Schlagwort-Archive: Wahlkampf

Nordkorea

Spricht auch heikle Themen an: Peter Grohmann

Geberit präsentiert das neue Dusch-WC, Trump seine Möglichkeiten, Nordkorea zu vernichten, und immer gilt: Auf einen Schlag alles sauber. Die Finger am Abzug jucken, aber noch muss uns Trumps Fernduell mit Herrn Kim genügen. Genau besehen, liegt Nordkorea fast vor unserer Haustür. Im Falle eines Falles hilft Eucom bei fast alles.

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Schwarz-Rot ist die Haselnuss



Schwarzrot ist die Haselnuss / Schwarzrot bin auch ich, ja ich /
Schwarzrot muss mein Mädel sein / gerade so wie ich

… singt der Führungsstab der Streitkräfte in der Lüneburger Heide. Und am Rande des Truppenübungsplatzes singt Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, gut getarnt, im Schießstand leise mit – und wie immer richtig falsch: Holdrio, duwiduwidi, holdria. Da wäre eine Reisewarnung fällig.

Dennoch: Ruhe bewahren! Denn die Wahl ist gelaufen, sagen die Auguren, und die wissen es seit den Römischen Verträgen. Die Frau mit der Raute wurde diesmal medial so gepuscht wie selten zuvor, 70 / 30 im Innenverhältnis zu ihrem Herausforderer. Im Prinzip brauchte man gar keine Wahlen mehr – gäbe es nicht die Wahlkampfkostenrückerstattung. Helfen würde aus dem Dilemma nur eine 10-Pozent-Hürde.

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Ein Duell
Bärtiger SPD-Zausel gegen Teflon-Kanzlerin

Die Kanzlerin Angela Merkel hat mit ihrem Herausforderer von der SPD Martin Schulz ein eher langweiliges Fernseh-Duell geführt. Das enge Format hat ihr nicht geschadet aber Martin Schulz hat es auch nicht genützt. Es bleibt festzuhalten, dass beide Politiker sich nicht wesentlich unterscheiden. Beide Parteien haben in der großen Koalition im Sinn der Staatsräson (was immer man darunter versteht) den Laden geschmissen, warum sollten sie sich bei diesem Duell zerlegen?

Leider hat der Herausforderer die Chance, die er nicht hatte, nicht genutzt. Seine trotzige Ankündigung: „Der nächste Bundeskanzler wird Martin Schulz heißen!“, bleibt unbeachtet in der Luft hängen.

Die an den Wurzeln des Wohlstands knabbern …


In den Vereinigten Staaten kann sich keine Sau erklären, woher die verheerenden Regenfälle kommen, die jetzt Texas heimsuchen. Der Klimawandel als fake news kann’s nicht sein, der Nordkoreaner auch nicht. Bleibt nur das Wetter, vielleicht als Strafe Gottes. Wer’s glaubt. Doch selbst andere sichere Herkunftsländer sollen auch nicht mehr das sein, was die mal waren. So wurde rechtzeitig vor den Wahlen in einer gemeinsamen Anstrengung fast aller Parteien die Route übers Mittelmeer gesperrt. Doch wie kommen wir nach dem 24. September in unsere Surfparadiese? Italien, Griechenland, Tunesien und Libyen haben ja jetzt leere Strände, weil viele Surfer in den Notunterkünften der Bundesregierung auf besseres Wetter hoffen. Weh weh weh! Wind kann sehr ungerecht sein, und oft bläst er den Falschen ins Gesicht.
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In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Wirtschaft im Fokus der Parteien

Wahlplakat FDPVerwundert reibt man sich die Augen, geht man am Wahlkampfplakat der FDP mit dem Slogan: „Jetzt wieder verfügbar: Wirtschaftspolitik“ vorbei.

Es scheint, als sei die FDP in die Rolle eines Kaufhauses geschlüpft, das eine Ware anbietet, die es lange nicht gegeben hat und die sie uns Wählern verkaufen will. Oder will Herr Lindner damit andeuten, dass die Wirtschaft in den letzten vier Jahren im Bundestag nicht zu Hause war und er wirtschaftspolitische Themen wieder zurück in das hohe Haus bringen will? Was, so fragt sich der erstaunte Leser, haben dann die vielen Lobbyvertreter an den Schaltstellen der Demokratie die letzten vier Jahre gemacht? Und hat unser Herr Schäuble nur Kaffee getrunken? Die FDP wirft Fragen auf.

Optisch kommen die Plakate der FDP frisch daher. Die Berliner Agentur „Heimat“ hat den Berliner Fotograf Olaf Heine engagiert, den Spitzenkandidat Christian Lindner komplett anders zu inszenieren als seine politischen Gegner. Heine ist bekannt für seine ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotos von Bands und Künstlern wie Rammstein, Iggy Pop und Die Ärzte. Außerdem drehte er mehrere Musikvideos und Werbefilme für Marken Adidas, BMW, Mini, Sony und Hugo Boss. Dieser Hintergrund darf getrost als Statement der Partei verstanden werden.

Man muss die Schwarz-Weiß-Bilder nicht mögen, kann sie als Fortsetzung der Boss-Werbung verspotten. Die FDP versucht damit ihr Image als Klientelverein abzustreifen, die Hoteliers Steuergeschenke macht und präsentiert sich als jüngere, ambitioniertere Alternative zu den großen Parteien. Sie versucht mit Werbung ihr Image umzuparken.

Wahlplakat mlpdPräsentiert sich die FDP als liberale Wirtschaftspartei, hat man bei der kleinen aber revolutionär unwahrscheinlich wuchtigen MLPD den Eindruck, sie verstehe nichts von Wirtschaft und Preisberechnung. Oder wie sollte die Forderung verstanden werden, Erzeugerpreise zu steigern bei sinkenden Verbraucherpreisen? Das versteht nur ein Ochse, der gleich mit auf dem Plakat abgebildet ist.

Russische Badehosen & Merkels Schatten

Dass der türkische Geheimdienst bei uns nicht so viel Einfluss hat wie die drei reichsten deutschen Frauen der Republik, gehört zu meinen Fake-News der Woche. Und soviel verdient ein Altkanzler auch wieder nicht, dass er ein Angebot des sowjetischen Merkelverstehers ausschlagen könnte. Die CSU bezeichnet Gerhard Schröder jetzt gar als russischen Söldner. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Es ist Wahlkampf – da wird alles heißer gegessen, häufig sogar ungekocht.
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In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Diesmal in die Abgründe der AfD

AFD Wahlplakat

So plakatiert die AfD in diesem Wahlkampf. Heftig wurde innerhalb der AfD über die Plakatmotive gestritten. Den einen gingen sie nicht weit genug, den anderen waren sie zu frech. Bei diesem Plakat fragt man sich allerdings, für was es wirbt: für eine Partei oder für ein Saufgelage auf dem Wasen bzw. dem Oktoberfest. In Stuttgart kommen diese Trachten nur zum Einsatz, wenn sich junge Frauen hoffnungslos betrinken wollen. Dann trauen sie sich was. Vielleicht ist das auch die dahinter stehende Botschaft: Nur mit hohem Alkoholanteil im Blut ist diese Partei zu ertragen.

Kaum zu ertragen sind die rassistischen Botschaften, die sie mit ihren Plakatmotiven verbreitet, sei es, die deutsche Frau solle neue Deutsche hervorbringen (blonde Frau mit Schwangerschaftsbau) oder die Deutschen lieben Bikinis und keine Burkas.

In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit

Den Stadtflaneur beschleicht ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis, schaut er auf die Plakate der SPD. Er sieht eine junge Frau, die im Blaumann an einer Maschine lehnt, eine ältere Dame, Seite an Seite mit ihrer Tochter, dazu jede Menge Kinder und Slogans wie „Damit die Rente nicht klein ist, wenn die Kinder groß sind“. Warum, so fragt er sich, hat man nicht einfach die Kampagne von vor vier Jahren recycelt? Damals hieß es: „Für ein Alter ohne Armut“, „Für mehr Kitaplätze“

Seit Jahren ist die Rede davon, dass Parteien sich professioneller vermarkten müssten. Dass sie sich ein Beispiel an den Konsumgüterherstellern nehmen sollten, die akribisch ihre Markenkerne und Zielgruppen analysieren und daraufhin ihre Kampagnen abstellen. Doch der Politikbetrieb scheint davon wenig anzunehmen. Ob Flüchtlinge, innere Sicherheit oder die Zukunft des Diesels: Die Bedürfnisse und Sorgen der Wähler bleiben in der Kommunikation weitgehend außen vor.

Die SPD fordert auf ihrem Plakat mit dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz: „Die Zukunft braucht neue Ideen und einer der sie durchsetzt“. Allerdings wagt sie in ihrer Kampagne selbst kein Risiko. Sie hat die Hamburger Werbeagentur KNSK beauftrag, ihre Werbekampagne zu gestalten. Einige Plakate scheinen auf einen anderen Auftraggeber hinzudeuten: Die Vereinigung der Zahnärzte.

SPD Wahlkampfplakat Familienpolitik

Wird fortgesetzt

In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Maximal schwammig

Wahlplakat GrüneDie Grünen haben 2016 eine eigene Werbeagentur für den Wahlkampf gegründet: „Ziemlich beste Antworten“. Zugegeben, ein witziger Titel. Aber ist es wirklich geschickt, sich Werbefachleute aus den eigenen Reihen zu holen? Was ist mit Betriebsblindheit?
Zwei Beispiele aus dem Bereich Umwelt, für die sich diese Partei besonders kompetent erklärt, seien exemplarisch herausgegriffen:
Ein abgewandelter Spruch: „x ist nicht alles aber ohne x ist alles nichts“. Nicht sehr originell, mit einer beliebigen Aussagekraft.

Wahlplakat GrüneNoch schwammiger ist die Aussage, die „Ziemlich beste Antworten“ der Spitzenkandidatin Karin Göring-Eckardt untergeschoben haben: Hier wird „Handeln“ als Klimaziel definiert. Die Autoindustrie handelt auch. Die chemische Industrie handelt auch …
Kann’s auch ein bisschen konkreter sein, Frau Göring-Eckardt, mag man ihr da zurufen.

Wird fortgesetzt