Unheilige Allianz – Das Geflecht von christlichen Fundamentalisten und politisch Rechten am Beispiel des Widerstands gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg

Sa, 6. Juni 2015, 10:00 Uhr - 12:00 Uhr
Weissenburg schwul/lesbisches Zentrum Stuttgart, Weißenburgstr. 28A, 70180 Stuttgart
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg
Wichtiges:

Im November 2013 begann eine Debatte um ein Arbeitspapier der grün-roten Landesregierung, das diese im Vorfeld einer geplanten Neufassung des Bildungsplanes für 2015 erstellt hat. In diesem Arbeitspapier wurden «Leitprinzipien» vorgestellt, die übergreifend in allen Fächern behandelt werden sollen. Darunter fallen unter anderem berufliche Orientierung, Medienbildung, Prävention und Gesundheitsförderung. Eingearbeitet wurde ebenfalls die Maßgabe, die Akzeptanz sexueller Vielfalt zu «berücksichtigen», das heißt, dass beispielsweise Schüler/innen «die verschiedenen Formen des Zusammenlebens von/mit LSBTTI-Menschen» kennen und «die Begegnungen in einer sich wandelnden, globalisierten Welt» reflektieren (Zit.).

Als Protest startete der Realschullehrer Gabriel Stängle eine OpenPetition gegen dieses Arbeitspapier der Landesregierung. Er argumentierte, dass der Aktionsplan «für sexuelle Akzeptanz» «auf eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung an den allgemeinbildenden Schulen» zielt (Zit.). Bis zur Zeichnungsfrist der Petition am 27. Januar 2014 haben knapp 200.000 Menschen die Petition unterschrieben, davon 82.000 Menschen aus Baden-Württemberg.

Der Protest gegen den Bildungsplan wurde auch auf der Straße ausgetragen: in Stuttgart fanden mehrere Demonstrationen statt, unter anderem unter dem Motto «Demo für alle» in Anlehnung an die in Frankreich stattgefundenen Demos «La Manif pour Tous». Sie wurden unter anderem organisiert vom Organisationsnetzwerk «Zivile Koalition». Diesem Netzwerk gehört beispielsweise auch die Europaabgeordnete der AfD Beatrix von Storch an.

Das Thema Sexualerziehung löst diffuse Ängste aus im konservativ-bürgerlichen Lager und ermöglicht den christlichen Fundamentalisten und rechten Strömungen diese Gefühlslage zur Mobilisierung zu nutzen. Sie können mit diesem Thema ein Feld aufspannen, in dem sie wieder in der Öffentlichkeit sichtbar werden und letztlich ihre Salonfähigkeit bzw. vielmehr ihre Stammtischtauglichkeit unter Beweis stellen.

Zu diesem Thema wird die Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg eine Broschüre veröffentlichen. Auf der Veranstaltung kommen die Autoren*innen der Broschüre zusammen, um ihre Informationen und Berichte weiterzugeben und zur Diskussion zu stellen. Die Frage wird auch sein, wie in Zukunft mit dieser Art von Protest umgegangen werden kann.

Weiter informationen auf www.rosalux.de

Verschlagwortet mit: Rassismus‚ Rechtsextremismus und -terrorismus

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