Archiv der Kategorie: Themen & Thesen

Kick oder Kack
„Tansgeräte“

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Die Frankfurter Allgemeine veröffentlichte die Tage einen Text zum Thema künstliche Intelligenz und der populären Vorzeigedisziplin „Sprach“erkennung. Die Rede ist von Alexa, Siri und Cortana, Stimmen, die die Funktion bestimmter Geräte erweitern. Entsprechend einer Studie der Unesco seien diese Stimmen mittlerweile für viele Menschen ein Gesprächspartner, mit dem sie mehr sprächen, als mit echten Menschen. „Gesprächspartner“, heißt es, nicht Partnerinnen, obwohl es sich um weibliche Stimmen mit weiblichen Vornamen handelt.

Die Geräte, aus denen die Stimmen erklingen, werden aufgrund dieser Stimme personalisiert und bekommen ein Geschlecht? Mit der weiblichen Stimme in einem sächlichen („es“) oder männlichen („er“) Körper müsste es sich genau genommen um „Transgeräte“ handeln. Aber das führt zu weit.

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Social Media
Plastik

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An anderer Stelle habe ich über den Zusammenhang zwischen sozialen Medien und öffentlicher Meinung geschrieben und eine Studie erwähnt, die sich damit befasste, wie Meinungsklima mit Hilfe von Social Bots innerhalb der sozialen Medien verändert wird. Im Zusammenhang mit den Ende Mai anstehenden Europawahlen wird wieder häufiger über dieses Thema gesprochen. Dabei wird das Verhältnis zwischen öffentlicher Meinung und sozialen Medien so verstanden, dass vor allem der Einfluss von facebook, Twitter und Co. auf die „wirkliche Wirklichkeit“ problematisiert wird. Im folgenden möchte ich einen anderen Aspekt von Meinung in sozialen Netzwerken behandeln. Es geht um die Veränderung von Meinungen im Laufe der Zeit.

Nachgespürt werden soll dem Umstand, wie und wann sich das Verhältnis der Nutzerinnen und Nutzer zu „Plastik, Plastikverpackung und Plastikmüll“ verändert hat.

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Hörspiel
Guter Rat. Ringen um das Grundgesetz

Das Grundgesetz ist gut und wichtig. Die Erinnerung daran ist es sicherlich auch. Aber die Feierlichkeiten selbst neigen doch oft zur Langeweile. Eine ausgesprochen positive Ausnahme stellt ein Hörspiel dar, dass in der Nacht vom 23.05.2019 beim Deutschlandfunk gesendet wurde.

Mit Texten von Terézia Mora, Özlem Dündar, Georg M. Oswald, Frank Witzel

Bearbeitung: Philip Stegers und Benjamin Quabeck

Historische Beratung: Michael M. Feldkamp

Regie: Annette Kurth, Petra Feldhoff, Claudia Leist, Benjamin Quabeck, Thomas Leutzbach

Herbst 1948. In der großen Lichthalle des Zoologischen Museums in Bonn versammeln sich 66 Männer und vier Frauen: die Mitglieder des Parlamentarischen Rates. Ihre Aufgabe: das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ausarbeiten. Hörspiel in acht Teilen, zu hören in unserer Dlf-Audiothek.

Jetzt hören auf Deutschlandfunk

So geht investigativer Journalismus

Redakteure der Süddeutschen Zeitung erklären Hintergründe zum Stache-Video
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Die beiden Redakteure Bastian Obermayer und Frederik Obermaier von der Süddeutschen Zeitung beantworten in einem Video Leserfragen zu den Hintergründen ihrer Recherche zum Strache-Video. Gleichzeitig lernt der Zuschauer, wie verantwortungsvolle Journalisten mit dem ihnen angebotenen Material umgehen.

I love EU
Arbeitnehmerrechte

Ausgangspunkt für die heute vom Europäischen Gerichtshof – EuGH – getroffene Entscheidung, die Konsequenzen für die Beschäftigungsverhältnisse in der ganzen EU hat, ist eine Klage der spanischen Gewerkschaft CC.OO vor dem spanischen „Nationalen Staatsgerichgshof“ – der Audiencia Nacional – auf Feststellung der Verpflichtung der Deutschen Bank, ein System zur Erfassung der von deren Mitarbeitern geleisteten täglichen Arbeitszeit einzurichten. mehr…

Kick oder Kack
Ungoogleability

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Von der nordamerikanischen Autorin Linda Besner stammt der Begriff der „Ungoogleability“. Sie bezieht sich damit auf einen Umstand, der sich über die Eingabe in der Suchmaschine nicht klären läßt und einem Impuls folgt, der aus der Erfahrung entstanden ist, dass vieles, was man nicht weiß, Klärung findet, nachdem man es „gegooglet“ hat. Dass letztlich nie Google selbst die Unwissenheit beseitigt, sondern der Inhalt einer oder mehrerer in der Ergebnisliste präsentierten Internetadressen, ist (für Google) nebensächlich. 

Was sind aber Fragen, die ungooglebar in dem Sinne sind, dass nach ihnen zwar gesucht, ein (klärendes) Ergebnis aber nicht erwartet werden kann?

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Zwischenruf
Geht’s noch?

Genderwahn

 

In einem Artikel der TAZ vom 8. Mai 2019 über „Crowdworking“ (Arbeiten über eine IT-Plattform vermittelt) schlägt sich der ganze Genderwahn im derzeitigen Umgang mit der deutschen Sprache nieder. Die TAZ hat nicht nur Männer und Frauen im Blick sondern auch die sexuell Unentschlossenen, die sie mit einem * in ihre Texte schmuggelt. So werden aus Leserinnen und Leser „Leser*innen“.

In dem Artikel über Crowdworking wird der Stern (auch Gender Star genannt oder mittels eines Unterstrichs, „Gendergap“ gekennzeichnet) durch einen Doppelpunkt ersetzt. Aus Konsument*innen (Konsument_innen) wird Konsument:innen.

Damit aber nicht genug:
diese Form wird auch englischen Begriffen übergestülpt, die damit zwangseingedeutscht werden. So wird aus Crowdworker (das im Englischen ein Neutrum ist) flux ein Crowdworker:innen. Das ist nun völlig schräg, wenn man neutrale englische Begriffe gendert. Ebenso kommen in dem Artikel die „Gigworker:innen“ vor, also Menschen, die sich ihre Arbeit über eine Online-Plattform vermitteln lassen, diese aber dann offline absolvieren, zum Beispiel Lieferdienste.

Da frage ich mich: Haben wir nicht wichtigere Probleme zu lösen als dieses? Die Handvoll sexuell Unentschlossenen versuchen die Diskussion zu dominieren. Aber gibt es nicht Minderheiten, die es viel nötiger hätten, in den Blick genommen zu werden, wie z. B. die Menschen mit Beeinträchtigungen? Leider habe die keine so wirkmächtige Lobby.

Internettrolle und globale Gesundheit

Indianlady

Junaid Nabi forscht unter anderem zu Themen der öffentlichen Gesundheit. Jetzt hat er einige Ergebnisse veröffentlicht über den Einfluss der sozialen Netzwerke nicht auf politische Entscheidungen, sondern auf die Bereitschaft der Menschen in so genannten Schwellenländern, sich impfen zu lassen oder moderne Medikamente einzunehmen.

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Datenkraken
Was passiert mit meinen Daten?

Auf die OhrenFür die Recherche zu ihrem Buch Die Daten, die ich rief forderte Katharina Nocun ihre Daten bei zahlreichen Unternehmen an und ließ diese auswerten. Dabei erfuhr sie mehr über sich selbst, als ihr lieb war. Im Vortrag in der Stadtbibliothek, auf Einladung des Chaos Computer Clubs, zeigt sie wie Banken, Firmen und Behörden Algorithmen nutzen, um unsere Zukunft vorherzusagen und wie Geheimdienste darum wetteifern wer uns am effektivsten überwacht und durchleuchtet.

Einen Bericht von der Veranstaltung findet sich im Blog der Elster.
Vom Vortrag hat die StaBi einen Podcast eingestellt. Empfehlung: Podcast runterladen und ab auf die Ohren!