Prof. Dr. Michael Weingarten
Platons Höhlengleichnis – Tücken, Tricks und Täuschungsabsicht

Sa, 11. November 2017, 10:30 Uhr - 12:00 Uhr
Hegelhaus, Eberhardstraße 53, 70178 Stuttgart
Veranstalter: Die AnStifter
Wichtiges: Kostenbeitrag 8,- Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Es ist wohl das berühmteste Gleichnis in der Geschichte der Philosophie: das Höhlengleichnis, das zusammen mit den beiden vorhergehenden Gleichnissen – dem Sonnen- und dem Liniengleichnis – die Grundstruktur der Politeia markiert. Bedenken sollte aber sofort hervorrufen, dass aus ihm sowohl die Begründung und Rechtfertigung des Philosophenkönigs als auch eine damit verbundenen Erziehungsdiktatur abgeleitet werden. Karl Popper sagt daher völlig zurecht, dass Platon so das Grundmodell aller totalitären Herrschaftsformen entwickelt, deren katastrophale Folgen uns alle seit dem 20. Jahrhundert präsent sein sollten. Deshalb gilt es, die Tricks und Kniffe herauszuarbeiten, mit den uns Platon bewusst täuscht, sowie den Bruch zwischen den ersten beiden Gleichnissen und dem dritten, dem Höhlengleichnis, deutlich zu machen. Dass in dieser Hinsicht die Ideenlehre insgesamt fragwürdig wird, hat Platon selbst bemerkt und in seinem Parmenides-Dialog korrigiert.

Michael Weingarten ist Professor für Philosophie an den Universitäten Stuttgart und Marburg.

 

 

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