Alle Beiträge von Michael M.

Gegen Hass im Netz

70 Prozent der Deutschen geben an, dass sie den Gesetzentwurf gegen Hasskommentare von Justizminister Heiko Maas für sinnvoll halten. Eine deutliche Mehrheit befürwortet laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov  den am 5. April vom Kabinett der Bundesregierung verabschiedeten Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas, wie heise oline berichtete. Laut diesem müssen Betreiber sozialer Netzwerke innerhalb von 24 Stunden strafbare Inhalte löschen. Im Extremfall drohen sonst bis zu 50 Millionen Euro Bußgeld für Unternehmen. Nun muss das Parlament über den Entwurf beraten.

„Die Anbieter sozialer Netzwerke stehen in der Verantwortung, wenn ihre Plattformen missbraucht werden, um Hasskriminalität und strafbare Falschnachrichten zu verbreiten“, erklärte Maas nach dem Kabinettsbeschluss. Für strafbare Hetze dürfe in sozialen Netzwerken genauso wenig Platz sein wie auf der Straße. Das Internet präge Debattenkultur und gesellschaftliches Klima im Land. „Verbalradikalisierung ist oft die Vorstufe zur körperlichen Gewalt“, sagte der Minister.

Wie man dem Hass argumentativ begegnen kann, erläutert der Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn in seinem Buch Logik für Demokraten

Steter Tropfen höhlt den Stein

Eine freudige Nachricht konnte dieser Tage aus dem Netz gefischt werden:

Der Kopp-Verlag stellt seinen Informationsdienst „http://info.kopp-verlag.de“ ein. Der letzte Artikel bei Kopp-Online datierte vom 10. März (“FAZ gegen den Kopp Verlag”). Und dabei scheint es auch zu bleiben. Das Nachrichtenportal info.kopp-verlag leitet mittlerweile automatisch auf die Verlagsseite weiter, wo man Bücher, Videos und Kokosöl bestellen kann.

Quelle: GWUP e.V. (Gesellschaft zur wissenschaftlichen
Untersuchung von Parawissenschaften e.V.)

Darf man nach Afghanistan abschieben?

Jama Maqsudi, Pfarrer Joachim Schlecht, Dr. Michael Jantzer, Daniel Lede Abal und Bernd Rixinger (v. l. n. r.) Foto: © M. Seehoff
Jama Maqsudi, Pfarrer Joachim Schlecht, Dr. Michael Jantzer, Daniel Lede Abal und Bernd Rixinger (v. l. n. r.) Foto: © M. Seehoff

Aus der Redaktion des Elsternestes erreichte uns folgender Bericht:

Rund 230 Menschen füllten den großen Saal des Hospitalhofs am 7. April 2017, bei der von den AnStiftern und dem Freundeskreis Neckarpark – Projektgruppe Begleitung vorbereiteten Veranstaltung: „Darf man nach Afghanistan abschieben“? Einem informativen Vortrag über die derzeitige Situation in Afghanistan vom Vorstand des Deutsch-Afghanischen Flüchtlingshilfe Vereins (DAFV), Jama Maqsudi, folgte eine engagierte Podiumsdiskussion mit reger Beteiligung des Publikums.
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Fake News sind nicht neu

Bielefeldverschwörung
Bielefeldverschwörung

Ich wurde auf eine Familienfeier nach Bielefeld eingeladen. Am Schalter der Deutschen Bahn sagte man mir: „Das gibt’s doch gar nicht ;-))“

Enttäuscht ging ich nach Hause. Einige Tage später auf einer Bahnfahrt entdeckte ich dieses Schild und mir war alles klar.

Feinstaub in Stuttgart

Die von den SSB konzipierte neue Elektrobuslinie X 1, die im Ringverkehr zwischen dem Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt und der City fahren soll, wird „Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs auf der Achse Bad Cannstatt–Cannstatter Straße haben“, laut SSB-Vorstandschef Wolfgang Arnold. (Zitiert nach Stuttgarter Nachrichten vom 29.3.2017)

Dennoch ist die Ausdehnung des öffentlichen Verkehrs eine der möglichen Antworten auf die Feinstaubproblematik in Stuttgart.

Der den AnStiftern gut bekannte Stadtrat Michael Conz von der FDP kommentiert dazu in vorhersehbarer Manier: „Der Verkehr auf dem Cityring wird an die Wand gefahren, das ist Kollaps mit Absicht

Dem Hass die Grundlage entziehen

Nun reagiert auch Google gegen Hasspostings, denn ihr Geschäftsmodell gerät unter Druck. Sie haben erfahren:

Reaktionen der Anzeigenkunden waren massiv, entsetzt, dass ihre teure Werbung bei Google in direkter Nähe von extremistischen Inhalten und Hassvideos im Netz auftauchten. Erst gab es Beschwerden und Drohungen, dann stornierten einige ihre Aufträge, wie Marks & Spencer, die HSBC-Bank, Volkswagen, McDonald’s, Toyota oder Audi. Spätestens da war klar, dass der Internetkonzern Google reagieren muss, und zwar schnell. Nur eine öffentliche Entschuldigung reichte nicht mehr, die Lage ist ernst. Denn die Erlöse mit Anzeigen sind die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Amerikaner …

Firmen sollten künftig größere Kontrolle darüber erhalten, wo ihre Anzeigen auf Google-Plattformen wie zum Beispiel der Videotochter Youtube, die seit 2006 zum Konzern gehört, erscheinen. „Ab heute nehmen wir daher eine kompromisslosere Haltung gegenüber hasserfüllten, beleidigenden und herabwürdigenden Inhalten ein“…

Ganzer Artikel siehe Süddeutsche Zeitung vom 21. März 2017.

Die AnStifter treten seit diesem Monat in der Reihe „Die Wucht der Worte“ dem Hass entgegen. Ein breites Bündnis trägt diese Veranstaltungsreihe, deren Auftaktveranstaltung in der Stiftung Geißstraße stattfand. Einen ausführlichen Bericht dazu im Blog Elsternest.

Dr. Daniel-Pascal Zorn (li) im Gespräch mit Dr. Michael Kienzle. Foto: © M. Seehoff
Dr. Daniel-Pascal Zorn (li) im Gespräch mit Dr. Michael Kienzle. Foto: © M. Seehoff

Der Künstler in der Diktatur

„Von nun an wird es nur zwei Arten von Komponisten geben: die einen waren am Leben und hatte Angst und die anderen waren tot“
Aus: Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“

Künstlerroman über den Komponisten Schostakowitsch, der durch Glück den stalinistischen Säuberungen entgeht und sich mit brennenden Fragen konfrontiert sieht: was bedeutet es für einen Künstler, keine Entscheidung frei treffen zu können? In welchem Verhältnis stehen Kunst und Unterdrückung, Diktatur und Kreativität zueinander, und ist es verwerflich, wenn man sich der Macht beugt, um künstlerisch arbeiten zu können?

Wahre Demokratie

Weil die Wochenzeitung DIE ZEIT überall auf der Welt „einen neuen Faschismus“ heraufdämmern sieht, schrieb Thomas Assheuer ein „Alphabet des rechtens Denkens“.

W: Wahre Demokratie:
Früher als alle anderen haben rechte Politiker begriffen, welch fantastische Möglichkeiten ihnen die sozialen Medien eröffnen. Vor allem Twitter ist wie geschaffen für die wahre Demokratie. Im Gegensatz zur repräsentativen Demokratie erlaubt es diese tolle Erfindung, dass der Führer ungefiltert mit dem Volk ins Gespräch kommt. So wird am Ende der Geschichte ein uralter Traum der konservativen Staatstheorie doch noch wahr. Für sie war es unannehmbar, dass der Liberalismus freiwillig darauf verzichtet, über die Innenwelt der Bürger zu regieren. Twitter ändert das gerade, oder um ein Wort von Thomas Hobbes abzuwandeln: Es verbindet die „Lippen des Herrschers“ ohne Umwege mit der „Seele der Bürger“. Follow me.

Sicher ist, dass US-Präsident Donald Trump ein geübterer Twitterer ist als Recep Tayyip Erdoğan der das Twittern vielleicht gar nicht mehr nötig hat, falls er das Referendum über die Einführung des Präsidialsystems gewinnt.

Aus allen Wolken gefallen

Die Angst vor politisch motivierten Hackerangriffen greift um sich. Dennoch haben deutsche Parteien, Ministerien und internationale Organisationen Daten auf teils völlig veralteten Servern im Internet gespeichert – und ihre Dokumente damit sehr hohen Sicherheitsrisiken ausgesetzt.

Betroffen sind Cloud-Speicherdienste, ähnlich wie Dropbox. Konkret handelt sich um die Anbieter Nextcloud und ownCloud – deren Kunden ihre Daten auf einem eigenen Server speichern können, aber sich selbst um Updates kümmern müssen.

Eine Warnung, die im Namen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verschickt wurde, wurde ignoriert. Die Grünen benutzten eine stark veraltete Softwareversion, die zahlreiche Angriffsflächen bietet, reagierten aber auf die BSI-Warnung nicht. ….

Die Vorfälle verdeutlichen die Sicherheitsrisiken, die aus sorglosem Umgang der Politik mit den eigenen Informationen erwachsen. Nach den Hackerangriffen in den USA auf die Demokratische Partei und das Umfeld der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und der politisch motivierten Veröffentlichung von dort gewonnenen Informationen hat sich zwar auch in der deutschen Politik das Problembewusstsein verschärft – Parteien haben etwa begonnen, ihre IT-Systeme besser auszustatten. Doch im Alltag hapert es allzu oft an grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen.

Quelle: Spiegel Online vom Montag, 06.03.2017   13:08 Uhr

Freiheit für Deniz Yücel

Denis Yüzel Veranstaltung Stuttgart
Foto: © M. Seehoff

Auf die Nachricht der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei reagierten die AnStifter am 3. März 2017 mit einer Kundgebung vor dem türkischen Konsulat am Kernerplatz in Stuttgart. mehr…