In der nächsten Woche zeigen die Stuttgarter Stolpersteininitiativen zusammen mit dem Stadtjugendring erstmals zwei weitere Filme, die im gemeinsamen Zeitzeugenfilmprojekt entstanden sind.
Die beiden Kurzfilme In der Reihe „Frage-Zeichen?!“ dokumentieren die Gespräche zwischen Jugendlichen und den Zeitzeugen des Nationalsozialismus Alice Igaz und Marlis Heck.
Alice Igaz wurde 1920 geboren, als Tochter von Berta Rauner, einer Stuttgarter Jüdin. Ihre ersten Jahre lebte sie in Ostheim. Nach der Trennung der Eltern, verbrachte sie einige glückliche Jahre im Esslinger Theodor Rothschild-Haus, einem jüdischen Waisenhaus. 1936 kam sie zurück nach Stuttgart und begann dort eine Ausbildung. Nach der Pogromnacht 1938 beschloss die Familie, dass Alice nach England auswandern sollte, um der Verfolgung durch das NS-Regime zu entgehen. Dort arbeitete sie zunächst als Hausmädchen. Der Kontakt zu ihrer Familie brach während des Krieges ganz ab. Ihrer Mutter gelang die Flucht nicht mehr, sie wurde 1944 in Auschwitz ermordet. An sie erinnert ein Stolperstein in der Leuschnerstraße 51. (Das Schicksal Berta Rauners ist beschrieben in unserem Stolpersteinbuch.) Später baute sich Alice Igaz mit ihrem Mann, den sie in England kennengelernt hatte, ein neues Leben auf.
Marlis Heck wurde 1924 geboren, und hat während des gesamten Naziregimes in Stuttgart gelebt. Sie schildert im Gespräch mit den Jugendlichen ihre persönlichen Erfahrungen hier in Stuttgart und die Veränderung ihres Lebens in der Vorkriegszeit. Da ihre Eltern gegen den Nationalsozialismus waren, ergaben sich für Marlis Heck einige prekäre Situationen. Während des Krieges hat sie in Stuttgart Kriegsdienst beim Luftschutzdienst geleistet.
