Waffenstillstand ohne Frieden und Perspektive

2. Dezember 2026
Haus der Katholischen Kirche

Wann: Mittwoch, 2. Dezember 2026, 19:00 – 21:00 Uhr

Wo: Haus der Katholischen Kirche , Marktplatz 5, 71634 Ludwigsburg

Wer: Die AnStifter, Philosophisches Café


Gaza, das Westjordanland und die neue Unsicherheit im nahen Osten

Seit Anfang Oktober 2025 gilt im Gazastreifen ein mehr als brüchiger Waffenstillstand. Der Gazastreifen ist seitdem weitgehend aus dem Fokus der Berichterstattung verschwunden, obwohl israelische Angriffe seitdem laut Vereinten Nationen mehr als 1.200 Todesopfer gefordert haben, obwohl die Infrastruktur – Kliniken, Schulen, Wasserversorgung, Landwirtschaft – in Gaza vollkommen durch die Angriffe und gezielte Sprengungen zerstört ist, obwohl Israel weiterhin Hilfslieferungen einschränkt und den Lebensraum der palästinensischen Bevölkerung noch weiter eingeschränkt hat. Ein dringend nötiger Wiederaufbau steht weiterhin aus.

Im Schatten des Gazakrieges und danach hat im Westjordanland die Gewalt militanter Siedler zusammen mit einer massiven Ausweitung des Siedlungsbaus zu einer beispiellosen Verschärfung der Lage geführt.

Im Libanon haben die israelischen Angriffe seit der Eskalation Anfang März laut Vereinten Nationen mehr als 4300 Todesopfer gefordert und schwerste Verwüstungen (Infrastruktur, landwirtschaftliche Anbauflächen) hinterlassen.

Der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels gegen den Iran wurde mit einem äußerst wackeligen Waffenstillstand mit wechselseitigen Attacken nur vorübergehend „eingefroren“ und flammt immer wieder auf. Ob substantielle Verhandlungen zum Erfolg führen können, ist zweifelhaft. In jedem Fall bedeutet die Blockade der Straße von Hormus eine schwere Erschütterung für die Weltwirtschaft.

Bei den für Ende Oktober angesetzten Parlamentswahlen in Israel ist ein Regierungswechsel nicht ausgeschlossen. Inwieweit dies auch zu einem Wandel im Umgang mit diesen Konflikten führen kann, bleibt offen.

Unklar bleibt daher, wie eine dauerhafte Regelung dieser Konflikte gelingen kann, damit die Menschen in Israel, Palästina aber auch im Libanon, Syrien und Iran dauerhaft in Frieden und Sicherheit leben können.

Der Nahost-Experte Dr. Jan Busse arbeitet mit einem Schwerpunkt auf Internationale Politik und Konfliktforschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität der Bundeswehr in München. Der Journalist Jörg Armbruster war bis Ende 2012 Korrespondent der ARD für den Nahen und Mittleren Osten.

Zusammen mit Muriel Asseburg hat Jan Busse das Buch „Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven“ (Verlag C.H. Beck) verfasst, das mittlerweile in der 14. aktualisierten Auflage vorliegt.