Schlagwort-Archive: Künstliche Intelligenz

Roboterjournalismus, Textbausteine und menschliche Intelligenz

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Eine ganze Reihe von in- und ausländischen Verlagen läßt bestimmte Presseartikel schon seit Jahren nicht mehr (nur) von Journalisten, sondern von Maschinen schreiben. Ein Beispiel für den sogenannten Roboterjournalismus betreiben die Nachrichtenagentur Press Association und das Start-up Urbs Media in Großbritannien unter dem Namen Radar. Monatlich entstehen hier rund 8.000 Texte. Alle diese maschinell generierten Presseartikel basieren auf Templates oder Mustertexten und werden unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten in jeweils etwas anderer Form für den Lokalteil verschiedener Zeitungen produziert. Die journalistische Arbeit im Radar-Projekt beschäftigten Redakteure besteht nun vor allem darin, diese Mustertexte zu schreiben.

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Künstliche Intelligenz
Gesichtserkennung in der Praxis

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Zwei Wissenschaftler der Universität Essex haben jetzt eine Untersuchung vorgelegt, die die von der Londoner Polizei eingesetzte automatische Gesichtserkennung bewertet. Entsprechende Tests, auf die sich diese Untersuchung stützt, wurden durchgeführt im Zeitraum zwischen Juni 2018 und Februar 2019.

Das Urteil der Forscher: mit einer miserablen Trefferquote von gerade einmal 20% ist das System der Life Facial Recognition – LFR – nicht zu gebrauchen.

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Big-Brother-Awards 2019
Hokuspokus mit künstlicher Intelligenz

Digitalcourage ist ein Verein in Bielefeld. Jedes Jahr verleiht Digitalcourage seine Big-Brother-Awards, eine Auszeichnung, über die sich niemand so richtig freut. Auch nicht Zeit-Online, die dieses Jahr in der Kategorie Verbraucherschutz „ausgezeichnet“ wurde. Für Werbetracker, Facebook-Pixel und die Nutzung von Google-Diensten beim Projekt „Deutschland spricht“. Zu „Deutschland spricht“ merkt die Jury an, dass „dieser faustische Pakt mit der größen Datenkrake [Google] die journalistische Unabhängigkeit beschädigt“.

Doch im Folgenden soll es nicht um den Webauftritt des Hamburger Verlags gehen, mehr…

Kick oder Kack
„Tansgeräte“

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Die Frankfurter Allgemeine veröffentlichte die Tage einen Text zum Thema künstliche Intelligenz und der populären Vorzeigedisziplin „Sprach“erkennung. Die Rede ist von Alexa, Siri und Cortana, Stimmen, die die Funktion bestimmter Geräte erweitern. Entsprechend einer Studie der Unesco seien diese Stimmen mittlerweile für viele Menschen ein Gesprächspartner, mit dem sie mehr sprächen, als mit echten Menschen. „Gesprächspartner“, heißt es, nicht Partnerinnen, obwohl es sich um weibliche Stimmen mit weiblichen Vornamen handelt.

Die Geräte, aus denen die Stimmen erklingen, werden aufgrund dieser Stimme personalisiert und bekommen ein Geschlecht? Mit der weiblichen Stimme in einem sächlichen („es“) oder männlichen („er“) Körper müsste es sich genau genommen um „Transgeräte“ handeln. Aber das führt zu weit.

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Kick oder Kack
Social Bots

Ein Bot ist, abgeleitet von RoBOTer, eine Software, die ohne weitere (menschliche) Interaktion bestimmte Aufgaben automatisch und vor allem massenhaft erfüllt.

Zu den bekannteren Bots gehören die Softwareroutinen, die die Ergebnisse zusammentragen, die die Grundlage für Internetsuchmaschinen wie Bing, Yahoo oder Google sind. Andere Bots mit einer weniger ruhmreichen Funktion „bewegen“ sich in den sozialen Netzwerken und werden als „Social Bots“ bezeichnet. Sie suchen zum Beispiel bei Twitter nach bestimmten Hashtags (#). Ein Social Bot ist so geschrieben, dass nach dem Auffinden eines bestimmten Hashtags ein Text generiert wird, der sich auf dieses Schlüsselwort bezieht. Hierbei handelt es sich nicht um eine rein „maschinelle“ oder „künstliche“ Äußerung; das Maschinelle oder Künstliche kommt erst dadurch zustande, dass es massenhaft geschieht. Die einzelne Mitteilung und ihre bestimmten Bedingungen folgende Erzeugung ist das Ergebnis der Arbeit einer Person oder Personengruppe die den besagten Ablauf erdacht, programmiert, getestet, als Erfolg versprechend bewertet und schließlich gestartet hat. Künstliche Intelligenz, die in diesem Zusammenhang gerne zitiert wird, ist also weniger eine technische als eine ideologische Kategorie, verschleiert sie doch allzu gerne den Umstand, dass hinter dem „künstlichen“ Apparat ein „menschliches“ Interesse steht. mehr…