Sant’Anna – Gegen das Vergessen

Di, 19. November 2013, 19:30 Uhr
Pausa-Tonnenhalle, Jakobstraße 13, 72116 Mössingen
Veranstalter: kein Veranstalter bekannt
Wichtiges:

Italien 2012 | R: Alvaro Bizzarri | 60 Minuten | OmU

Albrecht Esche und Eberhard Frasch, die den Film in Mössingen zeigen und zur Diskussion stellen, waren mit 35 weiteren Personen vom 3. bis 6. Oktober 2013 in Sant’Anna, um Kontakt zu Überlebenden aufzunehmen und den Ort des Schreckens (inkl. Museum und Gedenkstätte) kennenzulernen.

Am 12. August 1944 wurden ca. 560 Kinder, Frauen und ältere Männer in dem kleinen italienischen Bergdorf Sant’Anna di Stazzema in den Apuanischen Alpen von Soldaten der Waffen-SS grausam ermordet.

Einer der Überlebenden, Enrico Pieri, schrieb Anfang 2013 einen Brief an Bundespräsident Gauck, der diesem von Staatspräsident Napolitano überreicht wurde. Spontan nahm Gauck die Einladung aus Sant’Anna an und besuchte den Ort am 24. März 2013 unter starker Beachtung der italienischen Öffentlichkeit und ihrer Medien.

Am 10. November 2013 erhalten zwei Überlebende des Massakers, Enrico Pieri und Enio Mancini, die sich der Erinnerungsarbeit verschrieben haben, den Friedenspreis des Stuttgarter Bürgerprojekts „DieAnstifter“.

In Italien (wie in Deutschland) bestand nach dem 2. Weltkrieg offensichtlich wenig Interesse an der Aufarbeitung dieses Verbrechens. Erst 1994 wurde der „Schrank der Schande“ zugänglich, in dem die ganzen Dokumente lagen. Der erste Prozess gegen SS-Leute fand 2004 in La Spezia statt und richtete die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Verbrechen.

In all dem stellt sich die Frage, wie heute mit „schwierigen Erinnerungen“ angemessen umgegangen werden kann – nicht nur in Italien, sondern auch in Mössingen.

Über Fritz Mielert

Fritz Mielert, Jahrgang 1979, arbeitete von 2013 bis 2017 als Geschäftsführer beim Bürgerprojekt Die AnStifter in Stuttgart. Davor betreute er ab 2011 bei Campact politische Kampagnen im Spektrum zwischen Energiewende und Vorratsdatenspeicherung, engagierte sich in der AG Antragsbearbeitung der Bewegungsstiftung, baute ab 2010 maßgeblich die Parkschützer als eine der wichtigsten Gruppierung im Protest gegen Stuttgart 21 auf und war ab 1996 mehrere Jahre ehrenamtlich bei Greenpeace aktiv.

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