Trump und die Sprache von Twitter

Donald Trump
Quelle: Wikipedia

Eine lesenswerte Analyse der Öffentlichkeitsarbeit von Donald Trump schreibt Sascha Lobo auf Spiegel Online. Er stellt die These auf, dass nach dem Attentat in Charlottesville sich Donald Trump der gängigen Diskussionstricks der Neonazis bediene. Und seine beachtenswerte These:

So, wie der amerikanische Präsident in seiner Pressekonferenz sprach, wird im Internet schon lange argumentiert.

Lange vor der US-Wahl entdeckte Sascha Lobo einen damals noch witzigen Tweet. Er lautete: „Trump ist, als würde sich die Kommentarspalte im Internet in einen Menschen verwandeln und als Präsident kandidieren.“ Inzwischen ist die Dimension dieses Vergleichs erkennbar.

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In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Die CDU denkt an Opa

Frech kommt die Werbung der CDU zum Thema Briefwahl daher. Sie hat einen großen Anteil alter Menschen als Symphatisanten und will verhindern, dass Opa am Wahltag nicht kann, weil er gefesselt, krank oder vergesslich ist. Soll er doch ganz in Ruhe Briefwahl machen.

Die CDU hat für ihre Wahlkampagne eine der ganz großen, erfolgreichen Werbeagenturen verplichtet: Jung von Matt. Den Plakaten sieht’s man an.

Fortsetzung folgt

In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Aussagen der Parteien – Plakatwerbung

Es ist Wahlkampf und eine Zeit, zu der man in hohem Maße belustigt durch die Straßen gehen kann. Die Absurditäten, die von den Wahlplakaten der Parteien ausgehen, sind kaum zu überbieten.

Z. B. eine Minipartei – nennen wir sie MLPD – will nicht mehr, als die „Proletarier“ zusammen schweißen. Und bitteschön die aus allen Ländern. Darunter macht es die MLPD nicht. Wie sie das machen will, bleibt ihr Geheimnis. Und da sie es offensichtlich selber nicht so ganz glaubt, machen die Oberlehrer der MLPD  mal eben einen Befehl daraus, mit einem dicken Ausrufezeichen. „Ey, Ey, Sir!“, kann man da nur sagen.

Herr Lindner schaut nicht – wie bei vielen Kandidatenbildern – dem potentiellen Wähler ins Gesicht. Er hat sich perfekt dem heute so häufig in unseren Straßen anzutreffenden „Geisterfußgänger“ angepasst und schaut auf seinen Smartphone-Bildschirm. Um auch nicht akustisch Kontakt mit den Menschen aufnehmen zu müssen, hat er sich Kopfhörer ins Ohr gesteckt. Den Slogan hat die FDP ein wenig  von Donald Trump geklaut. In der Kombination mit „Bedenken“ macht er den dahinter liegenden Geisteshorizont deutlich: dem Digitalen eine Bresche schlagen, das Nachdenken (Bedenken) hinten anstellen. Das ist übrigens das einzig ansprechende an diesem Plakat: das Spiel mit dem Wort „Bedenken“ und seiner Doppeldeutigkeit.

Und was bitte soll „NEU DENKEN“ sein? So wird das nichts mit der Wissensgesellschaft, mag man Christian Linder hinterherrufen, der aber hört ja nichts: wegen seiner Kopfhörer.

Fortsetzung folgt

Nicht wählen gehen – keine gute Entscheidung

Haben Sie Vertrauen in die Parteien? Am 24. September haben wir jedenfalls mal wieder Gelegenheit, unsere Stimmungslage mit zwei Kreuzchen zu Papier zu bringen. Aber es gibt nicht wenige Bürgerinnen und Bürger, die meinen, dass das doch alles nichts bringt, dass man den Politiker*innen eh nicht trauen kann – und man deshalb am besten zu Hause bleibt, um auf diese Weise wenigstens seine Verachtung zu zeigen. Diese Haltung kann man menschlich verstehen, aber die Konsequenz daraus, Wahlverzicht zu üben, bewirkt genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte – vereinfacht gesagt: die nicht abgegebene Stimme schlägt sich auf dem Konto gerade jener Parteien nieder, die man bestrafen möchte.
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„Kauft nicht bei Juden“
Bands boykottieren Berliner Popkultur-Festival

Mehrere Acts haben ihre Teilnahme zurückgezogen: Mazzaj Rap Band-Syria, Hello Psychaleppo aus Syrien, die Tunesierin Emel Mathlouthi und Islam Gipsy und EEK aus Ägypten.

Quelle: Berliner Morgenpost

Bundestagswahl 2017
Der Wahlswiper fürs Smartphone

„Der WahlSwiper ist eine interaktive Möglichkeit, um sich einen Überblick über wichtige Themen und den Positionen der Parteien zu verschaffen. Entwickelt wurde das Projekt von jungen Menschen für andere junge Menschen – aber auch ältere Erstwähler und Menschen, die bislang wenig Zugang zu politischen Themen finden konnten.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nur Ja- und Nein-Antworten zuzulassen, weil konkrete Positionen der Parteien es einfacher machen, eine Wahlentscheidung zu treffen. Du kannst allerdings eine Frage, die du nicht beantworten möchtest, einfach überspringen.
Du hast außerdem die Möglichkeit, dein Ergebnis auf dem Gerät zu speichern und den WahlSwiper zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durchzuspielen. So kannst du zum Beispiel vergleichen, ob sich deine Einstellung zu manchen Themen über die Dauer des Wahlkampfes verändert hat.“

mehr unter movact.de

Songwriting
Susanne Vega „My name is Luka“

Auch nach 30 Jahren hat dieser Song von Susanne Vega nichts an Aktualität eingebüßt. Es geht um häusliche Gewalt. Wie Susanne Vega Text und Musik verbindet, ist einfach großartig. Und wundervoll, dass Deutschlandradio Kultur diese Songperle heute morgen wieder spielte.

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Mach dir nur einen Plan …

Wer Martin Schulz am Sonntag im ZDF-Sommerinterview gesehen hat, bleibt angesichts dieses Wahlkämpfers ratlos zurück. Er versuchte zu erklären, warum die SPD nach der Wahl den Kanzler stellen sollte. Doch als Zuschauer hatte man den Eindruck, der Mann scheint es selbst nicht zu wissen.

Zunächst tat Schulz, was Kandidaten nun mal tun, wenn jüngste Wahlumfragen die eigene Partei bei nur bei 24 Prozent sehen, die Konkurrenz hingegen bei 38 Prozent. Erstens preist man das eigene Durchhaltevermögen („Ich bin ein erfahrener Wahlkämpfer“). Zweitens erklärt man, sechs Wochen vor der Wahl sei noch alles drin („In der Flüchtigkeit von Wählerbindungen ist alles möglich“). Drittens muss man sagen, was man selbst besser machen würde als die anderen. Und das ist Schulz‘ Problem.

Quelle: Die Zeit vom 14. Augst 2017

Warum wählen Menschen rechts?

Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa gibt es einen starken Trend nach rechts. Hierzulande steht in erster Linie die AfD im Blickfeld. Wer allerdings nur auf diese politische Gruppierung schaut, der übersieht viel. Der Rechtsschwenk ist umfassender und schlägt sich nicht nur in Fremdenfeindlichkeit, sondern beispielsweise in der Vermarktung nahezu aller Lebens- und Politikbereiche nieder. Vor diesem Hintergrund ist die von der Hans-Böckler-Stiftung vorgelegte Untersuchung „Spurensuche nach Gründen für rechtspopulistische Orientierung“ interessant. Auch wenn sie sich auf die AfD konzentriert, so gräbt sie aber doch nach den Ursachen. Und diese gehen in ihrer Bedeutung über die Frage nach der Wahlentscheidung hinaus. mehr…

Alles neu arrangieren

Gilad Atzmon
Gilad Atzmon (CC BY 2.0}

Vielleicht sollte man, angesichts des politischen Chaos derzeit, ähnliches mit unserer Zeit machen, wie der Jazz Musiker Gilad Atzmon es mit dem 20. Jahrhundert gemacht hat: alles neu arrangieren.

Re-arranging the 20th century

(Gilad Atzmon ist ein britischer Jazzusiker, politischer Aktivist und Autor satirischer Romane israelischer Herkunft.)