Prof. Dr. Anton Friedrich Koch
Subjekt und Verkörperung

Sa, 23. November 2019, 10:30 Uhr
Hegelhaus, Eberhardstraße 53, 70178 Stuttgart
Veranstalter: Die Anstifter
Wichtiges:

Kosmische Parameter, die in der Physik als Zufall erscheinen und ganz anders hätten ausfallen können, machten die Entwicklung denkender Subjekte möglich. Daraus haben manche Religionsphilosophen Argumente für die Existenz Gottes hergeleitet. Es lässt sich aber logisch-philosophisch beweisen, (1) dass kein Universum möglich ist, in dem nicht irgendwann und irgendwo Subjekte entstehen, und (2) dass umgekehrt keine Subjekte möglich sind, die nicht als leibliche und endliche Wesen in Raum und Zeit existieren. Diese Doppelbehauptung – Subjektivitätsthese genannt – widerlegt nicht nur kosmologische Argumente für die Existenz Gottes, sondern lässt ihrerseits die Existenz Gottes als unmöglich erscheinen. Ohne Gott jedoch kann entrechteten und ermordeten Menschen keine Gerechtigkeit und kein (posthumes) Glück widerfahren. So bleibt es ein moralphilosophisches Desiderat, an der Subjektivitätsthese vorbei nach Möglichkeiten für die Existenz Gottes zu fragen.

Anton Friedrich Koch wurde 1952 in Gießen geboren und 1980 in Heidelberg in Philosophie promoviert. Die Habilitation erfolgte 1989 in München. Danach war er zunächst Professor für Geschichte der Philosophie in Halle, dann für Philosophie in Tübingen. Seit 2009 lehrt er in Heidelberg und ist seit 2008 auch Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

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