Dr. Frank Uekötter (Birmingham)
Zerfallsprozesse. 30 Jahre Tschernobyl

Do, 14. April 2016, 18:00 Uhr
Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 4, 70173 Stuttgart
Veranstalter: Bibliothek für Zeitgeschichte, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Wichtiges: Eintritt frei

Vor fünf Jahren stand der 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl unter dem Eindruck von Fukushima. Jetzt steht das erste runde Jubiläum nach dem bundesdeutschen Atomausstieg an. Eine Gelegenheit für eine erste Bilanz?

Der Vortrag verfolgt die verschiedenen Handlungsstränge, die sich mit den Ereignissen von 1986 verbinden. Er diskutiert die Gefahren der Atomkraft, die Konsequenzen für das Geschäft mit der Kernkraft und die Reaktionen der Politik und der Anti-Atomkraft-Bewegung. Ein besonderes Anliegen sind die frappierenden Unterschiede der Sichtweisen und Antworten in den Ländern Europas. Von einer gemeinsamen Erinnerungskultur ist der Kontinent auch 30 Jahre nach der Explosion in der Ukraine immer noch weit entfernt. Und vielleicht lenkt die Erinnerung an den Super-GAU auch davon ab, dass die Geschichte der Atomkraft auch in ökonomischer Beziehung eine Katastrophe ist?
Der Vortrag versteht sich als ein Versuch über eine Geschichte, die noch lange nicht zu Ende ist.

Frank Uekötter lehrt Umweltgeschichte und geisteswissenschaftliche Umweltforschung an der Universität Birmingham. Sein Buch „Deutschland in Grün. Eine zwiespältige Erfolgsgeschichte“ erschien 2015 bei Vandenhoeck & Ruprecht.

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