Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp
EINSPRUCH! Stuttgart plant und baut.

Mi, 25. April 2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, 70372 Stuttgart
Veranstalter: Stadtarchiv Stuttgart
Wichtiges:

Planen und Bauen sind mit Veränderungen im gewohnten Lebensumfeld verbunden. Städtebauliche Planungen, Groß- und Infrastrukturprojekte, Kommerzialisierung und Gentrifizierung, Verkehr und Umweltprobleme oder der Abriss von Gebäuden ziehen Proteste in unterschiedlichen Formen nach sich: Petitionen, offene Briefe, Hausbesetzungen, Demonstrationen oder Bürgerinitiativen, die sich erstmals in den 1970er Jahren gründeten. Was bedeutet Heimat, Gewohnheit, Identität? Vertragen sich diese Bedürfnisse mit den hochfliegenden Plänen der Stadtentwicklung, mit dem Glauben an einen ungehinderten Fortschritt?

Ein Umdenken der Politik und der Verantwortlichen vollzieht sich meist unter dem Druck der Gesellschaft, der aktiven Bürgerschaft, mutiger Querdenker oder aufgrund neuer politischer Entwicklungen. „Rettet unsere Städte jetzt!“ – das Motto der Hauptversammlung des Städtetages 1971 in München glich einem Hilferuf. Es vollzog sich ein Leitbildwandel, nicht zuletzt hervorgerufen durch die Ölkrise 1973 und das Europäische Denkmalschutzjahr 1975. In Stuttgart begann das Zeitalter der behutsamen Stadterneuerung mit der Sanierung des Bohnenviertels. Vehemente Proteste der Bevölkerung hatten eine Flächensanierung verhindert. Planen und Bauen ist stets ein Abwägungsprozess unterschiedlicher Ziele, Anforderungen und Interessen. Stuttgart plant und baut. Einspruch?

Christina Simon-Philipp, Architektin und Stadtplanerin, ist Professorin an der Hochschule für Technik Stuttgart. Im Rahmen ihrer Tätigkeit setzt sie sich mit der Planungs- und Baukultur in Stuttgart auseinander. Zuletzt erschienen ist das Buch „WohnOrte² – 90 Wohnquartiere in Stuttgart 1870 bis 2017 – Entwicklungen und Perspektiven“ (Stuttgart, 2017).

Verschlagwortet mit: Architektur‚ Stadtplanung & Städtebau, Bürgerbeteiligung, Zusammenleben

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