Eine neue Eiszeit? Die USA und Russland auf Konfrontationskurs

Fr, 17. Juli 2015, 19:00 Uhr
Uni Konstanz, Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz
Veranstalter: Linksjugend ['solid] und Jusos Konstanz
Wichtiges: Raum R611

Am 17. Juli um 19 Uhr in R611 diskutieren Stefan Liebich Außenpolitiker der Partei DIE LINKE im Bundestag und aktiver Unterstützer der deutsch-amerikanischen Freundschaft sowie Tim Hester, fundierter Osteuropa-Kenner, und Studierender der Geschichte und Slawistik, der auch mehrfach schon über den Ukraine-Konflikt an der Uni referiert hat.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem scheinbaren Sieg der westlichen Staatengemeinschaft, Kultur und Wirtschaft, war eine offene Konfrontation zwischen den USA und der Europäischen Union auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite undenkbar. Francis Fukuyama prophezeite 1992 gar das „Ende der Geschichte“ und meinte damit den Siegeszug des westlich liberal-demokratischen Systems.  Doch nach den chaotischen 1990er Jahren hat sich in Russland eben keine liberale Demokratie nach westlichem Muster entwickelt, sondern ein halbautoritäres System. Dennoch waren die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland über lange Jahre trotz kultureller und politischer Differenzen stabil und schienen sich zumindest in einzelnen Feldern graduell zu verbessern. Doch nach den Protesten auf dem Maidan, der daraufolgenden Annexion der Krim durch die Russische Föderation und der Eskaltion des Konfliktes in der Ostukraine scheinen Russland und die USA in einen neuen Kalten Krieg zu steuern. Drohgehbärden, demonstrative Militärmanöver und gegenseitige Abschottung sind seit dem die neue „Sprache“ des westlich-russischen Dialoges.

Wir wollen uns daher auf Ursachenforschung begeben und diskutieren, was zu dieser neuen Konfrontation geführt hat: Knüpft Russland an alte imperiale Traditionen an? Hat die NATO-Osterweiterung die Konfrontation „provoziert“?  Weiterhin wollen wir auch darüber spekulieren, wie dieser Konflikt gelöst werden kann, welche Rolle die deutsche Außenpolitik dabei spielen sollte und welche Auswirkung die Konfrontation zweier Vetomächte im UN-Sicherheitsrat auf andere Internationale Konflikte, wie den syrischen Bürgerkrieg und die Bekämpfung des IS, haben kann.

Dazu haben wir den Außenpolitker und Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich (DIE LINKE) und den Studierenden Tim Hester (SPD) eingeladen, womit sich zwei interessante Positionen gegenüber stehen.Wir erhoffen uns dadurch sowohl die amerikanische wie auch die russische Position besser nachvollziehen zu können und unser Verständnis für die momentane weltpolitische Lage zu mehren.

Wir planen genug Zeit zum ausführlichen diskutieren ein.

Stefan Liebich wurde 2009 & 2013 im Wahlkreis Berlin-Pankow direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Der profilierte Außenpolitiker der Linksfraktion und deren Obmann im Auswärtigen Ausschuss ist seit Jahren um die deutsch amerikanischen Beziehungen bemüht, Mitglied in der Atlantikbrücke und fundierter Kenner der Politik in den Vereinigten Staaten. (http://www.stefan-liebich.de/)

Tim Hester beschäftigt sich schon lange mit Osteurpa, auch im Diskurs mit russischen und ukrainischen Studierenden und referierte schon auf zahlreichen Veranstaltungen zu diesem Thema. Tim Hester war Finanzreferent des AStA und ist Mitglied der Juso Hochschulgruppe.

Verschlagwortet mit: Krieg & Frieden

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