Wann: Dienstag, 19.05.2026, 11:30 Uhr
Wo: Stammheimer Str. 94
Wer: Stolpersteine Zuffenhausen
Geb. 31.7.1943 in Stuttgart
Ermordet am 31.7.1943 in Stuttgart,
‚Kinderfachabteilung‘
Rudi Kleemann wurde am Tag seiner Geburt in der
‚Kinderfachabteilung‘ der städtischen Kinderklinik
ermordet. Sein Vater war der Maschinenarbeiter Julius
Kleemann. Rudi Kleemann war eine Frühgeburt und
hatte Trisomie 21 (Down-Syndrom).
Ab 1942 mussten die Hebammen und Ärzte melden,
wenn ein Kind mit Behinderungen geboren wurde. Den
Eltern wurde vorgegaukelt, dass man ihren Kindern in
einer Kinderfachabteilung helfen könne. Tatsächlich
wurden sie dort als Forschungsobjekt missbraucht und
schließlich ermordet, meist mit Luminal, das ähnliche
Symptome wie eine Lungenentzündung hervorrief. Die
Ärzte unterschrieben eine Sterbeurkunde mit falschem
Namen und einer gefälschten natürlichen Todesursache.
In einem Prozess nach 1945 deckten sich die Täter
gegenseitig. Von Karl Lempp, dem Haupttäter, Leiter
des Jugendamtes und der städtischen Kinderklinik,
wurde behauptet, er habe die Kinder „aufopferungsvoll
gepflegt“. Erst Karl-Horst Marquart brachte in dem
Buch „Stuttgarter NS-Täter“ und später in dem Buch
„Behandlung empfohlen“ die Wahrheit über Morde an
Kindern und Jugendlichen in Stuttgarter Kliniken und
Heimen ans Licht.
Recherche: Karl-Horst Marquart und Inge Möller
