Die Waffenlobby hat ihre Eier in einer Geldklammer

Jimmy Kimmel attackiert in emotionaler Wutrede die Waffenlobby und feige Politiker. US-Moderator Jimmy Kimmel ist eigentlich einer der Spaßvögel des Late-Night-Fernsehens. Doch immer öfter bricht er mit seiner Rolle und richtet sich emotional und aufgelöst an seine Zuschauer. Nachdem am späten Sonntagabend ein Schütze in Las Vegas, Kimmels Heimatstadt, das Feuer auf Konzertbesucher eröffnete und dabei mindestens 59 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden, spricht der Moderator deutlich zur Politik und Waffenlobby. „Ich will, dass das hier eine Comedy Show ist. Ich will nicht über solche Sachen reden, ich will Lachen. Aber es wird immer schwerer. Als hätte jemand ein Tor zur Hölle geöffnet. “

„Und hier sind wir wieder. Die größte Massenschießerei in der modernen US-Geschichte, eineinhalb Jahre nach der letzten größten Massenschießerei. Als Resultat davon haben wir heute Morgen Kinder ohne Eltern, Väter ohne Söhne, Mütter ohne Töchter.

Wir haben zwei Polizisten verloren, eine Krankenschwester, einen Lehrer für lernbehinderte Kinder. All das, weil ein Mann einfach so automatische Waffen kaufen konnte. Solche braucht man nicht zur Selbstverteidigung, sondern, um in kurzer Zeit eine große Menge von Menschen zu töten.

Es geht hier um den gesunden Menschenverstand. Man sollte keine Waffen zulassen, mit denen ein einziger Mann 590 Menschen auf einem Konzert verletzen oder töten kann.“ Immer wieder ringt der Moderator mit den Tränen. Doch sein Schock und seine Trauer schlagen um – in Wut und Fassungslosigkeit:
„Die Leute schreiben: ‚Das ist schrecklich, aber da können wir nichts machen.‘ Aber das stimmt nicht. Es gibt eine Menge zu tun. Wir tun es nur nicht.

Wenn uns jemand mit einem Bart angreift, dann überwachen wir Telefone, wir erlassen Reisesperren und ergreifen jede mögliche Vorkehrung, damit das nicht wieder passiert. 
Aber wenn ein Amerikaner Waffen kauft und uns angreift, dann gibt es auf einmal nichts, was wir tun können. Aber das liegt wohl am zweiten Verfassungszusatz. Unsere Vorväter wollten offenbar, dass wir alle eine AK47 haben.

Ich sage euch, was passieren wird: Wir werden für Las Vegas beten, manche werden sich engagieren, andere nicht. Gesetze werden geschrieben, verwässert, scheitern, die Waffenlobby wird sie mit Geld ersticken und nach einiger Zeit wird das alles wieder passieren. Und wieder.“ 

(Bento, Auszug, 03.10.2017, 11:38 · Aktualisiert: 03.10.2017, 16:15)

Über Peter Grohmann

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d' Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist, Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern. Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht. Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern. Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz

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