Schlagwort-Archive: Palästina

»Ich habe einen so systematischen Versuch zur Beeinflussung des Bundestags noch nicht erlebt« – Recherche des „Spiegel“

Von Sönke Hundt, Erstveröffentlichung: Nahost-Forum Bremen am 13. Juli 2019

Der Spiegel v. 13. Juli 2019 (leider hinter einer Bezahlschranke) hat sich an seine alten Tugenden erinnert und gründlich über ein heikles Tabu-Thema recherchiert. In einem großen Artikel, verfasst von sechs Redakteuren (Matthias Gebauer, Ann-Katrin Müller, Sven Röbel, Raniah Salloum, Christoph Schult, Christoph Sydow) wird zusammengetragen und erfragt, welches die Hintergründe für die jüngsten Anti-Antisemitismus- und Anti-BDS-Beschlüsse im deutschen Bundestag und die offenbar erfolgreiche Lobby-Arbeit von zwei Pro-Israel-Organisationen gewesen sind. mehr…

Gaza – Ein Konflikt, bei dem es keine Gewinner gibt

#جديد زحمة يا دنيا زحمة أزمة يا غزة أزمة عدوية غزة

Der Youtube-Kanal des Rappers Khalaf

Al-Mokh ist ein unerschrockener Kritiker der Hamas, die Israel und einige westliche Staaten als Terrororganisation einstufen und die den Gazastreifen autoritär führt. Mehr als 20-mal hat die Hamas Khalaf wegen seiner kritischen Äußerungen festgenommen. mehr…

Nur gemeinsam kann es gehen!

“Prayer of the Mothers” ist ein Lied der Sängerin und Liedermacherin Yael Deckelbaum. Es entstand zusammen mit Frauen der Bewegung „Women Wage Peace“, die sich für eine friedliche und gewaltfreie Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes einsetzen. Die Bewegung bringt seit ihrem Entstehen im Sommer 2014 während der Eskalation des Konfliktes in Gaza, bei dem über 2.200 Menschen starben, Frauen aller Religionen und aus allen Nationen zusammen, um einen wahrhaftigen Dialog zur Beendigung von Krieg und Gewalt in Gang zu bringen und einen neuen Geist für Hoffnung und fundamentalen Wandel zu erwecken, der nur mit der alles umfassenden Kraft von Frauen, dem Mütterlichen, dem Bewahrenden und Nährenden, geschaffen werden kann.
Quelle: Pressenza

Yael Deckelbaum – eine beeindruckende Sängerin und Friedensaktivistin

Yael Deckelbaum mit Band
Foto: © M. Seehoff

Die Position Israels auf der Weltbühne ist derzeit nicht die einfachste. Daher war es besonders beeindruckend, dass die preisgekrönte israelisch / kanadische Singer-Songwritering Yael Deckelbaum am 19.7.2018 zu Gast beim Sommerfest der Kulturen in Stuttgart auftrat.

Unterstützt von fünf musikalischen Powerfrauen bringt Yael Deckelbaum ihre politische Botschaft in griffigen Songs voller Empathie unters Volk. Yael Deckelbaum ist nicht nur Musikerin sondern auch Aktivistin. Ihre Berufung als Aktivistin fand sie in den Jahren 2015 – 2016. Sie initiierte die soziale, musikalische Reise „The Road Home“ zusammen mit der Protestführerin Daphni Leef. Die beiden Frauen fuhren mit einer Crew von 20 Personen für 45 Tage durchs ganze Land, um die Stimmen der guten Leute von Israel zu dokumentieren. Sie steht mit der Organisation „Frauen wagen den Frieden“ an der Spitze einer Friedensbewegung, die sich über die ethnischen Grenzen hinweg für den Frieden unter alle Menschen in der Region Palästina einsetzt.

Die Botschaft von Versöhnung und Ausgleich wird teils nicht verstanden

Angesichts der Botschaften der Versöhnung und des Ausgleichs aller in Palästina lebenden Menschen und ihrem Ziel, Konflikte zu entschärfen, aufeinander zuzugehen, mutet eine Gruppe Frauen auf dem Marktplatz fast schon anachonistisch an. Auf ihren roten T-Shirts fordern sie den Boykott Israels. Diese Forderung widerspricht den Ansichten der sechs Musikerinnen auf der Bühne und ist sicher auch nicht im Sinne des Veranstalters, der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen bringen und nicht ausgrenzen will.

Kinder und Frauen sind die Hauptleidtragenden von Krieg, davon singt Yael Deckelbaum

Immer wieder rücken die Musikerinnen die Mütter und die Kinder ins Zentrum ihrer Lieder. Sie sind es, die die Hauptlast der Kriege zu tragen haben, die unter Hass, Gewalt und Ausgrenzung besonders leiden nicht nur in Palästina und Israel sondern weltweit.

Den Song „Prayer of The Mothers“ schrieb Yael Deckelbaum für den „March of Hope“: Tausende von jüdischen und arabischen Frauen marschierten aus dem Norden Israels nach Jerusalem mit der Forderung nach Frieden. Das Lied hat die Botschaft des „Marsches der Hoffnung“ in die ganze Welt getragen und hat viele universelle Frauenbewegungen inspiriert. Diese Hoffnung ist dieses Jahr auch in Stuttgart angekommen.

Das Sommerfestival der Kultuen findet bis einschließlich Sonntag, 22.8.18 auf dem Marktplatz der Stadt Stuttgart statt. Vom Auftaktkonzert berichtet die Elster in ihrem Nest.

Scharfschützen bei Maischberger

Der „Welt“-Journalist Alan Posener erklärte am 16.5.18 bei „Maischberger“ die Erschießung von Palästinensern im Gaza-Streifen durch israelische Scharfschützen sei völlig in Ordnung. Denn: „Es gibt ja mittlerweile Bilder derjenigen, die erschossen worden sind von israelischen Scharfschützen und mindestens zwanzig von denen sind bekannte Hamas-Führer, die natürlich genau das [den „Marsch der Rückkehr“] probiert haben. Natürlich kennt die israelische Armee und der Geheimdinest diese Leute sehr genau und die Scharfschützen schießen einfach nicht jeden Turnschuh tragenden Palästinenser“. – Der Mann vertritt im deutschen Fernsehen die Auffassung, dass es legitim sei, Menschen ohne irgendein Gerichtsverfahren zu erschießen. Was Recht und wer „schuldig“ ist, entscheiden Scharfschützen, Gerichtsverfahren braucht man nicht, bestraft wird durch Exekution und das sei in Ordnung. Er sagt dies, ohne dass einer der Fernsehgäste, geschweige denn die Moderatorin, vehement widerspricht. Das ist ein Skandal.

Seit dem 30.3. wurden im Gaza-Streifen mindestens 113 Palästinenser, darunter 15 Kinder, von Scharfschützen erschossen und etwa 3500 Palästinenser angeschossen. Letzten Montag schossen die Sniper einer Gruppe von 19 Ärzten und Sanitätern, die sich jenseits der Proteste aufhielten, gezielt in Knie und Oberkörper. Der Kanadier Tarek Loubani, Arzt und Professor in Ontario, war der erste, den Kugeln ins Knie trafen. Selbst der kanadische Premierminister protestierte gegen diese und die Gewalt an unbewaffneten Demonstranten. Loubani berichtet über die Ereignisse im Interview: