 200. Geburtstag im Stuttgarter Rathaus findet am 24.5.17, um 19 Uhr statt. Sollen wir für Sie reservieren?

Der Einsatz für Freiheit, Demokratie und Frieden ist wichtiger denn je – ebenso Ihre Unterstützung dazu. Ihr Osterei erwarten wir hierUnd dann gibt’s ja auch den alten Iban: DE31 4306 0967 7000 5827 01

Nichts wird so heiß gegessen wie’s gekocht wird, auch nicht bei Loretta. AnStifters Abendmahl in der Römerstraße 8: am Dienstag, 25. April, 19:30 Uhr. Nur mit verbindlicher Anmeldung.

Glückauf! Der Frühling ist nicht aufzuhalten. Die Populisten nur gemeinsam.

Ihr Team aus der DenkMacherei

Keine Politik bitte!

Nur einmal im Jahr bitte keine Politik, wenigstens zu Ostern, dem Fest des Friedens, uns, ja Ihnen, nicht irgendwas reindrücken wollen! Es muss doch bitte sehr auch beim Wettern der Woche möglich sein, auf diese impertinenten Moralduschen zu verzichten! Einmal, nur ein einziges Mal nur nichts von der Domina Germania oder Giftgas, Assad, Bo-Russen, Donald Trump, dem Hunger nach Gerechtigkeit. Diesmal nichts von Schulz, Merkel, Gabriel und dieser Frau von den Grünen, nichts zu Kapitalismus, Kannibalismus und Krise, Doping oder Dollars im Sport. Einmal im Jahr nichts zu Asylbetrügern, Flüchtenden aus dem Wartegau, Elend, Verfolgung, Mord und Totschlag, Kindersterben. Kein Wort diesmal über den Untergang des Abendlands, das Bienensterben, Monsanto & Co., Fessenheim, Nietzsche, das bedingungslose Grundeinkommen, Korruption, Ämterhäufung, Fake News oder Lügen-Presse! Schweigen über Maduro, Wölfe, Wölfle und Weihrauch zu Ostern! Schnauze bei Obdachlosen, Hungerleidern, Populisten, Pietisten, Parasiten, Paradiesvögeln. Klappe bei Erdogan, Orban, Jarosław Kaczyński, Osterhasen, Lastwagen, NSU, Antisemiten, besetzten Gebieten, Völkermord, Völkerball, Volksverdummung, Volksaufstand, Volksverhetzung, Volksfürsorge, Volksliedern, Volksempfinden oder Völlerei. Ohren zu bei Völker, hört die Signale! Stummes Schweigen über Diesel, Kretschmann, VW, Porsche, Daimler und die Ittacker, Null Wort zu Abgaswerten, Meinungsmanipulationen, Niedriglohn, Obergrenzen, Hartz IV, Hackerangriffen, Hühnerfleisch, Hannover 96, Brexit, Braunschiss, Bombenteppiche, Nervensägen und Nervengiften! Heute mal nichts zu Todesstrafe, Klimakrise, Mittelmeer. Und bitte auch nix zu Luther, würde meine Omi Glimbzsch in Zittau hinzufügen.

Fröhliche Ostern. Und falls Sie nichts anderes vorhaben, empfehle ich Ihnen die Teilnahme am Ostermarsch. Gut für die Osterbraten-Verdauung, kritische Debatten, neue Nachrichten, die zwischenmenschlichen Beziehungen und den Frieden.

Darf man nach Afghanistan abschieben?

Jama Maqsudi, Pfarrer Joachim Schlecht, Dr. Michael Jantzer, Daniel Lede Abal und Bernd Rixinger (v. l. n. r.) Foto: © M. Seehoff
Jama Maqsudi, Pfarrer Joachim Schlecht, Dr. Michael Jantzer, Daniel Lede Abal und Bernd Rixinger (v. l. n. r.) Foto: © M. Seehoff

Aus der Redaktion des Elsternestes erreichte uns folgender Bericht:

Rund 230 Menschen füllten den großen Saal des Hospitalhofs am 7. April 2017, bei der von den AnStiftern und dem Freundeskreis Neckarpark – Projektgruppe Begleitung vorbereiteten Veranstaltung: „Darf man nach Afghanistan abschieben“? Einem informativen Vortrag über die derzeitige Situation in Afghanistan vom Vorstand des Deutsch-Afghanischen Flüchtlingshilfe Vereins (DAFV), Jama Maqsudi, folgte eine engagierte Podiumsdiskussion mit reger Beteiligung des Publikums.
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Fake News sind nicht neu

Bielefeldverschwörung
Bielefeldverschwörung

Ich wurde auf eine Familienfeier nach Bielefeld eingeladen. Am Schalter der Deutschen Bahn sagte man mir: „Das gibt’s doch gar nicht ;-))“

Enttäuscht ging ich nach Hause. Einige Tage später auf einer Bahnfahrt entdeckte ich dieses Schild und mir war alles klar.