Laut gegen rechte Gewalt

Sa, 11. April 2015, 16:00 Uhr
Bahnhofsvorplatz Schorndorf, Rosenstraße 1, 73614 Schorndorf
Veranstalter: Rems-Murr Nazifrei
Wichtiges:

Anlässlich des vierten Jahrestag vom Winterbacher Brandanschlag wird es auch dieses Jahr wieder verschie- dene Aktionen geben, die an diese schreckliche Gewalttaten erinnern.

Rassistischer Brandanschlag bleibt unvergessen
In der Nacht vom 9. auf den 10. April 2011 überfiel eine Nazigruppe neun Migranten auf einem Gartengrund- stück in Winterbach. Nach Schlägen, Tritten, einer mörderischen Hetzjagd und einem Brandanschlag kamen die Betroffenen nur durch Glück mit ihrem Leben davon. Der Brandanschlag hat gezeigt, wohin rassistische Hetze und rassistische Gewalt auch im scheinbar beschaulichen Remstal führen können. Vier Jahre nach dem Brandanschlag wollen wir daher an die schrecklichen Ereignisse erinnern und einen Bezug herstellen wie gefährlich rassistische Hetze ist und was dagegen getan werden muss.

Rassistische Vorbehalte – Nicht bei uns?
Im Aufruf zur letzten Demo wiesen wir darauf hin, dass rassistische Vorurteile gefährlich sind. Zu dem damaligen Zeitpunkt war diese Warnung für einige noch abstrakt. Konkret wurde diese Gefahr durch die rassistischen PEGIDA-Bewegungen. In vielen Teilen von Deutschland schossen sie wie giftige Pilze überall aus dem Boden. Sowohl gegen Flüchtlinge als auch gegen Muslime wurde wieder öffentlich gehetzt. Das erinnert an die rassistische Stimmung Anfang der 90er Jahre mit dem schrecklichen Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Es wäre naiv zu glauben, dass der Rems-Murr Kreis von solchen Entwicklungen in der gesamten Gesellschaft ausgenommen ist.

Die Vorfälle häufen sich – Auch bei uns!
Es ist festzustellen, dass seit der letzten Demo auch bei uns sich die Stimmung leider veschlechtert hat. Unterschiedliche rassistische Hetzen sind auch im Rems-Murr Kreis aufgetreten. Es gab anonyme Briefe und Internethetze gegen eine geplante Moschee in Waiblingen. Ebenso gab es Versuche gegen geplante Flücht- lingsunterkünfte zu hetzen in Alfdorf, Waiblingen, Backnang und anderen Städten und Gemeinden. In Backnang wurde Anfang 2015 ein griechischer Wirt und seine Gäste angepöbelt mit „Ihr gehört alle vergast“.

Das Schweigen brechen!
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit drängen mit den PEGIDA-Bewegungen auf die Straße und in die gesellschaftliche Diskurse. Schweigen und Ignoranz fördern ein gefährliches Klima. Wenn viele weg schauen fühlen sich die Faschisten wohl. Es gibt unterschiedliche Ansätze das Schweigen zu brechen: Direkte Unterstützung von Flüchtlingen, klare Worte bei Podiumsdiskussionen, kreative Aktionen und viel mehr. Auch bei uns im Kreis gab es einige Gegenreaktionen. Ingesamt war der Zulauf der Gegenbewegung erfreulich. Daran gilt es anzuknüpfen.

Hinaus auf die Straße – Gegen rechte Gewalt
Noch besser als das Schweigen zu brechen wäre die Hetze einzudämmen. Wir wollen daher weiter versuchen das Problem bei der Wurzel zu packen. Ob sie mit biederer Fassade oder ekelhaft ungeschminkt auftritt, wird sie nicht ignoriert. Unsere klare Antwort ist: Gegen rechte Stimmungsmache und Gewalt!

Weitere Infos: remsmurrnazifrei.de

Verschlagwortet mit: Rassismus‚ Rechtsextremismus und -terrorismus

Über Fritz Mielert

Fritz Mielert, Jahrgang 1979, arbeitete von 2013 bis 2017 als Geschäftsführer beim Bürgerprojekt Die AnStifter in Stuttgart. Davor betreute er ab 2011 bei Campact politische Kampagnen im Spektrum zwischen Energiewende und Vorratsdatenspeicherung, engagierte sich in der AG Antragsbearbeitung der Bewegungsstiftung, baute ab 2010 maßgeblich die Parkschützer als eine der wichtigsten Gruppierung im Protest gegen Stuttgart 21 auf und war ab 1996 mehrere Jahre ehrenamtlich bei Greenpeace aktiv.

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