Schlagwort-Archive: Auschwitz-Appell

Die Geschäfte mit der Gedächtniskultur

Durch kalte Länder
Der Jüdische Friedhof, Gedenkstätte Theresienstadt. (picture-alliance / dpa / Petr Svarc)

Es ist eine groteske Geschichte, die in dem zweiteiligen Hörspiel „Durch kalte Länder“ erzählt wird. Und sie regt an, auf ganz andere Art und Weise über unseren Auschwitz-Appell nachzudenken. Das Hörspiel beginnt in einer fiktiven, postsozialistischen Wirklichkeit in Theresienstadt. mehr…

Auschwitz-Appell
Landespressekonferenz am 27. Januar 2020

Landespresseschau

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau stellen die AnStifter einen Appell vor, der die Bundesregierung auffordert, dauerhaft die Gedenkstätten in Auschwitz-Birkenau durch finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die AnStifter befürchten, dass die Gedenkstätten und die Museen existenziell bedroht sein könnten. Angesichts dieser Gefahr haben die AnStifter den „Auschwitz-Appell“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
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Yad Vashem, den 23. Januar 2020
Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier

בָּרוּךְ אַתָּה יְיָ אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הַעוֹלָם שֶׁהֶחֱיָנוּ וְקִיְּמָנוּ וְהִגִּיעָנוּ לַזְּמַן הַזֶּה׃

„Gepriesen sei der Herr, […] dass er mich heute hier sein lässt.“

Welche Gnade, welches Geschenk, dass ich heute hier in Yad Vashem zu Ihnen sprechen darf. Hier in Yad Vashem brennt die ewige Flamme der Erinnerung an die Toten der Shoah. Dieser Ort erinnert an ihr millionenfaches Leid.

Und er erinnert an ihr Leben – an jedes einzelne Schicksal.

Dieser Ort erinnert an Samuel Tytelman, ein begeisterter Schwimmer, der bei Makkabi Warschau Wettkämpfe gewann, und an seine kleine Schwester Rega, die ihrer Mutter beim Kochen für den Schabbat half.

Dieser Ort erinnert an Ida Goldiş und ihren dreijährigen Sohn Vili. Im Oktober wurden sie aus dem Ghetto Chișinău deportiert, und im Januar, in bitterster Kälte, schrieb Ida ein letztes Mal an ihre Eltern und an ihre Schwester: „Ich bedaure aus tiefster Seele, dass ich beim Abschied die Bedeutung des Augenblicks nicht erfasste, […] dass ich Dich nicht fest umarmt habe, ohne loszulassen.“

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