Alle Beiträge von Michael M.

Schüler einer Ethikklasse gestalten Volkstrauertag

Flattichschule gestaltet Volkstrauertag
Foto: © M. Seehoff

Auch in diesem Jahr gestaltete eine Ethikklasse der Flattichschule aus  Münchingen unter Leitung der AnStifterin Dagmar Müller-Buchalik die Feierstunde zum Volkstrauertag mit ihrem Beitrag. Wie auch die Jahre zuvor greifen die Jugendliche aktuelle Themen auf und verweisen damit auf die Bedeutung des Volkstrauertages. Dieses Jahr war es das Thema Begegnungen. Einen ausführlichen Bericht dazu im Elsternest.

 

80 Jahre Peter Grohmann
Peter Grohmann ist nicht zu fassen!

Großer Blumenstrauß für Peter | Foto © M. Seehoff
Großer Blumenstrauß für Peter | Foto © M. Seehoff

Der Gründer der AnStifter, Peter Grohmann, feierte am 27. Oktober 2017 ein rauschendes Fest im Theaterhaus anlässlich seines achtzigsten Geburtstages. Thema des Abends, wie kann es anders sein bei diesem immerzu ruhelosen Anstifters, „Zeit zum Aufstehn!“

Barbara Stoll moderiert den Abend Sie hat alle Hände voll zu tun, die vielen RednerInnen und Musiker anzukündigen, führt aber in bekannter Ruhe durch den Abend.

Sein alter Weggefährte aus der Theaterlandschaft, Werner Schretzmeier, mit dem er in den achtziger Jahren das Theaterhaus gegründet hat, eröffnet als Hausherr den Abend.

Der tschechischer Fotograf und Dokumentarfilmer Vacláv Reischl hat ein Portrait des Jubilars gefilmt, das aktuelle Statements mit Teilen seiner Biografie zusammenschneidet und auch darin wird eine Überzeugung von Peter Grohmann deutlich: Das Leben ist ein Kabarett.

Loretta Paretti | Foto © M. Seehoff
Loretta Paretti | Foto © M. Seehoff

Schon seit 1973 arbeiten und essen Peter und Loretta Paretti gemeinsam, schmieden immer wieder Pläne, um die Welt ein wenig besser zu machen. Loretta hat ihre Kochkünste sehr oft wieder in den Dienst der AnStiftern gestellt. Legendär sind die kulinarischen Diskussionsabenden unter dem Motte „Abendmahl bei Loretta“ in ihrem kleinen Alimentari in der Römerstraße 8. An diesem Abend lässt sie die gemeinsamen Jahre wie ein Fünf-Gänge-Menue revue passieren.

Der AnStifter und Stadtflaneur Joe Bauer verliest in gewohntem kritisch-analytischem Stil eine Grußbotschaft auf seinen Weggefährten. Joe Bauer ist Kolumnist bei den Stuttgarter Nachrichten, Peter Grohmann hat sein Leben lang „gesetzt“.

Wolfgang Dauner und Jo Bauer | Foto © M. Seehoff
Wolfgang Dauner und Jo Bauer | Foto © M. Seehoff

Wolfgang Dauner hat im Theaterhaus im Laufe seiner langen Karriere viele Konzerte gegeben. An diesem Abend begrüßt er Peter im Club der achtzigjährigen und spielt auf dem großen Flügel des Theaterhauses dem Jubilar ein Potbury aus seinen Kompositionen. Ich habe Wolfgang Dauner vorher noch nie live gehört, besitze einige Platten von ihm, diesem Urgestein der Stuttgarter Jazzszene. Heute höre ich den virtuosen Tastenkünstler am Flügel improvisieren und er begeistert nicht nur mich. Der Singer/Songwriter Philipp Volksmund und sein Bruder Simon sind extra aus ihrer Wahlheimat Berlin angereist, um Peter an seinem 80sten Geburtstag zu feiern.

Das Leonard-Cohen-Projekt, ein akustisches Meisterwerk | Foto © M. Seehoff
Das Leonard-Cohen-Projekt, ein akustisches Meisterwerk | Foto © M. Seehoff

Der Höhepunkt des Abends ist für mich allerdings das Leonard-Cohen-Projekt, mit dem Peter seit einigen Jahren immer wieder auftritt und die deutschen Texte der Lieder von Leonard Cohen liest. Peter wäre nicht das Schlitzohr der außerparlamentarischen Opposition, wenn er manchen Texten von Cohen nicht eine aktuelle Note anfügen würde. Das harmonische Gitarrenspiel des Trios, bestehend aus: Manuel Dempfle, Jürgen Gutmann und Thomas Schmolz kann man nur perfekt nennen. Da sitzt jeder Ton. Videomitschnitte kann man hier und hier ansehen.

In seiner ihm eigenen Bescheidenheit, was seine Person angeht, hat Peter sich nichts zum Geburtstag gewünscht. Der Erlös des Abends soll in das neue Projekt der AnStifter fließen, das der Historiker Michael Uhl auf den Weg gebracht hat. Das Leben von Betty Rosenfeld soll einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Der Name Betty Rosenfeld steht für Aufklärung im Widerstand. Sie musste als Jüdin vor den Faschisten fliehen, kämpfte zeitlebens gegen Dummheit und Tyrannei und war die einzige Frau aus Stuttgart, die sich bei den Internationalen Brigaden in Spanien engagierte.

Dr. Annette Ohme-Reinicke überreiht Peter das von Jochen Stankowski gestaltete Buch | Foto © M. Seehoff
Dr. Annette Ohme-Reinicke überreiht Peter das von Jochen Stankowski gestaltete Buch | Foto © M. Seehoff

Doch die Geschäftsführerin der AnStifter, Annette Ohme-Reinicke, hat heimlich ein Buch mit Texten von diversen AnStiftern zusammen gestellt. Peters Freund und AnStifter-Grafiker Jochen Stankowski hat das Buch gestaltet. Dieses Buch überreicht sie Peter Grohmann am Schluss des Abends. Es ist in einer kleinen Auflage gedruckt und kann bei den AnStiftern erworben werden.

Stuttgart liest ein Buch
Der Nahe Osten zu Gast im Welthaus

Laiea Nekoufar und Odile Néri-Kaiser mit der Gruppe Hindukusch
Laiea Nekoufar und Odile Néri-Kaiser mit der Gruppe Hindukusch
Foto © M. Seehoff

Odile Néri-Kaiser und Laiea Nekoufar verstehen sich darauf, Geschichten lebendig zu erzählen. Zwei Frauen, zwei Herkunftsländer. Odile Néri-Kaiser ist in Frankreich geboren und Laiea Nekoufar im Iran, dem Land, in dem das erste Kapitel aus Nachts ist es leise in Teheran der Autorin Shida Bazyar spielt. Wie Bazyars Protagonisten – fünf Familienmitglieder – ist Laiea Nekoufar aus dem Iran zu uns gekommen und hat ihre Geschichten mitgebracht, die sie am 25. Oktober 2017 im Weltcafé vor über vierzig ZuhörerInnen erzählt.

Ein breites Bündnis

Alle drei Kooperationspartner dieses Abends: Das Welthaus, Die AnStifter, Kontext Wochenzeitung und das Schriftstellerhaus als Initiator des Lesefestivals „Stuttgart liest ein Buch“ hatten die Idee, die Geschichten des Landes nach Stuttgart zu bringen, aus der die Familie der Autorin stammt. Mit Odile Néri-Kaiser und Laiea Nekoufar brachten sie zwei Vollblutprofis der oralen Erzählkunst auf die Bühne des „Globalen Klassenzimmers“ des Welthauses. Mit wenigen Requisiten, ein paar Teppichen, einem reich verzierten Windlicht, schaffen die beiden Erzählerinnen eine warmherzige Atmosphäre.

Beim mündlichen Erzählen pulsiert etwas Wesentliches und Flüchtiges zugleich. Es hat eine besondere Herzenskraft, verwandelt unseren Alltag und lässt immer wieder neue Geschichten entstehen. Das wurde an diesem Abend erlebbar. Die Geschichten, die Odile Néri-Kaiser und Laiea Nekoufar erzählen funktionieren, wie auch die Märchen funktionieren, die in den unterschiedlichen Kulturen erzählt werden.

Geschichten und Musik in Harmonie

Die Lieder der Gruppe Hindukusch um den Sänger und Gitarristen Qasem Heidary passen perfekt auf die Erzählungen, denn beide Gattungen sind in der oralen Tradition verankert. Die Themen seiner Lieder haben alle vor Beginn der Veranstaltung in Deutsch und Farsi ausgehändigt bekommen, so dass die ZuhörerInnen mit den in Farsi vorgetragenen Liedern über den rein akustischen Genuss etwas verbinden können. Das Lied hat in unserer Gesellschaft einen großen Stellenwert: vor einem Jahr hat ein Sänger, Bob Dylan, verdient für seine „Poesie für die Ohren“, den Literaturnobelpreis erhalten.

Aber Geschichten werden bei uns nicht mehr oder nur selten mündlich erzählt (z. B. in der Poetry-Slam-Szene). Es ist schön, an diesem Abend an dieser Tradition teilhaben zu können. Viele Geschichten sind auch in anderen Gegenden in leicht variierter Form bekannt, so z. B. die von dem Schmuggler, der sein Leben lang über die Grenze geht und auf seinem Esel eine Kiste mit unwichtigen Dingen mitführt. Am Ende wird er gefragt, was er denn nun die vielen Jahre geschmuggelt hat und er antwortet: „Esel!“

Geschichte aus 1001 Nacht

Odile Néri-Kaiser und Laiea Nekoufar
Odile Néri-Kaiser und Laiea Nekoufar
Foto © M. Seehoff

Dervishe sind im vorderen Orient Männer, die starke Geschichten erzählen, erfahren wir an diesem Abend von Laiea Nekoufar. Hinter Dervishe brauchen sich diese beiden selbstbewussten Frauen nicht verstecken. Und wenn wir der Geschichte von Scheherazade lauschen, die ihren König mit Geschichten von seinem grausigen Tun, dem Töten seiner Frauen abbringt, so begreifen wir, wie wirkmächtig Geschichten sind. Scheherazade ist die Tochter des Wesirs des persischen Königs Schahrayâr, der von seiner Frau mit einem schwarzen Sklaven betrogen wurde. Davon überzeugt, dass es keine treue Frau auf Erden gibt, fasst Schahrayâr den Entschluss, sich nie wieder von einer Frau betrügen zu lassen. Deshalb heiratet er jeden Tag eine neue Frau, die er am nächsten Morgen töten lässt. Um diesem Treiben ein Ende zu bereiten, lässt Scheherazade sich selbst von ihrem Vater dem König zur Frau geben. In der Nacht beginnt sie, dem König eine Geschichte zu erzählen, deren Handlung am nächsten Morgen abbricht. Neugierig auf das Ende der Geschichte lässt König Schahrayâr sie am Leben.

Anna Hunger von der KONTEXT Wochenzeitung eröffnete den Abend mit dem Hinweis, dass sie als Journalistin ebenfalls Geschichten erzählt unter anderem Geschichten von Menschen, die die Welt verändern. Wenn wir auf die Weisheit der Geschichten hören würden, könnte sich die Welt ein wenig zum besseren wenden.

Stuttgart liest ein Buch
Grenzüberwindungen mit Wajiha Said

Wajiah Said in lebhaftem Gespräch, rechts neben ihr die Stuttgarter Künstlerin Christa Lippelt.
Wajiah Said in lebhaftem Gespräch, rechts neben ihr die Stuttgarter Künstlerin Christa Lippelt.
Foto © A. Kirchner

Die aus Syrien geflohene Autorin Wajiha Said las am 24. Oktober 2017 im Rahme des Lesefestivals „Stuttgart liest ein Buch“ in der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt. In Syrien ist sie eine bekannte Autorin und Frauenrechtlerin und hat bereits im arabischen Sprachraum dreizehn Bücher veröffentlicht.

Über die Balkanroute kamen Wajiha Said, ihr Mann, ihre Tochter Lounar und ihr Sohn Souyar nach Weinstadt, wo sie nach anfänglicher Unterbringung in einer Massenunterkunft Heimat gefunden haben. Sie sind zwei Wochen lang durch sechs Länder gelaufen. Angekommen in Deutschland hat Frau Said begonnen, ihre Erfahrungen dieser Flucht aufzuschreiben. Mittlerweile ist es als Buch unter dem Titel: Die fünfte Durchreise auf Arabisch erschienen.

Musikalische Begleitung durch die Kinder der Autorin

Souyar und Lounar Said begleiten die Lesung musikalisch
Foto © T. Seehoff

An diesem Abend in Cannstatt ist die ganze Familie anwesend und gestaltet das Programm: Wajiha Said liest aus ihrem Buch, die Tochter Lounar singt Lieder aus ihrer kurdischen Heimat, begleitet von ihrem Bruder Souyar auf der Saz, der siebensaitigen, langhalsigen Laute, die überall in den Ländern des vorderen Orients gespielt wird.

Hier in der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt erklingt die Musik der beiden jungen Leute, ähnlich wie vor fünfzig Jahren in diesem Stadtteil die Musik der Arbeitsmigranten aus Griechenland, Italien und der Türkei in den Kneipen erklang, denn Bad Cannstatt hat einen extrem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergund. Das war auch ein Grund, warum die Stadtbibliothek Stuttgart das Ansinnen der Leiterin dieser Dependance, Frau Kirchner, von Anfang an unterstützt hat, als Kooperationspartner des Lesefestivals neben der Bibliothek am Mailänder Platz einen eigenen Programmpunkt zu gestalten. Dazu gehörte nicht nur die Einladung an eine Autorin und ihrer musikalischen Kinder, sondern auch eine Kooperation mit der evangelischen Pfarrerin Friederike Weltzien und der Flüchtlingsgruppe „Hand in Hand“ anzubahnen, die die Übersetzungen machten und die Zuhörer am Schluss mit in Weinblätter gerolletem Reis beköstigten. Süßspeisen aus Syrien und mit Minze gewürzter Kartoffelkuchen brachten Freunde der Autorin mit.

Im Visier des Staates wird Wajiha Said zur Flucht gezwungen

An diesem Abend wird im Gespräch klar, warum Wajiha Said aus ihrer Heimat fliehen musste. Sie floh aus ähnlichen Gründen wie der jungen Mann in Shida Bazyars Roman Nachts ist es leise in Teheran, der als Kommunist vor der Machtübernahme der Mullahs floh. Auch sie ist mit ihrer Kritik an dem politischen System in ihrem Land ins Visier des Assads-Regimes geraten: Sie schilderte in ihren Büchern die Situation politischer Gefangener und schrieb über die inhaftierten Frauen im Frauengefängnis in Al-Hassaki.

Wajiha Saids Buch Die fünfte Durchreise ist nicht nur Tatsachenbeschreibung der schwierigen Situation in den Grenzgebieten Syriens und der Flucht aus ihrer Heimat. Es ist vielmehr ein lyrisch stark verdichteter Stoff, der sehr intime Passagen enthält, die sie in einer ungewöhnlichen Form abgefasst hat. Die Gewalt, die ihr angetan wurde wird von ihr personalisiert in einer fiktiven männlichen Person, ja diese Erlebnisse werden zum Mann. Ihr lebhafter Diskussionsstil erfordert einen hohen Einsatz von der Übersetzerin, Frau Weltzin, die dabei von Syrern aus der Flüchtlings-Gruppe „Hand in Hand“ unterstützt wird.

Lesung und Gespräch: zweisprachig

Vier Passagen liest Wajiha Said in arabischer Sprache. Die Zuhörer haben so Gelegenheit, die arabische Sprachmelodie zu erleben. Die deutsche Übersetzung liest die Stuttgarter Künstlerin Christa Lippelt gleich im Anschluss eines jeden Teils. Die deutschen Besucher können so dem Gelesenen und der Diskussion mit der Autorin folgen.

Wajiah Said mit ihren Kindern Souyar und Lounar
Wajiah Said mit ihren Kindern Lounar und Souyar
Foto © A. Kirchner

Nach Lesung, Gespräch und Diskussion mit dem Publikum und dem musikalischen Abschluss überreicht Frau Kirchner der Autorin einen großen Blumenstrauß und bedankt sich im Namen ihres gesamten Teams. Blumen, die bei uns bei solchen Anlässen gerne übergeben werden, sind in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Region des nahen Ostens eine Seltenheit geworden. Es bleibt zu hoffen, dass der Krieg bald zu Ende geht und Blumen auch in der Heimat der Familie Said wieder blühen können. Dann kann Wajiha Said wieder in ihrer Heimat publizieren und muss sich nicht auf den steinigen Weg machen, der mit der Übersetzung und der Verlagssuche verbunden ist. Wenn ihr Buch übersetzt einen Verlag findet, was wir ihr wünschen, dann wird das für sie die sechste Überquerung.

Buchcover "Die fünfte Durchreise" von Wajiha SaidDie fünfte Überquerung
arabische Ausgabe

zu beziehen über die Autorin (Anfragen bitte über DieAnstifter stellen)

Stuttgart liest ein Buch
Lesefestival in der Musikhochschule eröffnet

Stuttgart liest ein Buch
Janina Picard (li) spricht einen Auszug aus dem Roman von Shida Bazyar
Foto: © M. Seehoff

Am 17.10.2017 fand in der Hochschule für Darstellende Kunst und Musik Stuttgart in festlichem Rahmen die Eröffnung des Lesefestivals „Stuttgart liest ein Buch“ statt. Im Mittelpunkt steht der Roman der jungen Autorin Shida Bazyar Nachts ist es leise in Teheran. Ein vielschichtiges Programm haben die Veranstalter rund um die im Roman aufgeworfenen Fragen zusammen gestellt.

Einen ausführlichen Bericht über die Eröffnungsveranstaltung ist auf dem Blog Elsternest nachzulesen.

Die Anstifter steuern zwei Veranstaltungen zum Festival bei:

Am 24. Oktober um 19:30 Uhr liest die syrische Autorin Wajiha Said aus ihrem gerade erschienen Buch „Die fünfte Durchreise“ in der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt. Ihre Tochter und ihr Sohn begleiten die arabisch-deutsche Lesung mit ihrer Musik. Die deutschen Texte liest Christa Lippelt, moderiert wird die Veranstaltung von Michael Seehoff.

Am 25. Oktober um 19:30 Uhr veranstalten die Anstifter in Zusammenarbeit mit KONTEXT Wochenzeitung und dem Welthaus im Welthaus einen Abend mit erzählten Geschichten und Musik der Gruppe Hindukusch. Odile Néri-Kaiser und Laiea Nekoufar entführen die ZuhörerInnen in die Welt der Erzähltradition des Iran. Moderiert wird die Veranstaltung von Anna Hunger von der KONTEXT Wochenzeitung.

Che Guevara

Che Guevara
Was vomTage übrig blieb

Vor 50 Jahren, am 9. Oktober 1967 starb Che Guevara. Was ist übrig gebleiben? Darüber gibt eine interessante Sendung im Deutschlandfunk Auskunft: „Was vom Mythos übrig blieb“

In den Maschinenraum der Parteien geschaut
„Wir sind gescheitert“

Sagt Thomas Strerath, Vorstand von Jung von Matt selbstkritisch zu der CDU-Kampagne seiner Agentur, die den Wahlkampf der CDU gestaltet hat. Siehe auch den Beitrag über die CDU in der in der Miniserie über die Parteien.

Er konstatiert kritisch:

Die Wut ist ein Wesen, das wächst, je stärker sie attackiert wird. Und das war so, wie nach Regieplan: Jeder sah sich gefordert, die Rechte zu jederzeit und zu jedem Thema anzugreifen. Ihre Themen sollten keinen Platz haben, aber ihre Vertreter in jeder Talkshow sitzen. Und je stärker man im Establishment erklärte, dass man dieser Wut keinen Platz geben möchte, desto größer wurde sie. Die mediale Thematisierung und Überhöhung der AfD, auch in Social Media, war Futter für die Hydra. Und so wuchs sie auf knapp 13 Prozent am Wahltag, dabei lag sie am 3. September noch bei 8 Prozent. Ein Zuwachs von 60 Prozent in drei Wochen!…

…Und wir? Wir hatten in den drei Wochen nach dem TV-Duell, in den drei Wochen der Skandale der AfD, keine neue Antwort mehr. Zu statisch, zu defensiv war der Angang. Ist der Gegner jetzt rechts oder links oder grün oder gelb? Und mit abnehmender Zustimmung in den letzten Tagen vor der Wahl, war dann nicht mehr genug Mut, genug Kraft, wenn überhaupt genug Erkenntnis über das da, was gerade in Deutschland passiert ist. So haben wir vielleicht erst geholfen, das zu ermöglichen, was wir genau verhindern wollten. Wir könnten enttäuschter nicht sein. Merkel hat gewonnen, wir sind gescheitert.

Quelle: Horizont.net

 

In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Wahlanalyse

Wahlanalyse

Eine gute Datenanalyse zur Wahl in grafischer Form
gibt es auf Spiegel.de

Aktualisierung am 27.09.2019: Das Bild wurde ausgetauscht. Alle grafischen Analysen im Spiegelartikel

Aslı Erdoğan erhält Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2017

© Gürcan Öztürk

Am Freitag, 22. September, erhielt Aslı Erdoğan den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2017 verliehen. Während einer Feierstunde im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses überreichte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert den Preis, der nach dem weltbekannten, in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque benannt ist. Damit hat die türkische Journalistin und Schriftstellerin neben dem Friedenspreis der Anstifter einen weiteren wichtigen Preis für ihre Arbeit erhalten. Sie nahm an der Verleihung des Preises teil. Das lässt hoffen, dass sie auch am 10. Dezember zur Verleihung des Friedenspreises der Anstifter ins Theaterhaus kommen wird.

In ihrer Dankesrede erzählt Aslı Erdoğan von einem Erlebnis aus dem Frauengefängnis von Istanbul, in dem sie 132 Tage in Haft saß. Sie hatte Frauen in ihrer Zelle beobachtet, die heimlich eine Pflanze aufgezogen hatten. Dabei gab es keine Erde für das zarte Gewächs, nur ein Provisorium aus Eierschalen und Teebeuteln: „Sie haben versucht, diese kleine Pflanze zu verbergen und am Leben zu erhalten. Sie haben ihr die Sonne und den Regen gezeigt als wäre sie ihr kleiner Prinz. Und natürlich wurde diese kleine Pflanze entdeckt – und die Wächter haben sie den Frauen mit Freude aus den Händen gerissen. Das hätten Sie sehen sollen: Frauen, einige seit zehn Jahren und länger in Haft, die um diese kleine Pflanze weinen!“

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Das Wahlorakel #4

Gewinn - Verlust

Am Wahlabend um 19:30 Uhr wird klar: Die beiden Parteien in der großen Koalition haben gegenüber allen anderen deutlich verloren. Martin Schulz will die große Koalition nicht fortsetzen. Dann gibt es realistisch nur eine Jamaika-Koalition.