Künstliche Intelligenz, Demokratie und Menschenwürde
Welche Leitbilder und Leitplanken braucht die KI-Entwicklung?

Mo, 30. März 2020, 19:00 Uhr
Haus der katholischen Kirche, Königstraße 7, 70173 Stuttgart
Veranstalter: Die AnStifter, in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk und dem DGB Stadtverband Stuttgart
Wichtiges:

Printed Circuit Board Ki Robot Microprocessor

MdB Dr. Anna Christmann (Grüne, Mitglied im Bundestags-Ausschuss für „Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung“ und in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“) und

Prof. Dr. Michael Resch (Universität Stuttgart, Leiter des Höchstleistungsrechenzentrum)

KI-Systeme bergen das Potential, bereits vorhandene Diskriminierungen von Menschen nicht nur zu übernehmen, sondern sogar zu verschärfen. Ab einer gewissen Komplexität sind Ergebnisse von KI-Systemen nicht mehr nachvollziehbar. KI-Systeme können unterschiedliche Datenbestände zusammenführen, um Muster und Profile zu ermitteln. Ein „Social Scoring“ würde prinzipiell möglich. Vertragen sich Demokratie und die voranschreitende KI-Entwicklung ohne Weiteres?“

Die Bundesregierung postuliert in ihrer KI-Strategie, dass „wir im Rahmen eines breiten gesellschaftlichen Dialogs und einer aktiven politischen Gestaltung KI ethisch, rechtlich, kulturell und institutionell in die Gesellschaft einbetten werden“. Der Bundestag hat 2018 eine Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ eingesetzt. Sie soll unter Beteiligung von ExpertInnen Chancen und Herausforderungen der neuen Technologien ergründen und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Im Dezember haben drei der sechs eingesetzten Projektgruppen, nämlich „KI und Staat“, „KI und Gesundheit“ und „KI und Wirtschaft“, ihre Arbeit abgeschlossen. Veröffentlicht ist lediglich eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Von einem „breiten gesellschaftlichen Dialog“ ist trotz vieler Veranstaltungen wenig zu spüren.

In der Diskussion mit Dr. Anna Christmann und Prof. Michael Resch wollen wir u.a. folgenden Fragen nachgehen:

  • Was sind die vielgepriesenen Segnungen der KI und wie sind sie einzuordnen?
  • Welche Beurteilungskriterien müssen hier zum Tragen kommen?
  • Genügen unverbindliche „Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI“, die etwa eine von der Europäischen Kommission eingesetzte „hochrangige Expertengruppe“ erarbeitet hat?
  • Gibt es Anwendungsbereiche, die gesetzlich reguliert werden müssen? (etwa im Gesundheitswesen)
  • (Wie) kann die viel beschworene digitale Mündigkeit gelernt /erreicht werden?
  • Welche Strukturen sind notwendig / was muss passieren, damit es zu einer wirksamen Beteiligung der Zivilgesellschaft kommen kann?
  • Unter welchen Voraussetzungen können gemeinwohlorientierte KI-Systeme entwickelt werden?
Verschlagwortet mit: Demokratie, KI, Künstliche Intelligenz