Der Kommentar zur Macht

George Herbert Walker Bush, Vater des immer noch nicht angeklagten Kriegsverbrechers George Walter Bush, soll von Klein auf ein eher feindliches Verhältnis zu seiner Umwelt gehabt haben, vor allem wenn er es mit einem dem Blumenkohl verwandten Gemüse zu tun hatte. George Bush, als er in den Jahren 1989-1993 der 41. Präsident der USA war, soll irgendwann wieder vor einem Teller mit Brokkoli gesessen haben, worauf er in seiner charmant amerikanischen Art gesagt haben soll: verdammt noch mal, wozu bin ich Präsident der Vereinigten Staaten, wenn ich dieses Zeug immer noch essen soll. Seine Beziehung zu dem besagten Kreuzblütengewächs, machte Vater Bush auch noch einmal auf einer Pressekonferenz am 22.März 1990 deutlich, als er sagte: „I do not like broccoli. And I haven’t liked it since I was a little kid and my mother made me eat it. And I’m President of the United States and I’m not going to eat any more broccoli“ (zitiert nach Wikipedia). Aus dem Schwedischen Königshaus dringt nun ein Duft in die Welt, der dem nach gegartem Kreuzblütengewächs ähnelt und das Ergebnis gewisser „Praktiken“ von König Carl Gustaf ist, der für die eine oder andere Dame nur das in die Praxis umsetzten wollte, was ganz Schweden ständig forderte: einen Monarch zum Anfassen. Über das Wohin, Wann, Von Wem und Wie Oft wollte „Kalle“ auf gutbürgerliche Art aber selbst entscheiden. Und das nimmt man ihm jetzt krumm. In Schwedens Königshaus „menschelt“ es zu sehr, wenn man dem „Adelsexperten“ Rolf Seelmann-Eggebert glaubt, der der Überzeugung ist, dass die Monarchen erst durch Skandale menschlich werden. In der Menschwerdung geht dem Monarchen, so zumindest eine Folgerung aus der Äußerung von Seelmann-Eggebert, also nicht der Affe, sondern das Schwein voraus. Eine Ansicht, die ich persönlich nicht teile. Ebenso wenig, wie ich den Ärger über Carl Gustav verstehe. Ja, meingott, warum wird denn einer König oder Präsident, wenn er weiterhin Brokkoli essen muss oder sich nicht an „spärlich bekleideten Kaffemädchen zum Dessert“ erfreuen darf? 
Es ist doch nur verständlich, dass die „meisten“ heute weder Präsident, König noch Kanzlerin werden wollen. Und für die „wenigen“ empfehle ich, angesichte der Undurchschaubarkeit ihrer Motive, Helmpflicht – allerdings nicht für sie, sondern für diejenigen, die wir sie ertragen werden müssen oder im Moment ertragen.(bk)

Über Peter Grohmann

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d‘ Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist,
Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern.
Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht.
Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern.
Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz