Friedenskundgebung in Osnabrück
Israelis und Palästinenser demonstrieren gemeinsam

Während eine Stuttgarter “Friedens”-Demo heute um 16.30 auf dem Schlossplatz weitgehend Positionen vertritt, die öffentlich auch von der Hamas vertreten werden, zeigt eine Demo in Osnabrück, wie es richtig gehen könnte. Denn erstmals in Deutschland haben Israelis und Palästinenser in Osnabrück gemeinsam zu einer friedlichen Demonstration gegen den Krieg in Gaza aufgerufen.

via Neue Osnabrücker Zeitung.

Syrias “bloodiest two days yet”, 700 dead

Raqqa-mad

Human rights activists are calling it the bloodiest 48 hours of the Syrian conflict to date. Over the course of Thursday and Friday, they say, more than 700 people were killed in clashes between the militant group known as the Islamic State of Iraq and Greater Syria ISIS and government forces. While the scale of such a massacre is staggering, the downing of a Malaysian passenger plane over Ukraine and Israel’s escalating attacks on Gaza dominated international headlines last week, leaving Syria’s grief relegated to the back-burner

via MuslimVillage.com.

Ergänzung
“Kultur des Hasses”

netanjahu

In der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung illustriert seit gestern Abend das hier gezeigte Bild ein Interview mit einem Psychologen namens Rolf Verleger. Man muss die Meinung dieses Herrn nicht teilen, aber man kann Anstoß an dem erwähnten Bild nehmen, auf dem Benjamin Netanjahu, der Ministerpräsident Israels, in der Pose des blutsaugenden Kindermörders dargestellt wird, eine – vorsichtig ausgedrückt – von Hass (und gewissen Klischees) “nicht ganz freie” Darstellung. Neben der Frage, ob einem selbst aufgefallen ist, wer oder was auf dem Pappschild zitiert wird und in welchen Zusammenhang einem ganz ähnliche Darstellungen schon einmal begegnet sind, könnte man sich noch am Kopf kratzen und sich fragen, was denn die Überschrift bedeuten könnte: “In ISRAEL (meine Hervorhebung) gibt es eine Kultur des Hasses”. Ja wurde das Foto denn in Israel oder in Deutschland aufgenommen?

Das Bild stammt übrigens von Daniel Bockwoldt und wurde auf einer Demonstration in Berlin aufgenommen. Es illustriert im Online-Angebot der Westdeutschen Zeitung einen Text über judenfeindliche Parolen bei Demonstrationen gegen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen. Der Nordbayerische Kurier macht das Bild sogar zum Thema und schreibt: “Anti-israelisches Plakat bei einer Demonstration in Berlin“. Die in Nordrhein-Westfalen erscheinende (konservative) Rheinische Post verwendet das Bild und formuliert noch klarer: “Entsetzen über antisemitische Hass-Parolen“.

Die Bildunterschrift in der Stuttgarter Zeitung lautet übrigens: “… Ministerpräsident Netanjahu steht wegen seiner Palästina-Politik im Zentrum der Kritik.”

Hm. So sieht also das “Zentrum der Kritik” aus…. (bh)

Anzeige der israelischen Friedensinitiative Gush Shalom

Enough!

Genug!

Die Körper von Zivilisten und Soldaten stapeln sich in den Straßen von Gaza.

Dutzende Kinder wurden umgebracht.

Israel versinkt in Gaza in einem neuen Sumpf.

Genug! Wir müssen das Blutvergießen und die Belagerung des Gaza-Streifens beenden.

Es gibt keine militärische Lösung. Nur Verhandlungen können an der Grenze Ruhe schaffen.

Gush Shalom (Wikipedia, offizielle Website)

Wettern der Woche
Auge für Auge

Es erzählt eine Legende von fünf blinden Männern, die einen toten Elefanten finden. Sie wissen sofort: Es ist etwas Großartiges! Und so beschließen sie, das Fundstück von allen Seiten zu untersuchen. Der eine entdeckt inspiziert den Stoßzahn, der andere den gewaltigen Rücken, der dritte untersucht den Schwanz, der vierte den Rüssel und der fünfte Blinde die Zehen der Vorderbeine. Als sie ihre Erfahrungen austauschen, stellen sie fest, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Guantanamo oder Gaza, Ostukraine oder Omertà – wir wissen nicht mehr, wo vorn und hinten ist, vor allem, wenn man den Elefanten nachts umdreht oder wiederbelegt. Während im Falle Gaza bewusst wie unbewusst antisemitische Klischees mobilisiert werden, überwiegt bei der Ostukraine der Blick auf den Putinschen Stoßzahn. Russische Nachrichten – No wosti, Genosse? – werden im Gedenken an den Antikommunismus so gut wie nirgends zitiert, und die Akteure von Revolution und Konterevolution mahnen die Betroffenen mit einem Spruch des Kinderschänders Berlusconi: „Wer taub, blind und stumm ist, lebt hundert Jahre in Frieden.“
Die mit den Waffen Krieg und Frieden spielen, proklamieren ungeniert Bibel oder Tora, Koran oder Schari’a und jagen den Gläubigen nicht nur einen Heidenschrecken ein, sondern lassen den frommen Worten gemeine Taten folgen: Raketen aus dem Wohnzimmer, Granaten ins Kinderzimmer. Das neue Volkslexikon Wikipedia meint, dass nach überwiegender rabbinischer und historisch-kritischer Auffassung bei der Vergeltung ein angemessenen Schadensersatz verlangt wurde, um die im alten Orient verbreitete Blutrache einzudämmen und durch die Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe abzulösen. OK, das ist lange her und war früher so.

Unrecht? „Das sieht ja ein Blinder mit dem Krückstock“, tät’ heute meine Omi Glimbzsch aus Zittau sagen. Aber ihr Blinder würde spätestens vor dem toten Elefanten kapitulieren, weil es zu dunkel ist geworden ist. Dafür sind die fünf Blinden dieser Tage sind laut: Auge für Auge, rufen sie, Zahn für Zahn!

Bryan Adams
Models und Soldaten

Gerry Weber, Händler für Mode und Textil mit einer Filiale auch auf der Königstraße in Stuttgart, bringt ein Sonderprogramm auf den Markt und schaltet dafür im September erstmals Werbespots im deutschen Fernsehen. Fotografiert wurden die Models der NY Collection von Sänger Bryan Adams. Ganz andere Fotographien dieses Künstlers sind noch bis zum  7. September 2014 im Stadthaus Ulm in einer Ausstellung mit dem Titel “Die Gesichter des Krieges” zu sehen, wo auch Bilder der in Afghanistan von einem afghanischen Polizisten ermordeten Anja Niedringhaus gezeigt werden. Die Bilder von Bryan Adams dürften zu den besten Bildern des Genres Krisenfotographie überhaupt zählen. In der Ausstellung selbst heißt es zu den Aufnahmen von Adams: “Mit der nüchternen Präzision einer Großbildkamera und vor sachlich ausgeleuchtetem Studiohintergrund dokumentiert er die Kriegsverletzungen der Männer und Frauen, zeigt ihre Verstümmelungen, Narben und Verbrennungen. Adams hat die Verwundung der oft noch sehr jungen Veteranen im Blick. Er portraitiert ihren trotzigen Willen und Stolz, mit dem sie um ihren Weg zurück ins Leben kämpfen. Sie posieren nicht in heroischem Patriotismus, sie umgibt vielmehr die Aura eines verstörend provokativen Optimismus.”(bh)

20.Juli
Die Unverstandenen

Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang auf einen Text in der heutigen Stuttgarter Zeitung (19.7.2014) mit dem Titel “Die Unverstandenen” zu verweisen. Autor ist Werner Birkenmaier. Er beschreibt klar die Tradition der Attentäter vom 20.Juli, deren Geist nur dank der Alliierten zerschlagen werden konnte, so dass er NICHT zur Grundlage der neuen Bundesrepublik wurde. Von Stauffenberg war nicht gegen den Nationalsozialismus, er war “nur” gegen einen seiner “Auswüchse”, Adolf Hitler. Allein dieser Umstand sollte “jungen Menschen” vermittelt werden, um ihnen zu zeigen, das Verwestlichung nichts Negatives ist, sondern Bollwerk gegen jene Deutschtümelei, wie sie auch von Stauffenberg und seinen Kameraden hochgehalten wurde.(bh)