Udo Sürer
Die Würde der Opfer und die „Ehre“ des alten Soldaten

Mo, 30. Mai 2016, 19:30 Uhr
Volkshochschule Konstanz-Singen, Katzgasse 7, 78462 Konstanz
Veranstalter: VVN-BDA, Stadt Konstanz, Friedensinitiative Konstanz, Stolpersteine Konstanz & Querwege
Wichtiges:

Der Lindauer Rechtsanwalt Udo Sürer ist seit Mai 2015 Ehrenbürger der nordtoskanischen Gemeinde Fivizzano in der Provinz Massa-Carrara. Im Bergdorf Vinca di Fivizzano wurde am 24. August 1944 ein Massaker an 174 Zivilisten verübt. Tage zuvor wurden im benachbarten Dorf San Terenzo-Monti bereits 160 Zivilisten durch die gleiche Einheit der SS ermordet.

Von seinem Vater wusste Udo Sürer nur, dass er als Soldat der Waffen-SS im Herbst 1944 in der Nähe von Bologna sein Bein verloren hat. 2002 begann er seine Recherche nach der Kriegsgeschichte seines Vaters. Zuletzt hat der Vater als Unterscharführer in der Aufklärungsabteilung 16 unter dem Kommando des Waffen-SS-Majors Walter Reder gedient. Udo Sürer begab sich an die Orte, der von der Einheit seines Vaters an der Zivilbevölkerung Italiens begangenen Massaker und nahm ab 2004 regelmäßig an den jährlichen Gedenkfeierlichkeiten teil.

Udo Sürer referiert in der Veranstaltung über die Geschichte seines Vaters, seine Spurensuche und das gemeinsame Gedenken mit den Opfer in Italien. Es ist auch eine persönliche Familiengeschichte – nicht unüblich vieler in den Nachkriegsjahren und zwischen den Generationen in Deutschland.

Diese wirkt bis heute: Nach der Verleihung seiner Ehrenbürgerschaft wurde der Lindauer Udo Sürer anonym angefeindet, weil er seinen Vater in den Schmutz ziehe.

Verschlagwortet mit: Italien, Krieg & Frieden, Kriegsverbrechen, Nationalsozialismus

Über Fritz Mielert

Fritz Mielert, Jahrgang 1979, arbeitete von 2013 bis 2017 als Geschäftsführer beim Bürgerprojekt Die AnStifter in Stuttgart. Davor betreute er ab 2011 bei Campact politische Kampagnen im Spektrum zwischen Energiewende und Vorratsdatenspeicherung, engagierte sich in der AG Antragsbearbeitung der Bewegungsstiftung, baute ab 2010 maßgeblich die Parkschützer als eine der wichtigsten Gruppierung im Protest gegen Stuttgart 21 auf und war ab 1996 mehrere Jahre ehrenamtlich bei Greenpeace aktiv.

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