Waffenstillstand ohne Frieden und Perspektive: Gaza, das Westjordanland und die neue Unsicherheit im Nahen Osten

2. Dezember 2026
Haus der Katholischen Kirche

Referent: Dr. Jan Busse

Moderation: Jörg Armbruster

Wann: Mittwoch, 02.12.2026, 19 – 21 Uhr,
Eintritt: 5€ (Ermäßigung möglich)

Wo: Haus der Katholischen Kirche, Stuttgart, Königstr. 7

Wer: Die AnStifter
in Kooperation mit pax christi, dem Katholischen Bildungswerk Stuttgart; mit Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg


Seit Anfang Oktober 2025 gilt im Gazastreifen ein mehr als brüchiger Waffenstillstand. Der Gazastreifen ist seitdem weitgehend aus dem Fokus der Berichterstattung verschwunden, obwohl israelische Angriffe seitdem laut Vereinten Nationen mehr als 1.100 Todesopfer gefordert haben, die Infrastruktur – Kliniken, Schulen, Landwirtschaft – in Gaza vollkommen durch die Angriffe und gezielte Sprengungen zerstört ist, Israel weiterhin Hilfslieferungen einschränkt und den Lebensraum der palästinensischen Bevölkerung noch weiter eingeschnürt hat. Ein dringend nötiger Wiederaufbau steht weiterhin aus.

Im Schatten des Gazakrieges und danach hat im Westjordanland die Gewalt militanter Siedler zusammen mit einer massiven Ausweitung des Siedlungsbaus zu einer beispiellosen Verschärfung der Lage geführt.

Der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels gegen den Iran wurde mit einem äußerst wackeligen Waffenstillstand mit wechselseitigen Attacken nur vorübergehend „eingefroren“ und flammt immer wieder auf. Ob substantielle Verhandlungen zum Erfolg führen können, ist zweifelhaft. In jedem Fall bedeutet die Blockade der Straße von Hormus eine schwere Erschütterung für die Weltwirtschaft.

Bei den für Ende Oktober angesetzten Parlamentswahlen in Israel ist ein Regierungswechsel nicht ausgeschlossen. Inwieweit dies auch zu einem Wandel im Umgang mit diesen Konflikten führen kann, bleibt offen.

Unklar bleibt daher, wie eine dauerhafte Regelung dieser Konflikte gelingen kann, damit die Menschen in Israel, Palästina aber auch im Libanon, Syrien und Iran dauerhaft in Frieden und Sicherheit leben können.

Der Nahost-Experte Dr. Jan Busse arbeitet mit einem Schwerpunkt auf Internationale Politik und Konfliktforschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität der Bundeswehr in München.
Zusammen mit Muriel Asseburg hat er das Buch „Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven (Verlag C.H. Beck)“ verfasst, das mittlerweile in der 14. aktualisierten Auflage vorliegt. 

Der Journalist Jörg Armbruster war bis Ende 2012 Korrespondent der ARD für den Nahen und Mittleren Osten.

(Stand 10.8.26)