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Datenkraken
Was passiert mit meinen Daten?

Auf die OhrenFür die Recherche zu ihrem Buch Die Daten, die ich rief forderte Katharina Nocun ihre Daten bei zahlreichen Unternehmen an und ließ diese auswerten. Dabei erfuhr sie mehr über sich selbst, als ihr lieb war. Im Vortrag in der Stadtbibliothek, auf Einladung des Chaos Computer Clubs, zeigt sie wie Banken, Firmen und Behörden Algorithmen nutzen, um unsere Zukunft vorherzusagen und wie Geheimdienste darum wetteifern wer uns am effektivsten überwacht und durchleuchtet.

Einen Bericht von der Veranstaltung findet sich im Blog der Elster.
Vom Vortrag hat die StaBi einen Podcast eingestellt. Empfehlung: Podcast runterladen und ab auf die Ohren!

Aus allen Wolken gefallen

Die Angst vor politisch motivierten Hackerangriffen greift um sich. Dennoch haben deutsche Parteien, Ministerien und internationale Organisationen Daten auf teils völlig veralteten Servern im Internet gespeichert – und ihre Dokumente damit sehr hohen Sicherheitsrisiken ausgesetzt.

Betroffen sind Cloud-Speicherdienste, ähnlich wie Dropbox. Konkret handelt sich um die Anbieter Nextcloud und ownCloud – deren Kunden ihre Daten auf einem eigenen Server speichern können, aber sich selbst um Updates kümmern müssen.

Eine Warnung, die im Namen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verschickt wurde, wurde ignoriert. Die Grünen benutzten eine stark veraltete Softwareversion, die zahlreiche Angriffsflächen bietet, reagierten aber auf die BSI-Warnung nicht. ….

Die Vorfälle verdeutlichen die Sicherheitsrisiken, die aus sorglosem Umgang der Politik mit den eigenen Informationen erwachsen. Nach den Hackerangriffen in den USA auf die Demokratische Partei und das Umfeld der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und der politisch motivierten Veröffentlichung von dort gewonnenen Informationen hat sich zwar auch in der deutschen Politik das Problembewusstsein verschärft – Parteien haben etwa begonnen, ihre IT-Systeme besser auszustatten. Doch im Alltag hapert es allzu oft an grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen.

Quelle: Spiegel Online vom Montag, 06.03.2017   13:08 Uhr