Dr. Angelika Kreß
„Systemphilosophie – Systemtheorie – systemisches Denken“

Sa, 23. September 2017, 10:30 Uhr - 12:00 Uhr
Hegelhaus, Eberhardstraße 53, 70178 Stuttgart
Veranstalter: Die AnStifter
Wichtiges: Kostenbeitrag 8,- Euro, inkl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Schon für Platon waren das Erkennen, der Staat und der Kosmos nur als System zu verstehen, in welchem den einzelnen Komponenten keine Selbständigkeit zukommt, sondern sie ihren Stellenwert in der Relation zu den anderen Komponenten und zum Ganzen erlangen. Der Deutsche Idealismus verbindet den Systemgedanken mit einer Architektur der Vernunft, die nicht von anderem her, sondern nur durch sich selbst begründet werden kann und somit eine zirkulare Struktur aufweisen muss.

Während die Philosophie nach Hegel den Systemgedanken in immer neuen Anläufen attackierte, abzuschaffen und totzusagen suchte, formierte er sich im 20. Jahrhundert unter veränderten Theorieintentionen in der Systemtheorie (Bertalanffy, Parsons, Luhmann) und im systemischen Denken der (Familien-)Therapie und Organisationsberatung.

Inzwischen sind systemische Ansätze über Soziologie und Psychologie hinaus in zahlreichen Wissens- und Wissenschaftsgebieten etabliert. Ungeachtet ihres instrumentalistischen Vokabulars knüpfen sie an die Subjektivitätstheorie des Deutschen Idealismus an. Dabei zielen sie nicht auf eine große Welterklärung, wohl aber auf universal anwendbare Modelle und Methoden der Alltagsbewältigung.

Dr. Angelika Kreß studierte Philosophie, Soziologie und Germanistik an der Universität Frankfurt und lehrt seit 2004 Philosophie an der Universität Tübingen.

 

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