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Stuttgarter Friedenspreis 2018 für Emma González

Emma GonzálezDer Stuttgarter FriedensPreis der AnStifter 2018 geht an die US-amerikanische Schülerin Emma González. Mit einem Stimmanteil von 33,5 Prozent, landet sie eindeutig auf dem ersten Platz der Abstimmung zum zweiten Wahlgang.

English version: Stuttgarter Peace Prize 2018 – press release (.pdf)

„Emma González repräsentiert eine neue, junge Generation, die sich gegen einen staatlich tolerierten Missbrauch von Jugendlichen, als Objekte der Waffenindustrie, zur Wehr setzt“, bewertet Annette Ohme-Reinicke, die Vorsitzende der AnStifter, die Entwicklung in den USA. „Emma González und ihre Mitstreiter/innen haben Worte für die oft tödliche Verflechtung von Politikern und Waffenverkäufern gefunden und dies angegriffen. Diese Jugendlichen haben nicht nur ihre eigenen TodesÄngste zum öffentlichen Thema gemacht, sondern auch den Vielen eine Stimme gegeben, die unter Waffengewalt leiden. Mit ihren Aktionen des zivilen Ungehorsams kündigten sie an, dass jetzt eine Generation die öffentliche Bühne betreten hat, die der Propaganda ‚mehr Sicherheit durch Waffen’ nicht mehr folgt, sondern widerspricht und politische Veränderungen fordert. Das lässt hoffen.
Emma González repräsentiert damit auch das ‚andere Amerika’: Das Amerika jener starken Zivilgesellschaft, die sich jetzt verstärkt gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit oder jüngst den staatlich verordneten Missbrauch kleiner Kinder zur Abschreckung möglicher Migranten erfolgreich wehrt.“

Wahlstatistik Stuttgarter Friedenspreis 2018
Über Emma González

Emma González überlebte das Schulmassaker von Parkland am 14. Februar 2018 in der Marjory Stoneman Douglas High School (MSD). Als Reaktion auf die Schießerei gründete sie mit anderen Mitschülern die Organisation Never Again MSD, die für eine stärkere Kontrolle des Schusswaffenbesitzes mit verschärften Waffengesetzen und gegen den politischen Einfluss der NRA in den USA eintritt. Emma González wird inzwischen als „das Gesicht der Schülerproteste“ bezeichnet. Beifall erhält sie dafür, dass sie daran erinnert, dass die National Rifle Association (NRA) mehr als 30 Millionen Dollar für die Wahl Trumps zum Präsidenten gespendet hat. „Shame on you“ – Schande über euch, ruft sie an die Adresse von Trump und allen anderen Politikern, die regelmäßig Geld von der Schusswaffenlobby bekommen. Emma González will, dass das ganze Land die Videos von den Schüssen, den Schreien und dem Sterben im Klassenzimmer sieht: „Falls ihr das braucht, um zu verstehen, was wir durchgemacht haben.“

Beim March for our Lives, einem von Never Again MSD angeführten und organisierten weltweiten Massenprotest gegen Waffengewalt, trat Gonzáles am 24. März 2018 während der Hauptveranstaltung am 24. März auf und hielt eine beeindruckende Rede.

Der Stuttgarter Friedenspreis

Seit 15 Jahren zeichnen die AnStifter Menschen und Projekte aus, die sich in besonderer Weise für „Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität“ einsetzen. Der Preis ist mit 5000 € dotiert. Der diesjährige FriedensPreis wird am 2. Dezember 2018 im Rahmen einer FriedensGala im Theaterhaus überreicht.

March for our Lives – einige Eindrücke des Protests gegen Waffengewalt

March For Our Lives in Pittsburgh on March 24, 2018.
Hunderttausende Menschen haben beim March for our Lives letzten Samstag in den USA für ein schärferes Waffenrecht demonstriert und sich mit den Opfern des Parkland-Schulmassakers solidarisiert. Foto: Mark Dixon (CC BY 2.0)

Naomi Wadler, 11 Jahre alt, aus Alexandria, Virginia: „I Speak for Black Girls Victimized by Guns Whose Stories Don’t Make the Front Page“
Edna Chavez, eine 17-jährige Schülerin aus Angeles: “I Learned to Duck Bullets Before I Learned to Read”
Emma Gonzales, die 17-jährige Überlebende der Schießerei von Parkland: „Kämpft für euer Leben, bevor sich jemand anderes darum kümmern muss.“ (deutsche Übersetzung ihrer Rede auf jetzt.de)

Yolanda King, die neunjährige Enkelin des Bürgerrechtlers Martin Luther King: „Mein Traum ist eine waffenfreie Welt“

Hier geht es direkt zu den Reden der Schüler bei der Großdemo in Washington: www.democracynow.org/2018/3/26/one_life_is_worth_all_the.