Arne Hornung aus Bogotá
1. Bericht

arnehornung20090730

Arne Hornung hat seinen ersten Bericht aus Kolumbien gesendet. Er war im August 2009 Gast bei uns im Radio. Sein Aufenthalt in Bogotá wird von den AnStiftern gefördert. In Zusammenarbeit mit dem kolumbianische Foro Joven wird er ein Jahr in einem Projekt zur Rehabilitation von Kindersoldaten arbeiten. Das war jedenfalls der Plan. Hier sein Text:

Ich bin gestern Abend gut in Bogotá angekommen. Meine Kollegin Nora und ein Freund von ihr haben mich vom Flughafen abgeholt. Das Haus, in dem ich wenigstens bis zum 15. November wohnen werde, ist ziemlich komfortabel und groß, in einer absolut ruhigen Gegend, nicht weit von der Universidad Nacional. Hier im Haus kommt jeden Tag eine Haushälterin – Ines – eine absolut herzliche Person, sie putzt und kocht hier jeden Tag, auch für uns. Zum einen ist das ein rießiger Luxus, andererseits ist mir das auch etwas unangenehm.
Im Foro Joven hatte ich heute morgen ein Treffen mit Esmeralda, die im Moment die Leitung inne hat. Foro Joven hatte bis August diesen Jahres mit ehemaligen Kindersoldaten gearbeitet. Im Moment läuft in diesem Bereich aber nichts. Aus verschiedenen Gründen: viele der betreuten jungen Frauen kommen nicht mehr, weil sie schwanger sind und außerdem kann das Foro Joven den jungen Männern und Frauen, die das Programm durchlaufen, kein Geld mehr zahlen. Die ehemaligen Kindersoldaten werden außerdem mittlerweile finanziell vom Staat unterstützt. Und ohne die Knete vom Foro Joven blieben die jungen Lente den Angeboten fern. Das Projekt hat also umdisponieren müssen. Jetzt werden Bildungsangebote unterschiedlicher Art in einzelnen Stadtvierteln angeboten, allerdings auch nur noch bis zum 15. November. Dann ist Pause bis zum 15. Januar, weil für diese zwei Monate dann auch kein Geld mehr da sein wird.

Um hier nicht tatenlos rumzuhängen hat uns Esmeralda eine ziemlich spannende Sache gesucht: Nora und ich können in eine indigene Gemeinde in Cauca (Landkarte) gehen. Dort hat Foro Joven eine Außenstelle. Es wird hier Ende November eine von indigenen Frauen organisierte Demowoche geben. Näheres muss ich aber erst noch in Erfahrung bringen.

Heute habe ich mir die Altstadt Candelaria angeschaut – wunderschön – und durfte dort auch gleich die Erfahrung einer ersten Polizeikontrolle erleben. Bin danach genervt rumgelaufen bis ich an einem Platz ankam, wo ich sofort einen sehr interessanten Kunsthandwerker kennengelernt habe. Das hat mir den Tag sehr versüßt.

Arne

Über Peter Grohmann

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d' Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist, Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern. Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht. Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern. Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz

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