Dr. Marvin Tritschler
Sprache als Tätigkeit des Geistes – Zum Sprachdenken zwischen Humboldt und Hegel

Sa, 6. April 2024, 10:30 Uhr
Hegelhaus, Eberhardstraße 53, 70178 Stuttgart
Veranstalter: Die AnStifter und des Museums Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart.
Wichtiges:

Dass wir Menschen uns der Sprache bedienen müssen, um unsere Gedanken mitzuteilen, wird kaum jemand bezweifeln. Aber die Philosophie des 20. Jahrhunderts hat mit ihrem linguistic turn einen noch viel innigeren Zusammenhang zwischen Vernunft und Ausdrucksverhalten behauptet. Demnach wäre es irreführend, den Sprachcharakter menschlichen Denkens und Handelns bloß auf die kommunikative Mitteilung zu reduzieren. Die Wurzeln dieser Idee finden sich allerdings schon viel früher, und zwar spätestens bei Wilhelm von Humboldt und Hegel.

Im Vortrag wenden wir uns dem gedanklichen Reichtum dieser beiden Sprachdenker zu, die nicht nur sich gegenseitig rezipierende akademische Zeitgenossen waren, sondern auch in vielerlei Hinsicht ein ähnliches Verständnis von Sprache entwickelten. Denn ins Zentrum der sprachphilosophischen Aufmerksamkeit rückt bei beiden die unaufhörliche Arbeit des Geistes an sich selbst, ohne die menschliche Vernunft nicht möglich wäre.

Marvin Tritschler ist Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart mit dem Forschungsschwerpunkt Klassische Deutsche Philosophie sowie Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie. Promotion in Philosophie an der Universität Leipzig, Studium der Soziologie und Philosophie an der LMU München.