Schlagwort-Archive: Musik

Frauen im Rock (VI)
Wynona Carr

Wynona Carr

Auch Wynona Carr (23. August 1923 – 11. Mai 1976) kam ursprünglich aus der Gospel-Ecke. Ihrem Vorbild Rosetta Tharpe entsprechend nannte sie sich «Sister» Wynona Carr. Obwohl sie damit auf Little Richards Specialty-Label gehörigen Erfolg hatte, munkelte man zeitlebens, ihre rauchige Stimme wäre wohl besser geeignet für säkularere Gesänge. Und so nahm sie rund zwei dutzend groovige R’n’B-Nummern auf, von denen die folgende vielleicht die grossartigste ist: „Please Mr. Jailer“ (zu diesem wunderbaren Song bitte auf den Link klicken)

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Frauen im Rock (V)
Sister Rosetta Tharpe

Auch Gospel Music gehört zu den Wurzeln des Rock’n’Rolls. Schwester Rosetta Tharpe war keineswegs eine andächtige Kirchensängerin. Sie war die Erste, die Gospelmusik mit fetten R’n’B-Beats versah und somit das Genre ein für alle Mal veränderte. Zudem war sie eine Gitarrenheldin erster Güte. Ihr phantasitsches Gitarrensolo in dem Song «Up Above My Head» ist ab 1:20 zu sehen und zu hören.

Sister Rosetta Tharpe – Up Above My Head

Quelle: Watson und „Projekt Woman in Rock“

Frauen im Rock (IV)
Sparkle Moore

Sparkle Moore aus Nebraska nimmt ihren rechtmäßigen Platz in dieser Auswahl ein, obwohl sie nicht die beste Sängerin der Welt war. Sie nimmt ihn wegen schieren Exzentrik ein. Knickerbocker-Hosen, gestreifte Jacken-Ensembles oder Leopardenfell-Blusen. Dazu eine Tolle, die Elvis gut zu Gesicht gestanden hätte. Im Jahr 1956 ein gewagter Look. Hier ihr phantasischer Rock’n’ Roll Titel Skull and Crossbones. (Zum Abspielen des Songs einfach auf das Bild klicken)

Quelle: Watson und „Projekt Woman in Rock

Songwriting
Bruce Springsteen wird heute 70 – Gratulation!

Bruce Springsteen – Born in the U.S.A. (Official Video)

Der in Long Branch, New Jersey, geborene Rockmusiker ist einer der ganz Großen im amerikanischen Rockbusiness. Mit seinen legendären E Street Band spielt er seit 1974 bodenständigen Rock. Wer hätte das dem „Problemkind“ zugetraut, das in einer von Franziskanerinnen geleiteten Schule die Schulbank drückte. mehr…

Frauen im Rock (III)
Big Mama Thornton

‎Big Mama Thornton Hound Dog Down Home Shakedown Live 1965

Willie Mae „Big Mama“ Thornton (* 11. Dezember 1926 in Montgomery, Alabama; † 25. Juli 1984 in Los Angeles) war eine US-amerikanische Bluessängerin, Songwriterin und Mundharmonikaspielerin. Von ihr stammt die Komposition und Originalaufnahme von Ball and Chain, einem späteren Hit für Janis Joplin. mehr…

Frauen im Rock (II)
Die Pianistin und Bluessängerin Julia Lee

Rock’n’Roll erhielt seinen Namen, als die ehemals schwarze Musikform von weißen Jugendlichen entdeckt wurde. Dabei sollte man wissen, dass Rock’n’Roll ein Slangausdruck für Sex ist und trug sicher dazu bei, diese Musik als subversiven Kraft angesehen wurde. Vorher spielte man Rhythm’n’Blues und er richtete sich thematisch eher an ein erwachsenes Publikum.

Die Boogie-Woogie-Pianistin Julia Lee (* 31. Oktober 1902 in Boonville (Missouri); † 8. Dezember 1958 in San Diego) wuchs in Kansas City auf und machte schon als Kind zusammen mit einem Saiteninstrument-Trio ihres Vaters und auf Veranstaltungen ihrer Kirchengemeinde Musik. Ab 1947 sang sie eindeutig-zweideutigen Songs und landete eine Reihe von Hits: Titel wie „King Size Papa“, „I Didn’t Like It the First Time“, „Gotta Gimme Whatcha Got“ machten sie bekannt. Und auch dieser Song:

Julia Lee – Snatch And Grab It (Opportunity Knocks But Once)

Quelle: Watson und „Projekt Woman in Rock“

Songwriting
Neil Young hat mit Trump nichts am Hut – Rockin‘ In The Free World

Neil Young – Rockin' In The Free World

Dieser Stampfer aus den Achtziger Jahren schreit danach, missverstanden zu werden. Rockin‘ In The Free World erschien 1989, am Ausgang des Kalten Krieges, und klingt mit seinem etwas dumpfen Refrain wie eine Durchhalteparole aus dem glorreichen Amerika an den Rest der Welt. Doch von dem Kanadier Young gibt’s keine plumpen patriotischen Fanfaren auf das Land Of The Free zu hören.

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BDS
Scarlett Johansson beendete konsequent Zusammenarbeit mit Oxfam

Pete Yorn & Scarlett Johansson – Relator (HDTV)

Wir kennen sie aus wunderbaren Filmen wie „Lost in Translation“ (Regie Sofia Coppola) oder als Femme fatale in Woody Allens „Matchpoint“, wo sie den Männern den Kopf verdrehte. Dass sie 2006 auch im Musikbusiness reüssierte, wusste ich nicht, bis ich diesen wunderbaren Song von Peter Yorn hörte, den er mit ihr auf seinem Album Break Up einspielte.

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Songwriting
Mit dem Kopf durch die Wand

OHRBOOTEN – "Mit dem Kopf durch die Wand" (official video)

Manchmal entdecke ich eine tolle Gruppe ganz per Zufall, wie in diesem Fall durch ein Interwiew mit dem Schlagzeuger der Gruppe Ohrbooten: „Onkel“ (Markus Lingner) spielt mit den Ohrbooten einen Mix aus Reggea-, Ragga-, Hip-Hop-, Alternative-, Gypsy- und Balkan-Rhythmen.

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Songwriting
Talkin‘ Blues von Konstantin Wecker

Konstantin Wecker, Willy 2018

Konstantin Wecker singt über Rechtsradikalismus und gesellschaftliche Veränderung in seinem immer wieder aktualisierten Song Willi. Dazu sagt er:

… „Willi 2018“, die neue Version meines bekanntesten Liedes gegen rechts, ist aus dem unglaublichen Frust darüber entstanden, dass die Willkommenskultur, die ich als echte Bewegung begriffen hatte, innerhalb kürzester Zeit u. a. von Denkfabriken und Medien erstickt wurde und es nun wieder gegen die „naiven Gutmenschen“ geht.

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Songwriting
Es ist zu spät heute Nacht, um die Vergangenheit ans Licht zu zerren

Johnny Cash – "One"

Johnny Cash, der viel zu früh verstorbene  US-amerikanischen Country-Sänger und Songschreiber (* 1932, †  2003), fragte drei Jahre vor seinem Tod, ob alles ans Licht gezerrt werden muss:

Wird es jetzt besser?
Oder fühlst du dich noch wie vorher?
Wird es einfacher für dich,
jetzt, wo du einen Schuldigen gefunden hast?

One

Is it getting better
Or do you feel the same?
Will it make it easier on you now
You’ve got someone to blame?
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Songwriting
Das Gefühl der Jugend

Benjamin Francis Leftwich (Jahrgang 89) hat im Alter von 10 Jahren angefangen Gitarre zu spielen, nachdem er Nina Simone und den Rolling Stones gelauscht hatte. Später entdeckte er Nick Drake, Bob Dylan und Elliot Smith. Er nennt Arcade Fire, Ryan Adams und Bruce Springsteen als Inspiration. In Zeiten von Facebook fragt er nach den wirklichen Freunden.

Benjamin Francis Leftwich – Real Friends

„Real Friends“

So, you told me all the time
Your past had all but left your mind
Real friends, how many of them, how many new?
Cause now, you love him all the time
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Songwriting
Immer schön in der Mitte bleiben

In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod, war der Titel eines Films von Alexander Kluge aus dem Jahr 1974.

Dies hat der australische Folk-Singer-Songwriter Stu Larsen offensichtlich nicht gewusst, als er dieses Musikvideo für seine wunderbaren Song „Thirteen Sad Farewells“ produzierte.

Stu Larsen – Thirteen Sad Farewells (Official Video)

Stu Larsen lebt aus dem Koffer oder besser gesagt dem Rucksack. Ein paar Klamotten eingepackt, den Gitarrenkoffer über die Schulter und los geht’s. Man findet den Musik-Nomaden immer irgendwo unterwegs.

Dieser Weltenbummler ist ein kluger Erzähler und sehr eigenständiger Musiker und versteht es, aus seinen Erlebnissen archetypische Geschichten zu destillieren und ist damit ein wahrer Nachfolger der Folk-Songwriter alter Schule.

Songwriting
Der letzte Zug nach Memphis

Für die Darbietung eines mitreißenden Songs braucht es wenig Utensilien. Alles kann man in einer Küche einspielen, wie Lula und Wayne Jackson es in Hamburg vorgemacht haben.

Wayne Jackson, in Manchester geboren und Lula, bürgerlich Claudia Stülpner, geboren in einem kleinen Dorf am Tegernsee, treten als Duo unter dem Namen The Dead Lovers auf.

Wären The Dead Lovers ein Film, dann wären sie ein Road Movie. Ihr authentischer Sound eint melodiöse Gesangsharmonien, die über dreckig-stampfenden Blues Riffs liegen, gemischt mit einer Prise Folk.

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann

Diesen Satz des französischen Schriftstellers, Malers und Grafikers Francis Picabia sollte man sich im Alltag zu Herzen nehmen. Damit gelingt es, die Welt mit anderen Augen wahrzunehmen, Dinge in den Blick zu nehmen, die einem vorher verschlossen waren.

Das hatte vielleicht auch der Cellist Danny Kenyon der Bluegrassband The Dead South im Sinn, als er sein Cello wie eine Bassgitarre spielte.

The Dead South – In Hell I'll Be In Good Company [Official Music Video]

Songwriting
Today

Der Songwriter James Taylor ist seit Jahren auf seinem Weg, im Sound unverwechselbar. Darüber hat er dieses wunderbare Lied geschrieben:

Today, today, today
I’m finally on my way
The time has come to say
Goodbye, goodbye, goodbye

The bird is on the wing
The bell is about to ring
The big girl she’s about to sing
Today, today, today

The world will open wide
And I’m running with the tide
It’s time to cut this side
And I must not miss my ride

Somehow I haven’t died
And I feel the same inside
As when I caught this ride
When first I sold my pride