Wann: Montag, 21. September, 18:00 – 19.30 Uhr

Wo: Hospitalhof, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Wer: die AnStifter


I. Der ontologische Gottesbeweis

Der erste Beweis, den Kant untersucht, ist der ontologische, der zurückgeht auf Anselm von Canterbury (gest. 1109). Der Beweis wurde rund 500 Jahre später von Descartes und Leibniz erneuert und versucht zu zeigen, dass Gottes Existenz aus seiner vollkommenen Wesenheit folge.

Wann: Samstag, 26. September 2026, 10:30h

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


Der Mensch ist ein freies Wesen, weil er einen freien Willen hat. – Es ist leicht zu sehen, dass dieser Satz das Fundament von Recht und Sittlichkeit bildet und aus ihm sich die modernen Freiheitsrechte (Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit usw.) ableiten lassen.

Aber seit der Antike gibt es einen Streit darüber, ob der Mensch tatsächlich einen freien Willen hat oder ob nicht alles Geschehen durch Naturgesetze determiniert ist. So gibt es auch heute zahlreiche Hirnforscher (Neurobiologen), welche die Willensfreiheit bestreiten.

Ich stelle die Geschichte dieses Streits vor und gehe auf die Lösung ein, die Kant fand und der sich in jeweils modifizierter Form Fichte, Schelling und Hegel anschlossen. Insbesondere Hegel machte die menschliche Freiheit zum Zentrum seines Systems.

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Hier Anmelden: Philosophisches Café 26.09.2026 10:30 Uhr Hegelhaus – Formular ausfüllen

Wann: 2. Oktober 2026, 19h

Wo: Humanistisches Zentrum, Mörikestr. 14, 70178 Stuttgart

Wer: die AnStifter, Humanistisches Zentrum


Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt von Beteiligung, vom offenen Streit der Argumente und vom Vertrauen in Institutionen. Doch sie gerät zunehmend unter Druck – durch Polarisierung, gezielte Desinformation und eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber politischen Prozessen.

Für Hannah Arendt war politische Teilhabe kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass Freiheit überhaupt erfahrbar wird. Aber Freiheit ohne Rechtsstaatlichkeit, ohne Gewaltenteilung und ohne den Schutz von Minderheiten bleibt leer. Ebenso bleibt Demokratie ohne engagierte Bürgerinnen und Bürger fragil. Sie ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann besitzt – sie ist eine fortwährende Aufgabe.

Der Vortrag zeigt, warum es heute entscheidend ist, demokratische Werte aktiv zu verteidigen: durch klare Haltung, durch respektvollen Diskurs und durch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Denn Demokratie lebt nicht vom Zuschauertum, sondern vom Mitmachen – und Freiheit braucht Menschen, die sie schützen.

Alessandro Bellardita ist Strafrichter in Karlsruhe, Krimiautor und Journalist. Er ist Mitglied des PEN-Deutschland, beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen Themen und schreibt für deutsche und italienische Medien.

Wann: Samstag, 10.10.2026, 10:30 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


In der amerikanischen Erklärung der Menschenrechte fehlt der Bezug auf die Bürgerschaft, in der diese Rechte verankert sein sollen und müssen. Auch kann nicht gesagt werden, dass die Menschenrechte einfach für alle Menschen gelten – vielmehr sind sie adressiert nur an die Mitglieder einer religiösen (evangelikalen) Glaubensgemeinschaft. Die französische Erklärung der Menschenrechte dagegen ist an alle Menschen UND die Bürger gerichtet. Aber welcher Bürger – die der Nation? Oder die Bürger eines Staates? Und schließlich: Beziehen sich Menschenrechte mit dem erweiternden Einschluss von Bürgerrechten weiterhin wie in der amerikanischen Erklärung auf autonome und vereinzelte Einzelne oder durch den Bezug auf eine Abstammungsgemeinschaft (Nation) oder die Staatsbürger auch auf Kollektive und nicht mehr nur den vereinzelten Einzelnen?

Mit Bezug auf unsere Gegenwart soll den angezeigten aporetischen Spannungen nachgegangen und im Rückgriff auf Hegels Sittlichkeits-Konzept eine Lösungsperspektive skizziert werden.

Michael Weingarten war bis zu seinem Renteneintritt wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Philosophie an der Universität Stuttgart und Honorarprofessor für Philosophie an der Universität Marburg.

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Hier Anmelden: Philosophisches Café 10.10.2026 10:30 Uhr Hegelhaus – Formular ausfüllen

Wann: Montag, 19. Oktober, 18 – 19.30h

Wo: Hospitalhof, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Wer: Die AnStifter


II. Der kosmologische Gottesbeweis

Der zweite Beweis, den Kant untersucht, ist der kosmologische, der zurückgeht auf Aristoteles. Dieser Beweis wurde von Thomas von Aquino (gest. 1274), dem bedeutendsten Theologen des Mittelalters, bearbeitet und auch von den jüdischen und islamischen Theologen übernommen. Der Beweis versucht zu zeigen, dass zur Welt eine erste Ursache gehört, der eine unbedingt-notwendige Existenz zukommt.

Wann: Samstag, 24.10.2026, 10:30 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


Karl Marx (1818-1883) muss, zumindest in philosophischer Hinsicht, als bekanntester Schüler Hegels gelten. In seinem Hauptwerk „Das Kapital“ beruft er sich zustimmend auf Hegels Methode der Dialektik, die er „vom Kopf auf die Füße“ stellen will. Bis heute blieb jedoch unklar, was genau Dialektik bei Marx bedeutet und wie sie sich von Hegels Verständnis der Dialektik unterscheidet. Dies ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass Marx keine ausformulierte Metatheorie vorgelegt hat, die zur Methode seiner Theorie Stellung bezieht. Auch andere zentrale Inhalte einer Metatheorie wie z.B. der Mensch, die Natur und die Geschichte, die wesentlich auf die abendländische Philosophiegeschichte verweisen, blieben ein Desiderat, da Marx zur Philosophie ab 1845 ein ambivalentes Verhältnis hatte: Einerseits bezog er sich positiv auf sie, andererseits verleugnete er ihre Bedeutung.

Inm Vortrag geht historisch der Beziehung von Marx zu Hegel nach und versucht ein Verständnis von Dialektik zu entwickeln, das den Widerspruch als den Kern der Dialektik aus dem Lebensalltag gewinnen will.

Norbert Walz ist promovierter Philosoph und lehrt an der Universität Erlangen-Nürnberg Sozialphilosophie und Ethik. 2025 erschien sein umfangreiches Buch „Verdrängte Philosophie. Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie“ im Schmetterling Verlag.

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Hier Anmelden: Philosophisches Café 24.10.2026 10:30 Uhr Hegelhaus – Formular ausfüllen

Wann: Samstag, 07.11.2026, 10:30 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


Künstliche Intelligenz verändert, wie wir Entscheidungen treffen – doch wie viel Vertrauen ihr dabei geschenkt wird, fällt sehr unterschiedlich aus. Bei Sachfragen, etwa in der medizinischen Diagnostik, zeigt sich häufig ein Untervertrauen in KI-Systeme, wodurch das Potenzial einer sinnvollen Zusammenarbeit von Mensch und Maschine oft ungenutzt bleibt. Bei moralischen Fragen hingegen ist eher ein Übervertrauen zu beobachten: Menschen verlassen sich stark auf die Einschätzungen der KI und geben dadurch Verantwortung ab – ein Phänomen, das als „moral offloading“ bezeichnet wird.

Der Vortrag stellt diese gemischte Evidenz vor, erörtert psychologische Erklärungsansätze für dieses widersprüchliche Vertrauensverhalten und beleuchtet die normativen Implikationen. Abschließend werden Möglichkeiten diskutiert, wie sich Vertrauen in KI gezielt und situationsangemessen kalibrieren lässt.

Matthias Uhl ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialethik an der Universität Hohenheim. Er forscht u. a. zur Ethik der Künstlichen Intelligenz und zur Ethik der Mensch-Maschine-Interaktion.

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Hier Anmelden: Philosophisches Café 07.11.2026 10:30 Uhr Hegelhaus – Formular ausfüllen

Mit Dorothea Baltzer, Frank Ackermann und Frank Eisele am Akkordeon

Wann: Dienstag, 10. November 2026, 19:00 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


Schillers zentrales Thema war die Freiheit, verbunden mit bürgerlichen Grundrechten und der Menschenwürde. So ließ er seine Helden Karl Moor gegen die willkürlichen Repressionen des damaligen Feudalsystems kämpfen. Und als ihm daraufhin der tyrannische Herzog Carl Eugen das Dichten verbot und mit Festungshaft drohte, nötigte ihn dies im Alter von 22 Jahren zu seiner Flucht aus Stuttgart. „Die Räuber kosteten mir Familie und Vaterland“, schrieb Schiller rückblickend. Er hatte sich für die Kunst und die Freiheit entschieden, und sein schwerer Weg als Flüchtling und Asylant führte ihn bekanntlich nach Weimar, wo er zum Klassiker wurde.

Bei unserem Schiller-Abend spannen wir einen weiten  Bogen von der Stuttgarter Sturm-und-Drang-Zeit bis zu seinen unverwüstlichen Balladen („Der Ring des Polykrates“, „Der Handschuh“, „Der Taucher“), die er im Wettstreit mit Goethe schuf.

Und zuletzt darf auch sein Gedicht „An die Freude“ nicht fehlen, das in der Vertonung Beethovens zur Europahymne wurde: „Diesen Kuss der ganzen Welt…“

Dorothea Baltzer (Schauspielerin & Sprecherin), Frank Ackermann (Philosoph & Schriftsteller) und der Akkordeonist Frank Eisele machen seit Jahren literarisch-musikalische Bühnenprogramme.

Kostenbeitrag: 15 Euro

Hier Anmelden: Philosophisches Café 10.11.2026 19:00 Uhr Hegelhaus – Formular ausfüllen

Wann: Montag, 16, November 2026, 18 – 19.30h

Wo: Hospitalhof, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Wer: Die Anstifter


III. Der pysikotheologische Beweis

Der dritte Beweis, den Kant untersucht, ist der physikotheologische, der zurückgeht auf Sokrates. „Dieser Beweis“, sagt Kant, „verdient jederzeit mit Achtung genannt zu werden. Er ist der älteste, klarste und der gemeinen Menschen Vernunft am meisten angemessene.“ Dieser sozusagen populäre Beweis schließt aus der erstaunlichen Ordnung der Natur auf eine ihr zugrundeliegende göttliche Intelligenz.

Wann: Samstag, 21.11.2026, 10:30 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


Horror hat sich als ästhetische Gattung im Gefolge der Aufklärung entwickelt und thematisiert das, was in unserer lebendigen Vernunft lauert und weder lebendig noch vernünftig ist. Zu einer neuen Blüte gelangt die Gattung derzeit vor allem im Bereich des Films: Horrorfilme wie Sinners gingen mit einem Rekord an Oscar-Nominierungen ins Rennen, Get Out gewann diese Auszeichnung schon vor Jahren und selbst auf den Filmfestspielen in Cannes wurde mit Titane ein Film dieser Gattung prämiert.

Die These des Vortrags lautet, dass der Horrorfilm angesichts der Polykrisen der Gegenwart (Klimawandel, Kriege, Erosion der Grundlagen westlicher Demokratien) eine der zentralen Kunstgattungen der Gegenwart ist: Im Medium einer affektiven, wie kognitiven Attacke auf die Körper der Zuschauer lässt er etwas erfahrbar werden, was einerseits konstitutiver Teil unserer Rationalität ist, andererseits etwas ist, mit dem wir uns lieber nicht auseinandersetzen wollen. Der Vortrag wird Grundbestimmungen der Gattung vorstellen und einige Klassiker des Genres wie jüngere Filme kommentieren.

Daniel Martin Feige ist Professor für Philosophie und Ästhetik an der „Staatlichen Akademie der Bildenden Künste“ in Stuttgart.  Jüngste Buchveröffentlichungen: „Kritik der Digitalisierung“, 2024 erschienen im Meiner-Verlag und „John McDowell zur Einführung“, 2025 erschienen im Junius-Verlag. Derzeit bereit er ein Buch zur Ästhetik des Horrors vor.

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf