Der Dachdecker von Birkenau

So, 2. Februar 2014, 11:00 Uhr
Atelier am Bollwerk, Hohe Str. 26, 70176 Stuttgart
Veranstalter: GVFD, Die AnStifter, GEW Baden-Württemberg
Wichtiges:

Der aus der polnischen Stadt Makow Mazowiecki stammende und heute in Israel lebende 89jährige Mordechai Ciechanower musste im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau miterleben, wie seine Mutter und seine beiden Schwestern ermordet wurden. Er selbst überlebte wahrscheinlich nur, weil er dem Dachdeckerkommando angehörte. Schon damals nahm er sich vor, seine Erinnerungen weiterzugeben, so lange er atmen kann und löst damit nicht zuletzt ein Versprechen ein, das er jenen gab, die nicht überleben durften.

In Johannes Kuhns Dokumentarfilm (ca. 100 Minuten) sucht Ciechanower auch alle weiteren Konzentrationslager auf, in die er nach anderthalb Jahren Auschwitz verschleppt wurde: Stutthof, Hailfingen-Tailfingen, ­Dautmergen, das berüchtigte Lager Bergen-Belsen und das DP-Lager Feldafing, wo er damals nach der Befreiung seinem tot geglaubten Vater wiederbegegnete. An jeder der Stationen kommt der engagierte Protagonist mit Menschen vor Ort ins Gespräch und beweist, dass Hass dem einst Gehassten fremd ist. Mordechai Ciechanower beeindruckt durch eindringliche Schilderungen, seine Musikalität und – trotz allem, was er in seiner Jugend hat durchstehen müssen – durch Optimismus und einen einzigartigen Humor.

Der Film entstand im Auftrag von „Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.“ in Zusammenarbeit mit dem „Verein KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen.“

Mordechai Ciechanower und Johannes Kuhn werden anwesend sein.

Über Fritz Mielert

Fritz Mielert, Jahrgang 1979, arbeitete von 2013 bis 2017 als Geschäftsführer beim Bürgerprojekt Die AnStifter in Stuttgart. Davor betreute er ab 2011 bei Campact politische Kampagnen im Spektrum zwischen Energiewende und Vorratsdatenspeicherung, engagierte sich in der AG Antragsbearbeitung der Bewegungsstiftung, baute ab 2010 maßgeblich die Parkschützer als eine der wichtigsten Gruppierung im Protest gegen Stuttgart 21 auf und war ab 1996 mehrere Jahre ehrenamtlich bei Greenpeace aktiv.

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