Wann: Montag, 9. November 2026, 18:00 – 19:30 Uhr
Wo: Marktplatz Bad Cannstatt , Marktplatz 10, 70372 Stuttgart
Wer: Initiative zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht in Cannstatt
GEDENKEN AN DIE POGROMNACHT 1938
Anschließend Demonstration zum Platz der ehemaligen Synagoge – 19.00 Uhr Kranzniederlegung
Mit Reden von:
Maike Schollenberger, Landesbezirksleiterin Ver.di Baden Württemberg
Vertreter:in des Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS)
Beitrag Stuttgarter Jugendorganisationen
Kulturprogramm: Freier Chor Stuttgart mit antifaschistischen Liedern
Am 9. November jährt sich die Pogromnacht zum 88. Mal.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erreichte der antisemitische Terror des NS-Regimes eine neue Eskalationsstufe. Im gesamten Deutschen Reich sowie in Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, tausende Menschen misshandelt, verhaftet oder ermordet. Organisiert und angeleitet wurden diese Verbrechen von NSDAP, SA, SS, Gestapo und anderen Organen des faschistischen Staates. Die Pogromnacht war ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Shoa, dem industriell organisierten Massenmord an über sechs Millionen Jüd:innen – aber auch auf dem Weg zum zweiten Weltkrieg gegen die „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“.
DIE POGROMNACHT IN STUTTGART
Auch in Stuttgart beteiligten sich Behörden und Verantwortliche aktiv an den Verbrechen. Die Synagogen in Stuttgart und Cannstatt wurden in Brand gesetzt, jüdische Bürger:innen verfolgt, verhaftet und deportiert. In Stuttgart legte höchstwahrscheinlich der Branddirektor, in Zivil und ausgestattet mit einem Eimer Waschbenzin, selbst den Brand; in Cannstatt war es nachweislich der Leiter der Feuerwache. Unmittelbar nach dem Synagogenbrand und in den Tagen darauf wurden die meisten jüdischen Männer von der Gestapo verhaftet und zeitweilig ins Gefängnis oder in das KZ Dachau verbracht. Erklärter Zweck dieser Maßnahme war es, auf die Betroffenen und ihre Familien Druck auszuüben, um sie zur Auswanderung zu nötigen.
Die Ereignisse dieser Nacht und die anschließende staatspolizeiliche Freiheitsberaubung stehen für die systematische Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung jüdischen Lebens durch den deutschen Faschismus und zeigen zugleich, wie eng staatliche Gewalt und gesellschaftliche Ausgrenzung miteinander verbunden waren.
