Birgit und Gerhard Brändle
Das Lager Gurs im Spiegel der Skizzen des Künstlers Sigismond Kolos-Vari

Mi, 21. Oktober 2015, 19:30 Uhr
Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstr. 43, 78462 Konstanz
Veranstalter: Stolpersteine für Konstanz und Kulturbüro Konstanz
Wichtiges: Astoria-saal

Aus Anlass des 75. Jahrestags der Deportation der Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland am 22. Oktober 1940 präsentiert die Stolperstein-Initiative Konstanz eine Ausstellung mit Zeichnungen von Sigismond Kolos-Vari aus dem Internierungslager Gurs.
Im Anschluss an die Eröffnung der Ausstellung um 18 Uhr findet um 19.30 Uhr ein Vortrag über die Deportation im Oktober 1940 statt. Einleitend steht die Darstellung des ab 1933 zur Staatsdoktrin gewordenen Antisemitismus auch in Konstanz: „Arisierungen“, Brand in der Synagoge, Zutrittsverbot zum Strandbad, Verschleppung ins Konzentrationslager Dachau…
Zeichnungen und motivgleiche Fotos bzw. Bilder aus dem Lager beleuchten die Lebensumstände und Leiden der in Gurs Eingesperrten, unter ihnen auch 112 Menschen aus Konstanz: zerschlissene Kleidung, elende Baracken, unzureichende Ernährung, entwürdigende hygienische Bedingungen, Regen und Schlamm… Gedichte und Augenzeugenberichte aus dem Lager geben den Internierten eine Stimme. Referiert werden auch die Protest gegen die Internierungslager, gegen die Behandlung der dort Eingesperrten und die Hilfen zur Flucht aus dem Lager und zum Überleben.  Den Schluss bildet der Appell von Gurs, 1980 verfasst von Überlebenden des Lagers: Er bezeichnet „Gurs als ein Symbol des Kampfes und des Leidens von Menschen aus ganz Europa“: „Gurs fordert auf zur Wachsamkeit, zur Einheit und zum Handeln, damit Menschen in Freiheit und Würde leben können“. Der Appell der Überlebenden der Deportation am 22. Oktober 1940 mahnt zur Wahrung der Menschenrechte – auch im Hinblick auf aktuelle Vertreibungen bzw. Flüchtlinge und den Umgang mit diesen – auf dem Mittelmeer und in Konstanz.

Verschlagwortet mit: Nationalsozialismus

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