Vorschau „Lapidarium Sommer 2020“

Mi, 12. August 2020 - So, 6. September 2020, 17:00 Uhr
Städtisches Lapidarium, Mörikestr. 24/1, 70178 Stuttgart
Veranstalter: Die AnStifter
Wichtiges:

Unser Frühjahrsprogramm 2020 musste Covid-19 geschuldet abgesetzt werden.

Hier eine kurze Vorschau, was wir zur Zeit für den Sommer im Lapidarium planen.

Literatur im Lapidarium: Sechs Veranstaltungen der AnStifter

Mittwoch, 12. August, 18h
Timo Brunke und Andreas Krennerich:
„Poetry & Sax“ – Hölderlin Spezial

Wortkünstler Timo Brunke und Saxophonvirtuose Andreas Krennerich tun sich für diesen Auftritt zusammen und spielen im Wechsel alte und neue Lieblingsstücke aus eigener und aus fremder Feder.
Als Mitglieder der „Hölderlin-Spoken-Word Band“ werden sie es sich nicht nehmen lassen, zu Hölderlins Jubiläum in diesem Jahr ein paar der schönsten Oden und Elegien anzustimmen. Und bietet das Lapidarium nicht die schönste Möglichkeit, sich mit dem schwäbisch-hellenischen Dichter auf Große Fahrt begeben?

Mittwoch, 19. August, 18h
Barbara Bachschuster, Ulrike Götz und Mazen Mohsen:
Ein lyrischer Abend für Mascha Kaléko, mit musikalischer Begleitung

Mascha Kalékos (1907 – 1975) Gedichte sind Ausdruck ihres Lebens und Schicksals. Berühmt wurde sie, Kind jüdischer Eltern, mit ihrer pointensicheren Großstadtlyrik: In Berlin ums Jahr 1930 gehörte sie zum Kreis von Literaten wie Ringelnatz, Kästner, Tucholsky; zu ihren Bewunderern gehörten Thomas Mann, Hermann Hesse, Albert Einstein. Aber die Rassengesetze des Dritten Reiches verhinderten schließlich die Verbreitung ihrer Lyrik. Sie floh 1938 nach New York und emigrierte 1959 nach Israel.
Ihr Leben lang war sie entwurzelt und dennoch eine Poetin mit satirischem Sprachwitz und zarter Zerbrechlichkeit.

Samstag, 22. August, 17h
Barbara Stoll und Frank Heinkel: Bestiarium im Lapidarium

Groteske faszinierende Wesen, Monster, mythische Kätzchen und Bestien: Sie werden lebendig durch Texte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, mit E. T. A. Hoffmann, Franz Kafka, Tolkien, Umberto Eco u.a.
Barbara Stoll rezitiert und Frank Heinkel spielt Didgeridoo, N´goni und singt Oberton.

Sonntag, 23. August, 17h
Barbara Stoll und Jerry Willingham: „Penthesilea“ nach Heinrich von Kleist

Jahrzehntlanger Kampf um Troja. Plötzlich tauchen Amazonen auf und verwirren die kämpfenden Heere, da die Frauen augenscheinlich ganz andere Motivationen haben –: „Penthesilea“ ist Heinrich von Kleists stärkstes Drama, in dem er, wie er selbst schreibt, seine Seele offenbart hat; es galt in seiner Zeit als unspielbar.
Barbara Stoll wird in gekürzter Fassung Kleists einzigartigen Text und seine außergewöhnliche Geschichte spielen, erzählen und lesen.
Begleitet wird sie von Jerry Willingham, der sein Raumklang-Konzept (Keramikobjekte, Flöten, Khaen u.a.) eigens für diese Bearbeitung der „Penthesilea“ im Lapidarium kreiert hat.

Samstag, 5. September, 17h
Barbara Stoll und Daniel Sissenich: Gefährliche Liedschaften

Barbara Stoll singt von amour fou und beschreibt mortifera erotica!
Schaurig schöne Mörderliebeslieder mit Gedichten und Geschichten,
die in Abgründen münden…
begleitet von Daniel Sissenich am Keyboard, der mit „Biddla Buh“ auch schon die eine oder andere um die Ecke geklimpert hat…

Sonntag, 6. September, 17h
Barbara Stoll und Katja Uffelmann: „Herbstmilch“ – nach dem Bestseller von Anna Wimschneider
Gastspiel der WLB Esslingen

„Herbstmilch“, die Lebenserinnerungen der Bäuerin Anna Wimschneider (1919 – 1993), waren ein Bestseller mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren, und ebenso viele Zuschauer sahen die Kino-Verfilmung von Josef Vilsmaier.
Diese Lebenserinnerungen haben Katja Uffelmann und Barbara Stoll für die Theaterbühne umgesetzt. Die beiden Schauspielerinnen erzählen lebendig, bald heiter-komödiantisch, bald tief berührend und bewegend vom harten Leben eines kleinen Mädchens, einer jungen Frau, die vor nicht allzu langer Zeit aufwuchs, – in einer Zeit, in der es den Begriff Kinderarbeit noch nicht gab. Denn es war selbstverständlich, dass Kinder arbeiteten, hart arbeiteten.
Dieses Schicksal, das Millionen Kinder teilten, hat Anna Wimschneider durch ihre Erinnerungen vor dem Vergessen bewahrt.

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