Metamorphosen – Lebewesen als tiefgreifend verbundene Individuen

24. März 2026
Die Humanisten
Keine Kategorien

Wann: Dienstag, 24.03.2026, 18:00 Uhr

Wo: Humanistisches Zentrum, Mörikestraße 14, 70178 Stuttgart

Wer: Andrée Gerland, Holger Brehm, Die Humanisten BW


In dem Vortrag geht es um die tiefgreifende Verbundenheit von im Allgemeinen als Individuen gedachten Lebewesen. Nach Coccia ist das Leben ein endloser Prozess der Umwandlung, in dem alle Lebewesen in einem gewissen Sinne gleichwertig sind und Materie kontinuierlich die Form wechselt. Vor dieser Grundidee sollen aus den Erkenntnissen der Evolutionsbiologie auch Konsequenzen für die Sichtweise auf uns selbst gezogen werden. Denn die Verwandlung der Lebewesen ist nicht nur etwas, das über große Zeiträume per Evolution geschieht, sondern sich permanent in unserem individuellen Leben ereignet.
Vom Vortragenden selbst:
Metamorphose als Kraft und Konzept
In seinem anregenden Buch „Metamorphosen“ behauptet der international rezipierte Philosoph Emanuele Coccia:
„Alles Lebendige ist an sich eine Pluralität der – gleichzeitig präsenten und aufeinanderfolgenden – Gestalten, doch keine dieser Gestalten existiert auf eine wirklich autonome, getrennte Weise, da sie in unmittelbarer Kontinuität mit einer unendlichen Zahl anderer Gestalten vor ihr und nach ihr steht. Metamorphose ist die Kraft, vermöge derer alles Lebendige sich gleichzeitig und nebeneinander in verschiedener Gestalt entfaltet, und zugleich der Atem, vermöge dessen die Gestalten sich untereinander verbinden und von der einen in die andere übergehen.“
Die Kraft der Metamorphose wird bei Coccia nicht nur innovativ gedacht und ausführlich dekliniert, sie fordert das Denken – das meist mit dem Hilfskonstrukt der Grenze agiert – zu einem Paradigmenwechsel heraus.
Dieser Herausforderung wollen wir uns in der Sitzung stellen.