Maira Mendez
Ermordet, vertrieben, verschleppt für billige Kraftwerkskohle

Mo, 9. Mai 2016, 19:00 Uhr
Rupert-Mayer-Haus, Hospitalstrasse 26, 70174 Stuttgart
Veranstalter: KUS Stuttgart, urgewald, PAX & Die AnStifter
Wichtiges:

Maira Mendez aus Kolumbien berichtet über den mühsamen Kampf der Opfer von Gewalt um Gerechtigkeit und Anerkennung

Kolumbien gehört zu den wichtigsten Steinkohle-Lieferanten für Deutschland. Doch den Kohleproduzenten Drummond und Prodeco/Glencore wird vorgeworfen, die paramilitärische Einheit „Juan Andres Alvarez“ finanziert zu haben, die für Tod und Gewalt in den Abbauregionen verantwortlich gemacht wird. Zwischen 1996 und 2006 wurden mehr als 3.000 Menschen ermordet und über 55.000 von ihrem Land vertrieben. 300 Menschen wurden verschleppt und sind bis heute verschwunden. Ehemalige Paramilitärs haben unter Eid ausgesagt, dass Drummond und Prodeco/Glencore durch ihre Zahlungen die Einheit erst stark gemacht haben und dass es enge Kontakte zwischen Paramilitärs und Konzernen gegeben habe.

Viele Worte – wenig Taten
Obwohl auch der EnBW diese Vorwürfe seit Jahren bekannt sind, kauft sie weiterhin gern und viel dort ein. Daran haben auch kürzlich beschlossene „Verhaltensgrundsätze für Lieferanten“ nichts geändert. Im Jahr 2015 bezog das Unternehmen nach eigenen Angaben fast 898.000 Tonnen Kohle von Drummond und 528.000 Tonnen von Prodeco/Glencore.

Maira Mendez ist die Tochter des Gewerkschafters Candido Mendez, der am 19. Februar 2001 vor seinem Haus von Paramilitärs ermordet wurde. Die damals 15-jährige Maira und ihre Familie mussten die Exekution mit ansehen. 15 Jahre später kämpft sie gemeinsam mit vielen anderen Opfern einen schier endlosen Kampf um Anerkennung und Gerechtigkeit. Sie wird über ihr Schicksal berichten und klare Forderungen an die EnBW und andere Energieversorger richten. Sebastian Rötters von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald wird zu Beginn einen Überblick bieten über Deutschlands Kohleimporte, den internationalen Kohlemarkt und die engen Geschäftsbeziehungen zwischen Kolumbien und der EU.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Klima- und Umweltbündnis Stuttgart, urgewald und der niederländischen Friedensorganisation PAX.

Verschlagwortet mit: Südamerika, Umweltschutz/Ökologie

Über Fritz Mielert

Fritz Mielert, Jahrgang 1979, arbeitete von 2013 bis 2017 als Geschäftsführer beim Bürgerprojekt Die AnStifter in Stuttgart. Davor betreute er ab 2011 bei Campact politische Kampagnen im Spektrum zwischen Energiewende und Vorratsdatenspeicherung, engagierte sich in der AG Antragsbearbeitung der Bewegungsstiftung, baute ab 2010 maßgeblich die Parkschützer als eine der wichtigsten Gruppierung im Protest gegen Stuttgart 21 auf und war ab 1996 mehrere Jahre ehrenamtlich bei Greenpeace aktiv.

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