Der NSU im gesellschaftlichen Kontext
Hintergründe, Reaktionen und Konsequenzen

Fr, 14. November 2014 - So, 16. November 2014, Ganztägig
Akademie Frankenwarte, Leutfresserweg 81 - 83, 97082 Würzburg
Veranstalter: Akademie Frankenwarte
Wichtiges: Teilnehmerbeitrag: 98€

Als im November 2011 bekannt wurde, dass eine neonazistische Gruppe unter dem Namen Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) von 2000 bis 2007 neun Menschen aus rassistischen Gründen und eine Polizistin ermordet hatte, war die Aufregung in Deutschland groß. Werteten doch die Ermittlungsbehörden und mit ihnen auch die Medien zu den Tatzeitpunkten diese Morde allesamt als Taten im Bereich der Organisierten Kriminalität im „migrantischen Milieu“ und rückten damit die Getöteten wie auch ihre Angehörigen selbst in den Fokus der Ermittlungen. In keinem der Fälle wurde ernsthaft in Richtung rassistischer Motive ermittelt.

Wie konnte das geschehen? Und: Welche Lehren sind bislang aus diesen „Fehlwahrnehmungen“ gezogen worden?

Der gesellschaftliche Umgang mit den Morden des NSU zeugt von seiner Einbettung in ein medial vermitteltes und institutionell verfestigtes Wissen über Migration, rassistische Gewalt und ihre Ursachen, bei dem Migration und Kriminalität eng miteinander verknüpft sind. Hat sich daran nach Aufdeckung des NSU etwas verändert?

In dem Seminar sollen mit einem Blick in die 1990er Jahre die zentralen Faktoren ausgeleuchtet werden, die für die Entstehung und die weitgehend ungehinderten Aktivitäten des NSU relevant waren. Ein Blick in die Gegenwart wird die politischen, juristischen und medialen Auseinandersetzungen mit dem NSU nach Bekanntwerden seiner Morde und deren Effekte herausarbeiten. Schließlich soll die Frage diskutiert werden, was der NSU und der gesellschaftliche Umgang mit den Morden für eine antifaschistisch und antirassistisch ausgerichtete Theorie und Praxis bedeutet.

Die Gesellschaft für Politische Bildung und das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung laden zu diesem Seminar alle ein, die zum Thema Rassismus und Rechtsextremismus arbeiten, sei es in der Wissenschaft, in Schulen, Beratungsinstitutionen und gesellschaftlichen Initiativen.

Seminar-Nummer: 177305 / 4604

Beitrag: 98,00 Euro

AnsprechpartnerIn:

Margarete Grzegorczyk
Tel.: 0931 80464 – 214

Info: Programm-Download

Kooperationsveranstaltung mit dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung e.V. (DISS)

Verschlagwortet mit: Rassismus‚ Rechtsextremismus und -terrorismus

Über Dominik Blacha

Dominik Blacha, Sozial-Pädagoge, Jahrgang 1982, ist Anstifter der letzten Stunde, studiert einen internationalen und interdisziplinären Master in Politik, Soziologie und Geschichte. Er beschäftigt sich mal damit, mal hiermit, oft mit Menschenfeindlichkeit und dem Gegenteil davon. "Mit beiden Füßen fest auf dem Boden, mit dem Kopf in den Sternen."

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