Sage, was du denkst

„Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht, welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben. Dieses Vorrecht kommt uns von Grund auf zu; und es wäre abscheulich, dass jene, bei denen die Souveränität liegt, ihre Meinung nicht schriftlich sagen dürften.“ Voltaire

Wenn Menschen nicht mehr „an die Politik“ glauben, dann auch deshalb, weil sie (wie Hannah Arendt) ahnen, dass Politik die einzige Möglichkeit ist, die Welt zu verändern. Politik muss mithin mit Handlungsfähigkeit und mit Hoffnung auf eine andere Zukunft zu tun haben. Und damit auch mit Empathie. Im politischen Handeln wird das Mitleid(en) zu Zorn und richtet sich auf die Ursache des Mitleids: die Ungerechtigkeit. Ganz in diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Euch ein hoffnungsfrohes, friedliches, streitbares neues Jahr!

Mo, 15.Januar, 18 Uhr: Die 400. Montagsdemo. Hauptbahnhof. Hingehen, Hinsehen, Debattieren

Do, 18. Januar, 19 Uhr – Mythos 68 – was bleibt: Gretchen Klotz-Dutschke, Peter Grohmann. Haus der Geschichte

Do, 18. Januar, 19:30 h: Politische Schlagwörter heute: Was meint eigentlich politische Verantwortung? HAIS, AnStifter, Stiftung Geißstraße 7

Fr, 19. Januar, 19 Uhr + Samstag, 20. Januar, 14 – 18 Uhr – Zweites Forum zivilgesellschaftliche Initiativen: Wir wollen wir wirtschaften? Welchen Zielen soll die Wirtschaft dienen? Was bedeutet „Wohlstand“ für uns? Was bedeutet „Arbeit“ für uns? Mehr Wohlstand für alle? Württembergischer Kunstverein / Kunstgebäude
Das Gesamtprogramm. 2. Forum zur Zivilgesellschaft: Vernetzen!

Sa, 20. Januar, 10:30 Uhr – Philosophisches Café der AnStifter, Hegelhaus: Prof. Dr. Michael Weingarten: Platons Parmenides-Dialog.

Angel- und Fixpunkt, Kulturinsel, Loretta! Dem Lichtblick im Feinstaub droht die Schließung – Profit vor Kultur. Unterschreibt die Petition Loretta muss bleiben oder schickt uns eine Solidaritätsadresse. Loretta muss bleiben!

(mehr: vgl. Termine)

Über Peter Grohmann

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d' Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist, Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern. Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht. Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern. Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz

Ein Gedanke zu „Sage, was du denkst

  1. Liebe Anstifter,

    das scheint mir zu einseitig, oder nur die halbe Miete zu sein:

    Wenn Menschen nicht mehr „an die Politik“ glauben, dann auch deshalb, weil sie (wie Hannah Arendt) ahnen, dass Politik die einzige Möglichkeit ist, die Welt zu verändern.

    Im Buddhismus meint man dagegen: „Verändere Dich und Du veränderst die Welt!“

    Wir im Westen versuchen die Welt zu begreifen, in Zahlen zu fassen und auf diese vermessene Welt Einfluss zu nehmen. Funktioniert in gewissem Rahmen.
    Im Buddhismus (vermutlich auch in anderen spirituellen Richtungen) versucht man sich selbst zum Besseren zu verändern und durch die so gewonnenen Fähigkeiten, Freiheiten auf die Welt zu wirken. Also in unseren westlichen Worten könnte man vielleicht sagen, dass man die eigene Einstellung versucht mit sich selbst und der Welt in Harmonie zu vereinen, zu einer neuen besseren Haltung zu finden. Auch das dürfte erhebliche Auswirkungen haben, deren Begrenzungen ich nicht abschätzen kann.

    Ich habe heute Abend einen Vortrag gehalten über „Politik und Gefühl“, in dem ich erklärte, weshalb wir meist von Politik und Demokratie enttäuscht werden und, dass der Bürger, der Wählende der Schlüssel zur Veränderung ist, während Parteien und Medien als Vermittler zwischen Wählenden und Gewählten nur notwendig sind, wenn die Zahl der Beteiligten so groß ist, dass direkte Demokratie, wie bei der Wahl eines Kassensprechers, auf Grund der größeren Zahlen an Grenzen stößt. Der Bürger, Wählende kann als einziger alle Postionen (Wählender, Gewählter, oder Vermittler) einnehmen, daher seine große Verantwortung, die man eben nicht mit einem Kreuzchen alle paar Jahre abarbeiten kann.

    Demokratie ist wie Bettenmachen: Wenn ich ein schön gemachtes Bett haben will, dann muss ich auch etwas dafür tun!

    Und weil die Chinesen meinen: „Der Weise sucht die Schuld stets bei sich selbst zuerst!“ Nicht aus Demut, sondern, weil man an sich selbst am Ehesten heran kommt, kann man auch am Besten bei sich selbst anfangen zu handeln, wobei man auf Verstand und Gefühl achten muss, da Menschen nunmal über Beides verfügen, es also falsch wäre eines zu vernachlässigen, wie das heute häufig geschieht.

    Frohes Schaffen!

    Cajo Kutzbach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.