Alle Beiträge von Burkhard Heinz

Über Burkhard Heinz

Ich bin geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die hier von mir erscheinenden Beiträge geben nicht die Meinung der Anstifter wieder und stehen lediglich in einem thematischen Verhältnis zu meinen unternehmerischen Aktivitäten. Es sind daher vor allem um Sachlichkeit bemühte Beiträge, die sich mit den Themen Medien und Kommunikation beschäftigen.

Kick oder Kack
Pressearbeit: So macht es Hr. H.

Nebel

Herr H. ist der wichtigste Vertreter einer Unternehmerorganisation. Er hat viel Erfahrung, hat die Pensionsgrenze schon vor „einigen“ Jahren hinter sich gelassen und bemerkt in jüngster Zeit verstärkt, dass er kürzer treten muss. Dass er immernoch auftreten kann, hat er nun kürzlich wieder in einer großen Pressekampagne unter Beweis gestellt. Der in der Region wichtigsten Tageszeitung stellt er sich zu einem Interview, dessen wichtigste Inhalte auf der ersten Seite in Form eines mehrspaltigen Berichts wiedergegeben werden. Herr H. weiß wie Pressearbeit geht. Er hat die Erfahrung. Sein Bericht beginnt deshalb mit der Feststellung, dass alleine die von seiner Organisation vertretenen Unternehmen zwischen 2007 und 2016 41% der Jobs geschaffen haben.

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Kick oder Kack
Schwarze Löcher und Zeitung lesen

Earthrise

Vor wenigen Tagen bemühten sich die Astronomen des Event-Horizon-Telescope-Kollaboration um Aufmerksamkeit. Das Ereignis: sie hatten ein „Schwarzes Loch“ fotografiert, das, wie jedes Ungetüm dieser Kategorie, in einer unvorstellbaren Entfernung von der Erde, mit einem unvorstellbaren Gewicht, im Weltraum sein Unwesen in dem Sinne treibt, dass dieses „Ding“ alle in seiner Umgebung befindliche Materie wie ein Industriestaubsauger aufsaugt, den man in ein Aquarium hält.

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Kick oder Kack
Action or Emotion

User-Interaktionen sind das A und O des Internets. Um die Relevanz einer Website, eines Twitter-Accounts oder einer facebook-Seite zu bestimmen, sind die User-Interaktionen das oberste Kriterium. Ohne Likes, Shares und Kommentare haben es Angebote eher schwer auf vorderen Plätzen von Suchmaschinen-Ergebnissen gelistet und damit wahrgenommen zu werden. mehr…

Hörzu, guck hin!

Ein Beispiel für die mediale Verwertung von Greta Thunberg fand am vergangenen Wochenende statt: die Verleihung der Goldenen Kamera durch die Fernsehzeitschrift Hörzu.
Angesichts fallender Zuschauerzahlen wollte man sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und erfand die „Goldene Kamera für den Klimaschutz“. Für die Frauen und Männer im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sicherlich ein willkommener Inhalt, denn die Goldene Kamera konnte in einem Atemzug mit der jungen Schwedin und dem Vorschlag dieser für den Friedensnobelpreis genannt werden. mehr…

Kick oder Kack
Überwiegend unwichtig!

Und tatsächlich, es scheint nicht richtig zu sein, von der „überwiegenden Mehrheit“ zu sprechen. Ich bin zwar nicht dazu geeignet, über richtiges oder falsches Deutsch zu schreiben, aber für die „überwiegende Mehrheit“ will ich mal eine Ausnahme machen. Warum? Weil mir, ich gebe es zu, diese Floskel bisher noch nicht unangenehm aufgefallen ist. mehr…

Kick oder Kack
EU-Urheberrechtsrichtlinie

Bisher war es das so genannte Providerprivileg, das Plattformen wie Google, Youtube, Facebook, Twitter, Instagram etc. gegen weitergehende Forderungen von Rechteinhaber schützte. Das Providerprivileg ist ein Konzept, das dem des reitenden Boten ähnelt. Für die Nachricht, die der Bote überbringt, ist er selbst nicht verantwortlich, weil er nur der Überbringer ist. Angewendet auf das Internet heißt das, dass der Provider dank des Providerprivilegs davor geschützt wird, für bereit gestellte Inhalte, die er selbst nicht erstellt hat, zur Rechenschaft gezogen zu werden.

 

In der neuen Urheberrechtsrichtlinie soll nun vor allem genau dieses Privileg für bestimmte Arten von Plattformen beseitigt werden.

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Kick oder Kack
Vom Lauf einer Pressemitteilung

Eine Pressemitteilung kann unabhängig vom Wahrheitsgehalt der durch sie verbreiteten Daten in den Medien die Runde machen und sehr hohe Reichweiten erzielen. Voraussetzung dafür scheint zu sein, dass sie nachts von einem nicht ganz unbekannten Medium – am besten im Printbereich – aufgegriffen, veröffentlicht und damit verbreitet wird. Wenn der Inhalt der Meldung jetzt von allgemeinerem Interesse ist, dann ist die späte Stunde recht gut dazu geeignet, dass die entsprechende Meldung ungeprüft in den nächsten Stunden von einer und dann auch von anderen Presseagenturen aufgenommen und multipliziert wird. mehr…

Kick oder Kack
Das globale Hähnchen?

Ich war neulich auf einem Seminar. Es ging darum, wie das wirtschaftliche Gefälle zwischen Industriestaaten und ehemaligen Kolonien ausgeglichen werden kann. Nicht, dass ich denke, dass es dieses postkoloniale Gefälle nicht gibt, ich bin aber weit davon entfernt zu wissen, wo welche Staaten von diesem Ungleichgewicht genau betroffen sind und was man zu dessen Beseitigung tun kann.

Als ein Beispiel wurde Ghana genannt. Ghana liegt an der afrikanischen Westküste und gehört geographisch in einen Bereich mit (ehemaligem) deutschem Kolonialeinfluss: Togo und Kamerun, jeweils „etwas“ weiter östlich an der Atlantikküste waren bis zum Ende des 1. Weltkrieges „überseeischer Besitz des Deutschen Reiches“. Nun gut, so wichtig ist das für die folgenden Zeilen nicht. mehr…

Kick oder Kack
„Von Natur aus so natürlich?“

Biolandbau ist eine gute Sache. Die Ziele dieser Form landwirtschaftlichen Wirkens sind vernünftig. Boden, Luft, Wasser und andere Ressourcen werden nicht als unendlich betrachtet. Man geht schonend mit ihnen um. Das ist gut.
Aber wie verhält es sich mit dem Begriff der Natürlichkeit als einem Grundprinzip des Biolandbaus?
Hier wird es schwierig, denn Landwirtschaft, verstanden als eine Aktivität, die geschichtlich dem Stadium des Jagens und Sammelns folgt, kann nicht natürlich sein. Säen, wässern, schützen, ernten, züchten sind „unnatürliche“ Kultur-Tätigkeiten, die Lebensräume, Boden, Gene und Klima verändern. Um diesen Grundwiderspruch aufzulösen hat sich der Biolandbau vorgenommen Landwirtschaft im Einklang mit und lernend von der Natur zu betreiben. Die ökologische Landwirtschaft, eine Bezeichnung, die hier als Synonym verstanden werden soll, will Methoden und Mittel einsetzen, die auch von der Natur selbst angewendet werden. Vom Menschen hergestellte, künstliche Substanzen sind für diese Form der Nahrungsmittelerzeugung tabu.

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Kick oder Kack
Flat-Earth-Loop

Nicht nur das Handwerk leidet unter selbstanleitenden Youtube-Videos. Klempner, Schreiner und Elektriker kommen neben anderen Berufsgruppen und deren Kundschaft durch das audiovisuelle Material, das auf der zu Google gehörenden Plattform angesehen werden kann, zu seltsamen Überzeugungen. Die Erde, so eine an Popularität gewinnende, aber eigentlich aus dem Mittelalter stammende Überzeugung, sei nämlich keine Kugel, sondern eine Scheibe. mehr…