26. Februar 2026

26. Februar 2026, 18:00 Uhr, Haus der Heimat BW Großer Saal EG

Das Projekt eines vereinten Europas hat den sich einst bekriegenden Nationen des Kontinents jahrzehntelang Frieden und Wohlstand geschenkt. Seit einiger Zeit aber kommt dieses Erfolgsprojekt ins Stocken und wird vielfach in Frage gestellt.

Im kleinen schlesischen Dorf Kreisau/Krzyżowa spielte sich große Geschichte ab. Hier traf sich im Zweiten Weltkrieg die deutsche Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“, die Pläne eines vereinten Europas schmiedete. Hier fand 1989 die Versöhnungsmesse statt, ein symbolischer Akt der deutsch-polnischen Annäherung. Hier schufen 1990 die deutsche und die polnische Zivilgesellschaft einen Ort der Begegnung und des Dialogs. Inwiefern kann die Geschichte und Gegenwart Kreisaus dazu inspirieren, Europa zu stärken und die Herausforderungen für unsere Demokratie zu bewältigen?

Portrait-Foto des Referenten Robert Żurek

Dr. habil. Robert Żurek studierte Geschichte und katholische Theologie. Den Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Interessen bilden die deutsch-polnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert, insbesondere der Versöhnungsprozess nach dem Zweiten Weltkrieg. Żurek war stellvertretender Leiter im Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften sowie Leiter der Breslauer Niederlassung des Instytut Pamięci Narodowej (dt. Institut für Nationales Gedenken). Seit 2016 ist er geschäftsführender Vorstand der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung.

Begleitprogramm der Ausstellung »Ein Gentleman auf Schlesien-Reise. Die Briefe des John Quincy Adams«.

In Zusammenarbeit mit: Die AnStifter und dpg Deutsch-Polnische Gesellschaft Landesverband Baden-Württemberg

Der Eintritt ist frei.
Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl.
Der Veranstaltungssaal ist nicht barrierefrei.

1. März 2026

Anmerkungen zum Ende der Weimarer Republik

So, 1. März 2026, 11:30 h, Württ. Kunstverein Stuttgart, Schloßplatz 2

Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 endet die Weimarer Republik, und es beginnt die nationalsozialistische Diktatur – so jedenfalls das weit verbreitete Bild. Tatsächlich war die Zerstörung der ersten deutschen Demokratie nicht das Ergebnis einer einzigen Entscheidung. Sie begann schon Jahre davor. Die Wahl des Monarchisten und Antidemokraten Hindenburg zum Reichspräsidenten im Jahr 1925 entpuppte sich als erster großer Schritt auf diesem Weg. Mit der Errichtung eines Präsidialregimes von Hindenburgs Gnaden begann bereits 1930 die – mutwillig herbeigeführte – Schwächung des Parlaments. Sie war der Anfang vom Ende der Demokratie.

Demokratien werden meist nicht an einem Tag zerstört, und manchmal sind die ersten Schritte schwer zu erkennen. Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde. Besonders heute, wo in den USA bereits ein Donald Trump Präsident ist und in Deutschland eine Partei mit rechtsextremistischem Gedankengut Erfolge feiert.

Vortrag und Diskussion

Eintritt frei | Spende erbeten

Eine Veranstaltung der AnStifter und des Württ. Kunstvereins Stuttgart

Kurz vor der Wahl: Eine Anmerkung

Wahlen entscheiden über das Schicksal von Demokratien. Das ist heute wieder so bewusst, wie lange nicht. Kommen die Falschen in höchste Ämter, können Demokratien scheitern. Im April 1925 wählen die Deutschen Paul von Hindenburg zu ihrem Reichspräsidenten und legen damit eine Zeitbombe, die 1933 mit zerstörerischer Gewalt explodieren sollte. Wolfgang Niess zeigt, wie es dazu kam, und warum Hindenburg zum Totengräber der ersten deutschen Demokratie wurde.“

14. März 2026
10:30 - 13:00

Wann: Samstag, 14.03.2026, 10:30 Uhr

Wo: Museum Hegel-Haus

Wer: Die AnStifter, Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart


„Bewusstsein ist das größte Rätsel“, schreibt David Chalmers zu Beginn seines Klassiker The Conscious Mind. Daran hat sich bis heute nichts geändert. 1998 wettete Chalmers mit dem Neurowissenschaftler Christof Koch, dass die neuronale Grundlage des Bewusstseins in den nächsten 25 Jahre nicht geklärt würde. Christof Koch hielt dagegen und musste 2023 seinen Einsatz zahlen: eine Flasche edlen Weins. Chalmers, Koch und die allermeisten Bewusstseinstheoretiker gehen davon aus, dass das Bewusstsein „im Kopf“ (bzw. im Gehirn) seinen Sitz hat. Demgegenüber soll hier gezeigt werden, dass die Bewusstseinsinhalte im Allgemeinen im öffentlichen Raum vorkommen. Wir alle teilen uns demzufolge das eine Bewusstseinsfeld und erleben es jeweils in egozentrischer, persönlicher Perspektive. Das Rätsel des Bewusstseins muss in diesem öffentlichen Feld seine Lösung finden; unser Gehirn ist nur das Organ, das uns kausal mit dem Feld verbindet.

8. April 2026
19:00 - 20:30

Vortrag mit Diskussion Mittwoch, 8. April 2026, 19–20:30 Uhr im Haus der Katholischen Kirche Königstr. 7, Stuttgart

Veranstalter: Die AnStifter in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk, pax christi, Ohne Rüstung Leben, DFG-VK

Kostenbeitrag 7 EUR (Ermäßigung möglich)

Nach dem tiefen Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945
wurde am 24. Oktober 1945 in der Gründungscharta der
Vereinten Nationen (UN) das zwischenstaatliche Gewalt-
verbot als verbindliches Völkerrecht verankert. Und mit
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948
wurden erstmals in der Geschichte individuelle Menschen-
rechte definiert und mit universeller Gültigkeit für alle, in-
zwischen 193, Staaten vereinbart.
80 Jahre später sind diese zivilisatorischen Fortschritte
bedroht wie nie zuvor. Die Normen des Völkerrechts wer-
den immer häufiger verletzt und zunehmend unverhoh-
lener in Frage gestellt – zuletzt auch von der deutschen
Regierung (zum Krieg in Gaza). Die UN ist in Folge von of-
fener Obstruktion und mangels politischen und finanziel-
len Engagements ihrer Mitgliedsstaaten immer weniger in
der Lage, ihre in der Charta von 1945 beschlossenen Kern-
aufgaben – Frieden, Menschenrechte und Entwicklung für
alle BewohnerInnen dieser Erde – wahrzunehmen. Präsi-
dent Trump verschärft den Kurs gegen die UNO: mit seiner
privaten Parallelorganisation „Board of Peace“ („Friedens-
rat“) will er offenbar die UNO zerstören; Grönland will er
unter Missachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völ-
ker übernehmen.
Die seit den 1970er Jahren entstandene und für die inter-
nationale Sicherheit so wichtige Architektur bilateraler
und multilateraler Rüstungskontroll- und Abrüstungsab-
kommen ist weitgehend zerstört. Zugleich erreichen die
weltweiten Militärausgaben seit 2020 immer neue Rekord-
höhen.
Waren die letzten acht Jahrzehnte nur eine Schönwet-
terperiode, nur eine Zwischenkriegszeit wie die Jahre
zwischen 1919 und 1939? Oder können die 1945 ff. ver-
einbarten völkerrechtlichen und menschenrechtlichen
Normen noch gerettet werden?

Andreas Zumach ist Freier Journalist zu Themen der UNO
und der internationalen Politik. Er war 1988 bis 2020 Kor-
respondent aus dem Palais des Nations, Genf. 1997 wurde
er mit dem Goldpreis des Verbandes der UN-Korrespon-
denten in New York (UNCA) für die beste Berichterstat-
tung über die UN ausgezeichnet, 2009 mit dem Göttinger
Friedenspreis.

Sa., 11. April 2026, 10:30 Uhr
Hegelhaus, Eberhardstraße 53, 70178 Stuttgart
Veranstalter: Die AnStifter, Museums Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart

„Dieser Beweis“, schreibt Kant, „verdient jederzeit mit Achtung genannt zu werden. Er ist der älteste, kläreste und der gemeinen Menschenvernunft am meisten angemessene. Es würde daher nicht allein trostlos, sondern auch ganz umsonst sein, dem Ansehen dieses Beweises etwas entziehen zu wollen.“
Dieser Gottesbeweis ist in der Tat sehr alt: Er wurde erstmals von Sokrates vorgetragen (in Xenophons „Erinnerungen an Sokrates“); Platon und Aristoteles bildeten ihn weiter. Der Beweis schließt aus der Ordnung und Zweckmäßigkeit in der Natur auf eine ihr zugrundeliegende göttliche Intelligenz.
Ich stelle das Prinzip und die Geschichte des Beweises vor, betrachte Kants Kritik an ihm ein und gehe abschließend noch auf Leibniz ein, auf seine Idee von den unendlich vielen möglichen Welten (von denen unsere die beste ist).

Frank Ackermann ist Philosoph und Schriftsteller. Er initiierte im Jahr 2009 das „Philosophische Café im Hegel-Haus“. – Zahlreiche Bücher zur Philosophie-, Literatur- und Landesgeschichte, zuletzt: „Vom Calwer Handelsmann zum Hofmarschall Ihrer Kaiserlichen Hoheit“ und „Nietzsches großer Mittag am Zarathustra-Stein“ (beide Verlag Peter Grohmann Nachfolger).

Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf


Aus brandschutztechnischen Gründen dürfen höchstens 22 Besucher in den Gewölbekeller des Museums Hegel-Haus. Es empfiehlt sich deshalb eine vorherige Anmeldung/Reservierung für die Veranstaltungen.
Eine Anmeldung ist möglich auf der Homepage der AnStifter:
www.die-anstifter.de Rubrik: Termine „Philosophisches Café“
oder telefonisch: 0711-248 69 620
Telefonzeiten: Mo-Do 10-13h und 15-18h
Sie können sich 5 Tage vor der Veranstaltung anmelden.

Wann: Samstag, 09.05.2026, 10:30 Uhr

Wo: Hegelhaus, Eberhardstraße 53, 70178 Stuttgart

Wer: Die AnStifter, Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart