Alle Beiträge von Michael M.

Friday for future
SWR informiert über Individualverkehr

Sie freuen sich über "alternativen" Autoverkehr
Sie freuen sich über „alternativen“ Autoverkehr
Quelle: Bildschirmfoto

Ein sehr gutes Beispiel, wie stark die Autoindustrie die Berichterstattung des SWR beeinflusst, konnte man in den Hauptnachrichten „SWR Aktuell Baden-Württemberg“ am Freitag, 5. April, zur besten Sendezeit um 19:30 Uhr sehen: mehr…

Europawahlen
Mitteleuropa aus der Geschichte verstehen

Schriftsteller, Schauspieler, Librettist, Tausendsassa: Jaroslav Rudiš
Schriftsteller, Schauspieler, Librettist, Tausendsassa: Jaroslav Rudiš
Foto: © M. Seehoff

Ein Lehrstück in Geschichte vermittelten die beiden tschechischen Autoren Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 bei ihrer Buchvorstellung im Literaturhaus am 2. April 2019. Diese Geschichte in den Blick zu nehmen ist bei der anstehenden Europawahl hilfreich. Einen Kommentar zu den Wahlen in Slovenien gab Peter Grohmann hier. Einen detaillierten Bericht dieser spannenden Doppellesung finden Sie, wenn Sie es sich im Elsternest bequem machen.

Songwriting
Es ist zu spät heute Nacht, um die Vergangenheit ans Licht zu zerren

Johnny Cash, der viel zu früh verstorbene  US-amerikanischen Country-Sänger und Songschreiber (* 1932, †  2003), fragte drei Jahre vor seinem Tod, ob alles ans Licht gezerrt werden muss:

Wird es jetzt besser?
Oder fühlst du dich noch wie vorher?
Wird es einfacher für dich,
jetzt, wo du einen Schuldigen gefunden hast?

One

Is it getting better
Or do you feel the same?
Will it make it easier on you now
You’ve got someone to blame?
mehr…

Hauptsache ans Bein pinkeln
Vom Umgang mit unbequemen Standpunkten

Wenn man sich schon nicht mit Inhalten auseinandersetzten kann, dann versucht man es auf eine ganz einfache Art: Man versucht, jemanden wegen irgendetwas lächerlich zu machen und zu diskreditieren. Genau das macht der Stuttgarter-Zeitungs-Autor Tomo Pavlovic. Er haut in die Modekerbe: Stuttgarter Zeitung vom 3. April 2019:

Thunberg hat in Interviews immer wieder betont, dass ihre Gegner sie wegen ihres Aussehens angreifen. Tatsächlich gibt sich das Mädchen ausgesprochen uneitel, sie trägt oft Zöpfe, einfache Wollmützen, praktische Funktionskleidung oder Skihosen in der Stadt. Scheinbar hat sie keinen Sinn, keine Zeit für Mode. Wer die Welt retten muss, schaut nicht in den Spiegel, sondern in die Zukunft. Doch bei aller Sympathie: Auch Thunbergs Aura des Authentischen und Unschuldigen ist eine modische Masche – eine richtig gute.

Und dann kommt natürlich noch die Kritik an ihren Klamotten:

Niemand fragt so ein 16-jähriges Mädchen, ob ihre olle Daunenjacke und ihre verwaschenen T-Shirts tatsächlich fair und klimafreundlich produziert worden sind. Sie behauptet, sie kaufe sich niemals neue Kleidung. Trotzdem wechselt sie für ihre diversen öffentlichen Auftritte die Klamotten. Die Farbe ist dabei stets wohl gewählt: Zur Preisverleihung der Goldenen Kamera trug sie ein weißes Kleidchen, als ginge sie zur Buße oder Kommunion. Greta Thunberg, ein Heiligenbild. Und eine heimliche Modeikone.

Das waren noch Zeiten, als zum guten Journalismus gehörte, Tatsachen zu schreiben und nicht Wertungen. Das beginnt mit den für ein Thema relevanten journalistischen W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Woher/welche Quelle?

Songwriting
Der Geschmack von Trauer

Wunderbar, wie leicht Louise Thiolon die Trauer besingt:

Wir werden überqueren, was uns trennt
Wir werden den Zug nehmen
Komm mit mir
Wir werden dort mit dem Zug fahren

Andreas Scheuer macht seinem (Be)Namen(t) alle Ehre

Andreas Scheuer und Greta Thunberg
Fotos: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de und Anders Hellberg CC BY-SA 4.0

Während in Berlin 25.000 Schüler für den Klimawandel demonstrierten, präsentiert Minister Scheuer sein Papier zum Klimaschutz. Er präsentiert einen Vorschlag mit der Kernbotschaft (auf einer Seite!!):

Die deutschen Klimaziele für 2030 lassen sich erreichen, ohne die Mobilität einzuschränken. Na, da schau her. Er präsentiert darin alte Kamellen:
Kaufprämien für Elektroautos finden sich darin, oder Steueranreize für „klimafreundliche Dienstwagen“. Auch die Förderung für die bisher unzureichende Ladeinfrastruktur für Elektroautos soll ausgeweitet werden.

Und dann: mehr…

Datenschutz – Meinungsfreiheit
Was unser Friedenspreisträger dazu sagt

Edward Snowden

Krieg aus der Sicht eines (betroffenen) Psychologen

Ahmad Mansour
CC BY-SA 3.0 de

Ahmad Mansour, israelisch-deutscher Psychologe und Publizist, hat über den neuerlichen Raketenangriffen der Hamas in der Zeitung „Jüdische Allgemeine seine Betroffenheit ausgedrückt (Danke Peter Grohmann für die Zusendung des Links). Er spricht über Raketen, die gravierende Schäden anrichten:

 

Ich sage es ganz ehrlich und bewusst emotional ohne die bei politischen Kommentaren oft verwendeten Phrasen: Mir blutet das Herz, wenn ich an die Menschen in Israel, den Grenzstädten entlang des Gazastreifens und in Gaza selbst denke. Mit jeder weiteren Rakete, die abgeschossen wird, richten die Angst und der unfassbare Stress weitere gravierende Schäden an.

Den vollständigen Artikel hier lesen.

Das Ende der Megamaschine

Auf die OhrenWer verstehen will, warum wir menschheitsgeschichtlich in eine Sackgasse geraten sind und wie wir aus ihr wieder herauskommen können, der kommt an Fabian Scheidlers „Das Ende der Megamaschine“ nicht vorbei. Es ist ein Buch, das in seiner Klarheit betroffen und wütend macht – und genau deshalb zum Handeln einlädt, denn es eröffnet Möglichkeiten, gemeinsam einen Ausgang aus der gefühlten Ohnmacht zu finden

Das Ende der Megamaschine legt die Wurzeln der Zerstörungskräfte frei, die heute die menschliche Zukunft infrage stellen. In einer Spurensuche durch fünf Jahrtausende führt das Buch zu den Ursprüngen ökonomischer, militärischer und ideologischer Macht. Der Autor erzählt die Vorgeschichte und Genese des modernen Weltsystems, das Mensch und Natur einer radikalen Ausbeutung unterwirft. Dabei demontiert er Fortschrittsmythen der westlichen Zivilisation und zeigt, wie die Logik der endlosen Geldvermehrung von Anfang an menschliche Gesellschaften und Ökosysteme zerrüttet hat.

Der Autor hielt einen Vortrag in der Stadtbiblithok Stuttgart. (Dabei kam auch die imperiale Lebensweise zur Sprache, Thema des Vortrags von Gerd Rathgeb auf der Anstiftertagung im Januar 2019.) Hiervon gibt es nun einen sehr hörenswerten Podcast

Empfehlung: Podcast runterladen und ab auf die Ohren!

Die geheime Macht der Frauen

Klerus und Adel in den Händen von Frauen? Schön wär es!
Klerus und Adel in den Händen von Frauen? Schön wär es!
Foto: NaWERwohl

Der am Bodensee lebende Künstler Peter Lenk hat die 9 m hohe Statur „Imperia“ Anfang der 90ziger Jahre in Konstanz am Hafen aufstellen lassen. Seitdem dreht sie sich und erinnert an das Konzil von Konstanz (1414–1418). Während des Konzils kamen nicht nur geistliche und weltliche Würdenträger nach Konstanz an den Bodensee sondern in ihrem Gefolge auch jede Menge Huren, ein gutes Geschäft witternd. Sie beeinflussten mit ihren Liebesdiensten die Diskussionen und Entscheidungen der versammelten Männer, die ─ egal ob vom Kleriker- oder Adelsstand ─ schwanzgesteuert waren (und sind).

Welche Auswüchse die Unterdrückung der Sexualität angenommen hat, wird derzeit sowohl in der katholischen Kirche als auch in weltlichen Einrichtungen diskutiert (Missbrauchsdebatte). Vielleicht bekämen die Diskussionen in kirchlichen Kreisen etwas mehr Dynamik, gingen auch heute Frauen den Klerikern zur Hand.