Schlagwort-Archive: Corona

Protest organisieren

Protestieren

Heute reicht es nicht mehr, die Flugblattpresse anzuwerfen, um für eine Demonstration zu werben. Auch Plakate erzielen nicht die gewünschte Reichweite. Wenn man sich die Demonstrationen zu „Black lives Matter“ und auch zu der jüngsten Corona-Demonstration ansieht, so wird schnell klar, die Mobilisierung erfolgt über Internetplattformen. Bei „Black lives Matter“ fand die Mobilisierung über die Instagram-Kanäle bekannter Mode-Influencerinnen statt. (Siehe z. B. hier).

Michael Ballweg, Kopf der Bewegung „Querdenken 711“ nutzt seit Beginn seiner Kampagne das Internet zur Mobilisierung. Und er verbreitert geschickt seine Basis: mehr…

Die VIELEN Baden-Württemberg
Ein Statement aus aus aktuellem Anlass

Die Vielen
Die AnStifter unterstützen Die Vielen. Sie wandten sich 2018 an die Öffentlichkeit. DIE VIELEN wollten damit den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen zum Ausdruck bringen. Angesichts der Corona-Krise wenden sie sich erneut an die Öffentlichkeit:

Wir, Die VIELEN Baden-Württemberg, nehmen die Ängste und Sorgen vor den ökonomischen Folgen der Pandemie sehr ernst. Gerade viele Kulturschaffende und Künstler*innen sind zum Teil in existentielle Not geraten. Wir sehen es dennoch als eine unserer Hauptaufgaben an, kritisch zu hinterfragen, warum die Reaktionen auf die Pandemie bereits existierende Ungleichheiten, Rassismus und diffuse Verschwörungsmythen offen legen. Diffuse Behauptungen und Rassismus dürfen keinesfalls die Antwort auf die Herausforderungen der Pandemie sein. Auch den “Normalzustand” wiederherzustellen ist nicht das Ziel, denn die Unsicherheit und die z.T. prekären Arbeitsbedingungen existierten bereits bei vielen Kulturschaffenden vor der Krise. Vielmehr müssen wir die Strukturen des Kunstbetriebs grundlegend neu verhandeln. mehr…

New York Times
Eine Titelseite wie keine andere

New York Times Titelliste
Titel vom 24. Mai 2020

Als sich die USA 100.000 Todesfällen durch das Coronavirus nähern, wollten die Redakteure den düsteren Meilenstein markieren. Anstelle der Artikel, Fotos oder Grafiken, die normalerweise auf der Titelseite der New York Times erscheinen, gab es am Sonntag nur eine Liste: eine Liste von Menschen, die ihr Leben durch die Coronavirus-Pandemie verloren haben. Die Namen wurden aus Hunderten von US-Zeitungen entnommen.
Mittlerweile führt die USA die Liste der Staaten mit den meisten Coronafällen (1.643.500), gefolgt von Brazilien (363.211), Russland (353.427) und Großbritanien (260.916). Alles Staaten mit rechtspopulistischen / autokratischen Regierungen. Alle werden von Männern regiert, die bereit sind, die Wirklichkeit als optional zu betrachten. Sascha Lobo ist in einer seiner letzten Kolumne ausführlich darauf eingegangen.

Corona
Maske – Abstandsregel – CoronaApp

Peter Grohmann mit Maske
Venceremos!

Der Ehrenvorsitzende der Anstifter trägt sie. Er hält sich an die Abstandsregeln, auch am 1. Mai. Aber eine App auf seinem Smartphone? Eines ist sicher:
„Ohne Social Distancing, Hygieneoffensive und Maskenpflicht ist eine App ungefähr so nützlich wie das Foto eines Wagenhebers im Kofferraum, wenn man einen Platten hat“, schreibt Sascha Lobo so treffend in seiner neuesten Kolumne.

Kapitalist sein
Lohnt es sich, jetzt einen Supertanker zu kaufen?

Würde es sich vielleicht lohnen, einen Öltanker zu kaufen, ihn mit billigem Öl zu füllen und später gewinnbringend zu verkaufen? Ja, wer kann heute schon sagen, wie lange das mit dem Journalismus noch so weitergeht? Hier ist unser wahrscheinlich unvollständiger und definitiv inkompetenter Ausflug ins Geschäft der Öl-Lagerung

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Der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP)
Maskenpflicht im Rahmen der Covid-19-Pandemie ist sinnvoll

Der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) befürwortet die Pflicht zum Tragen eines einfachen Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr im Rahmen der Covid-19-Pandemie. Die Lungenärzte sprechen sich auch für eine derartige Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen aus!

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Covid-19
Infektionsherd Zoo?

Tatsächlich dringen zoonotische Erkrankungsfälle in Zoos nur selten an die Öffentlichkeit. Dass es sie gleichwohl und unvermeidbarerweise gibt, bestätigte ein Zootierarzt vor dem Landgericht Augsburg: während seiner Dienstzeit im örtlichen Zoo habe es bei den Affen eine offene und hochansteckende Tuberkulose gegeben, gegen die die Zooleitung nicht beziehungsweise nicht angemessen vorgegangen sei; sogar ein Tierinspektor sei seinerzeit mit TBC infiziert worden. Ehemalige Zoo-Mitarbeiter sprechen insofern von immer wieder auftretenden „Seuchen“, bei denen vor allem darauf geachtet werde, dass die Öffentlichkeit nichts erfährt.

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Kuscheln nein – soziale Kontakte ja

Social distancing

Mit Blick auf die Kontaktverbote angesichts der Corona-Pandemie hat das deutsche PEN-Zentrum an Politik und Medien appelliert, auf den Ausdruck „soziale Distanz“ zu verzichten.

Er könne durch „physische Distanz“ oder „körperlicher Abstand“ ersetzt werden, sagte PEN-Präsidentin Regula Venske. „Soziale Distanz“ klinge wie ein Begriff aus dem Wörterbuch des Neoliberalismus, führte die Schriftstellerin aus: „Wir alle aber wissen, dass jetzt soziale Nähe gefragt ist: Kooperation, Verantwortung füreinander.“ Es gebe sicherlich derzeit dringlichere Probleme, als Worte auf die Goldwaage zu legen, betonte Venske, aber Sprache präge des Denken und Verhalten der Menschen. Im Englischen bedeute das Wort „social“ heute vor allem „gesellig“ und erst in zweiter Linie das, wofür „sozial“ im Deutschen stehe, nämlich für gesellschaftliche Werte wie Gemeinsinn und Solidarität.

Quelle: Pen-Pressedienst