80 Jahre UN –Auslaufmodell oder Schlüssel zu Frieden und Menschenrechten? – mit Andreas Zumach –

8. April 2026

Vortrag mit Diskussion Mittwoch, 8. April 2026, 19–20:30 Uhr im Haus der Katholischen Kirche Königstr. 7, Stuttgart

Veranstalter: Die AnStifter in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk, pax christi, Ohne Rüstung Leben, DFG-VK

Kostenbeitrag 7 EUR (Ermäßigung möglich)

Nach dem tiefen Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945
wurde am 24. Oktober 1945 in der Gründungscharta der
Vereinten Nationen (UN) das zwischenstaatliche Gewalt-
verbot als verbindliches Völkerrecht verankert. Und mit
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948
wurden erstmals in der Geschichte individuelle Menschen-
rechte definiert und mit universeller Gültigkeit für alle, in-
zwischen 193, Staaten vereinbart.
80 Jahre später sind diese zivilisatorischen Fortschritte
bedroht wie nie zuvor. Die Normen des Völkerrechts wer-
den immer häufiger verletzt und zunehmend unverhoh-
lener in Frage gestellt – zuletzt auch von der deutschen
Regierung (zum Krieg in Gaza). Die UN ist in Folge von of-
fener Obstruktion und mangels politischen und finanziel-
len Engagements ihrer Mitgliedsstaaten immer weniger in
der Lage, ihre in der Charta von 1945 beschlossenen Kern-
aufgaben – Frieden, Menschenrechte und Entwicklung für
alle BewohnerInnen dieser Erde – wahrzunehmen. Präsi-
dent Trump verschärft den Kurs gegen die UNO: mit seiner
privaten Parallelorganisation „Board of Peace“ („Friedens-
rat“) will er offenbar die UNO zerstören; Grönland will er
unter Missachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völ-
ker übernehmen.
Die seit den 1970er Jahren entstandene und für die inter-
nationale Sicherheit so wichtige Architektur bilateraler
und multilateraler Rüstungskontroll- und Abrüstungsab-
kommen ist weitgehend zerstört. Zugleich erreichen die
weltweiten Militärausgaben seit 2020 immer neue Rekord-
höhen.
Waren die letzten acht Jahrzehnte nur eine Schönwet-
terperiode, nur eine Zwischenkriegszeit wie die Jahre
zwischen 1919 und 1939? Oder können die 1945 ff. ver-
einbarten völkerrechtlichen und menschenrechtlichen
Normen noch gerettet werden?

Andreas Zumach ist Freier Journalist zu Themen der UNO
und der internationalen Politik. Er war 1988 bis 2020 Kor-
respondent aus dem Palais des Nations, Genf. 1997 wurde
er mit dem Goldpreis des Verbandes der UN-Korrespon-
denten in New York (UNCA) für die beste Berichterstat-
tung über die UN ausgezeichnet, 2009 mit dem Göttinger
Friedenspreis.