Wann: Freitag, 11. Dezember, 19h

Wo: Hospitalhof, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Wer: Die Anstifter


Am 3. September 1786, morgens um drei, schlich sich Goethe aus Karlsbad fort, wo er kurz zuvor im Kreis der Weimarer Hofgesellschaft seinen 37. Geburtstag gefeiert hatte. Es war eine Flucht und erst zwei Monate später meldete sich der Dichter bei seinen Freunden und gab seinen Aufenthaltsort bekannt: Rom.


Fast zwei Jahre blieb Goethe fort und erlebte in Rom eine Wiedergeburt als Mensch und Künstler, so dass er im hohen Alter bekannte: „Ja, ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen; ich bin, mit meinem Zustand in Rom verglichen, eigentlich nachher nie wieder froh geworden.“
Ein Glanzlicht in Goethes Reisebericht ist seine lebhafte Schilderung des Römischen Karnevals: Sie bildet den Abschluss unseres Programms, das auch nach Neapel und Sizilien führt – und entführt…

Dorothea Baltzer (Schauspielerin und Sprecherin), Frank Ackermann (Philosoph und Schriftsteller) und Frank Eisele (Akkordeon) machen als Trio seit Jahren literarische Bühnenprogramme.

Wann: Samstag, 30.01.2027, 10:30 Uhr

Wo: Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


In Anlehnung an die Idee des Films Powers of Ten von Charles und Ray Eames unternehmen wir eine Reise mit Bildern nach beiden Seiten unserer Lebenswirklichkeit: Auf der einen Seite bis in die Tiefen des Mikrokosmos jenseits der Atombausteine;
auf der anderen Seite hinaus und zurück bis an die Enden und den Anfang des Universums nach dem Standardmodell der Kosmologie. Dabei wird jeweils auch der aktuelle Stand der Forschung mit einbezogen. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.

Martin Welsch, Jahrgang 1954, ist Physiker und Informatiker. Er war Chief Technology Advisor bei IBM in Forschung und Entwicklung und lehrte und forschte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Sein besonderes Anliegen ist die verständliche Vermittlung aktueller technologischer Entwicklungen und die Diskussion der damit verbunden gesellschaftlichen und philosophischen Herausforderungen auch jenseits der Expertenkreise.

Kostenbeitrag: 10 Euro,
inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Hier Anmelden: Philosophisches Café 30.01.2027 10:30 Uhr Hegelhaus – Formular ausfüllen

Wann: Samstag, 13.02.2027, 10:30 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die Anstifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


Die liberalen westlichen Demokratien hatten ihre Hoch-Zeit während der ersten Nachkriegsjahrzehnte, als sich der Klassenkonflikt zum Verteilungskonflikt gemäßigt hatte und sich in nahezu allen westlichen Ländern wirtschaftsnahe konservative und sozialdemokratisch orientierte Parteien gegenüber standen. Der Erfolg des Neoliberalismus mit seiner Politik der Alternativlosigkeit führte zunächst zum Rückgang der Wahlbeteiligung, zu Entpolitisierung und Resignation breiter Bevölkerungsgruppen. Das hat sich geändert: Beispielhaft Donald Trump in den USA, aber auch die rechtspopulistischen Parteien Europas treten mittlerweile als Rächer der missachteten und gekränkten Massen auf und feiern spektakuläre Wahlerfolge.

Der Vortrag wird den Aufstieg des Rechtspopulismus nicht aus der üblichen Perspektive gesellschaftlichen Strukturwandels erklären, sondern sich auf die politische Logik des Niedergangs demokratischer Repräsentation konzentrieren und den Aufstieg eines neuen, als affektive Gegenmobilisierung charakterisierten Repräsentationstyps beschreiben. Die These wird lauten, dass die damit verbundene Transformation der Demokratie zur autoritären Führerdemokratie nur durch die Wiederbelebung und Repolitisierung demokratischer Kontroversen um das Gemeinwohl aufzuhalten sein wird.

Winfried Thaa, Prof. em. für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Trier. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Zusammenbruch des Sozialismus sowjetischen Typs, zum politischen Denken Hannah Arendts und zu Fragen der politischen Repräsentation.

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl.
Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Wann: Samstag, den 27. Februar 2027, 10:30h

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: Die Anstifter


Mit „Situation und Konstellation“ hat Hartmut Rosa ein Buch vorgelegt, das den interessanten Versuch unternimmt, die beiden Denkströmungen Kritische Theorie und Phänomenologie zusammenzudenken. Wir wenden uns zunächst dem Inhalt des Buchs zu und erkunden, was uns die phänomenologische Differenzierung von Situation und Konstellation über unser alltägliches Leben und die Politik zu sagen hat. Zudem sprechen wir aber über die historische Entwicklung der beiden einflussreichen philosophischen Großschulen von Kritischer Theorie und Phänomenologie. Im aktuellen Diskurs werden immer mehr die Verbindungslinien dieser beiden Ansätze gesucht, um die historisch bedingte gegenseitige Nichtbeachtung, bis hin zur Feindschaft, zu über winden.

Jonathan Lübke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ethikzentrum der Universität Tübingen und forscht zu Nachhaltiger Entwicklung sowie zur Phänomenologie.

Kostenbeitrag: 10 Euro,
inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Wann: Samstag, 20. März 2027, 11h

Wo: Treffpunkt: Museum Hegel-Haus Idealistischer Stadtspaziergang mit Frank Ackermann

Wer: Die Anstifter


Der Schiller und der Hegel, der Schelling und der Hauff… Diese Verse sind weithin bekannt, aber wenig bekannt sind die Orte, an denen die Genannteneinst in Stuttgart wohnten.

Wir beginnen diesen idealistischen Stadtspaziergang am Museum Hegel-Haus, kommen vorbei an Schillers „Räuber-Höhle“ und an dem Gasthof, in dem Goethe sein „Wanzenabenteuer“ hatte.


In der Königstraße wurde Gustav Schwab geboren hier starb der Dichter und Musiker C. D. F. Schubart, und Hölderlin hatte hier seine dichterisch fruchtbarste Zeit (u.a. die Elegien „Stuttgart“ und „Der Gang aufs Land“).


Einen realistischer Kontrapunkt bildet schließlich der Gasthof „Bären“, in dem Casanova arretiert wurde – was ihn zu seiner „Flucht aus Stuttgart“ zwang. „Die Flucht war schwierig“, schrieb er, „aber nicht so schwierig wie die Flucht aus den venezianischen Bleikammern“….


Der Spaziergang endet im Museum Hegel-Haus, wo es im historischen Gewölbekeller ein ausklingendes Glas Hegel-Wein geben wird.


Dauer des Rundgangs: ca. 1,5 Stunden


Anmeldung bei Bernd Möbs 0711/2624117 oder

www.bernd-moebs.de


Kostenbeitrag: 19 Euro

Eine Ermunterung:
Unverfroren. Huhu, ich bin’s, unser Konto: 18
Bank: GLS-Bank, BLZ 430 609 67, KNr 7000 582 701 – Die AnStifter
IBAN: DE31 4306 0967 7000 5827 01, BIC: GENODEM1GLS

Wann: Donnerstag, den 1. April, 19h

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: Die AnStifter


Das Recht des Individuums auf persönliche Freiheit zieht sich wie ein roter Faden durch Hegels Werk. GFW war einer der wenigen ersten, der auf der Betonung der Selbstbestimmung fast seine ganze Philosophie begründete. „Philosophen der Freiheit“ fehlen heute, jammert der Kabarettist. Vieles in Hegels beruflichem und privatem Leben war durch Unstetigkeit und Geldmangel gekennzeichnet – wie bei Grohmann! Abwechselnd verdingte er sich als Journalist, Redakteur und Pädagoge.


Kostenbeitrag: 10 Euro

Wann: Samstag, den 3. April 2027, 10:30h

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: Die AnStifter


Mit den Eroberungen Alexanders des Großen begann im 4. Jahrhundert v. Chr. die Epoche des Hellenismus. An die Stelle der vertrauten, überschaubaren Stadtstaaten traten von Königen regierte Territorialstaaten. Den Griechen erschlossen sich da durch ganz neue Welten. Viele zog es in die Ferne, doch viele fühlten sich in den neuen Verhältnissen unsicher, wandten sich von der Politik ab und suchten im Privaten nach neuen Orientierungen. Diese fanden sie in der Philosophie und in der Religion. Die Philosophie fragte dabei nicht mehr wie in den Zeiten Platons nach dem besten Staat, sondern nach dem Glück des Einzelnen. Und in der Religion fanden zunehmend Kulte aus dem Orient Anklang, die anders als die alten griechischen Staatsgötter persönliche Erfüllung und spirituelle Erbauung versprachen – eine der Voraussetzungen für den späteren Siegeszug des Christentums. Der Vortrag schildert das faszinierende Spannungsverhältnis zwischen Globalisierung und Isolierung in einer prägenden Phase der Weltgeschichte.


Holger Sonnabend lehrt Alte Geschichte an der Universität Stuttgart. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Antike, u.a. „Nero. Inszenierung der Macht“ (2016), „Tiberius. Herrscher ohne Volk“ (2021), „Aufstieg und Fall großer Reiche“ (2022), „Die Antike in Berlin“ (2026).


Kostenbeitrag: 10 Euro
inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Wann: Samstag, den 17. April 2027, 10:30h

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: Die AnStifter


Nachdem infolge der napoleonischen Kriege die Universität Jena geschlossen wurde und Hegel da mit seine Professorenstelle verloren hatte, wurde er Gymnasiallehrer in Nürnberg. In dieser Zeit (1808 –1816) arbeitete er weiter an seinem System der philosophischen Wissenschaften und unterrichtete es seinen Gymnasiasten – von der Unterklasse bis zur Oberklasse. Dazu fertigte Hegel spezielle Hefte an, und insbesondere das Heft zur Rechts- und Moralphilosophie ist überraschend gut und verständlich geschrieben.


Im Kern sind darin seine „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ (1821) enthalten, dasjenige seiner Werke, welches die größte Wirkung erzielte.

Der für seine Gymnasiasten geschrieben Text kann insofern als Einführung in Hegels praktische Philosophie gelten.


Kostenbeitrag: 10 Euro
inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf