Wann: Mittwoch, 21.11.2026, 10:30 Uhr
Wo: Museum Hegel-Haus
Wer: die AnStifter e.V. Museum Hegel-Haus, StadtPalais – Museum für Stuttgart
Horror hat sich als ästhetische Gattung im Gefolge der Aufklärung entwickelt und thematisiert das, was in unserer lebendigen Vernunft lauert und weder lebendig noch vernünftig ist. Zu einer neuen Blüte gelangt die Gattung derzeit vor allem im Bereich des Films: Horrorfilme wie Sinners gingen mit einem Rekord an Oscar-Nominierungen ins Rennen, Get Out gewann diese Auszeichnung schon vor Jahren und selbst auf den Filmfestspielen in Cannes wurde mit Titane ein Film dieser Gattung prämiert.
Die These des Vortrags lautet, dass der Horrorfilm angesichts der Polykrisen der Gegenwart (Klimawandel, Kriege, Erosion der Grundlagen westlicher Demokratien) eine der zentralen Kunstgattungen der Gegenwart ist: Im Medium einer affektiven, wie kognitiven Attacke auf die Körper der Zuschauer lässt er etwas erfahrbar werden, was einerseits konstitutiver Teil unserer Rationalität ist, andererseits etwas ist, mit dem wir uns lieber nicht auseinandersetzen wollen. Der Vortrag wird Grundbestimmungen der Gattung vorstellen und einige Klassiker des Genres wie jüngere Filme kommentieren.
Daniel Martin Feige ist Professor für Philosophie und Ästhetik an der „Staatlichen Akademie der Bildenden Künste“ in Stuttgart. Jüngste Buchveröffentlichungen: „Kritik der Digitalisierung“, 2024 erschienen im Meiner-Verlag und „John McDowell zur Einführung“, 2025 erschienen im Junius-Verlag. Derzeit bereit er ein Buch zur Ästhetik des Horrors vor.
Kostenbeitrag: 10 Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf
