Dreckiger Zement

Di, 9. Mai 2017, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr
Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung (Bundesstiftung), Südostasien-Informationsstelle, Rettet den Regenwald und Watch Indonesia
Wichtiges:

Javanische Bauern und ihr Widerstand gegen die globale Zementindustrie

Filmvorführung und Diskussion

Wusstet ihr, dass die globale Zementproduktion
–    viermal so viel CO2 ausstößt wie der gesamte internationale Flugverkehr,
–    für 6 bis 9 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist,
–    und dass weltweit heute 3x so viel Zement hergestellt wird wie vor 15 Jahren?

Die Zementindustrie wächst weltweit, besonders in Asien verlangen große Infrastrukturvorhaben nach immer mehr Baustoffen für Straßen, Staudämme und große Urbanisierungsprojekte. Auch für HeidelbergCement ist Südostasien ein wichtiger neuer Markt, da hohe öffentliche und private Investitionen in Infrastrukturprojekte fließen. In Indonesien will das Unternehmen Teile des Kendeng-Gebirges in Zentraljava abtragen und in neu errichteten Fabriken zu Füßen der Berge zu Zement weiterverarbeiten. Der lokalen Bevölkerung wird damit buchstäblich der Boden unter den Füßen entzogen. In den vom Raubbau betroffenen Gemeinschaften regt sich Widerstand. Vor allem Frauen tragen den Widerstand auf die Straße.

Eine der Aktivistinnen, Gunarti von der  indonesischen Bürger/inneninitiative JMPPK (Jaringan Masyarakat Peduli Pegunungan Kendeng), kommt nun nach Deutschland, um auf ihren Kampf aufmerksam zu machen. Sie gehört zur indigenen Gruppe der Samin, die am Fuße der Kendeng-Berge leben. Als Quelle von Trinkwasser und Wasserversorgung für die Landwirtschaft sind die Berge die Grundlage für das Überleben der Samin.

Wir zeigen den Dokumentarfilm „Samin vs. Semen“ über den lokalen Widerstand. Nach der Vorführung diskutieren wir mit Gunarti und Dandhy Dwi Laksono, dem Autor des Dokumentarfilms, ob und wie soziale und ökologische Gerechtigkeit bei der Planung und Durchführung großer Infrastrukturprojekte erreicht werden und Menschenrechte geschützt werden können.

Mit:
•    Gunarti, JMPPK-Bürger/inneninitiative, Indonesien
•    Dandhy Dwi Laksono, Filmemacher von Watchdoc, Indonesien

Die Heinrich-Böll-Stiftung (Bundesstiftung) unterstützt in Kooperation mit der Südostasien Informationsstelle, Watch Indonesia! und Rettet den Regenwald Gunarti und die JMPPK-Bewegung dabei, bei HeidelbergCement Gehör zu finden und den Fall Kendeng auch in Deutschland publik zu machen.

Verschlagwortet mit: Bewegungen, Menschenrechte, Umweltschutz/Ökologie

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