Schlagwort-Archive: Musik

Frauen im Rock XXIII
Die kanadische Sängerin Tenille Arts

Tenille Arts - Everybody Knows Everybody (Acoustic) // Fireside Sessions

Die 1994 geborene Tenille Arts ist eine kanadische Country-Sängerin. Ihr erstes Album für das Label Love, Heartbreak und Everything in Between wurde im Januar 2020 veröffentlicht. Darauf hat sie den Song Everybody Knows Everybody eingespielt.

Eddie Van Halen
Der Gitarrenhero spielt nicht mehr

Van Helen auf einem Konzert beim Hollywood Bowl
Eddie Van Helen auf einem Konzert auf der Hollywood-Bowl-Freilichtbühnen 2015 (Bildschirmfoto). Zum Abspielen von „Eruption“ bitte auf das Bild klicken.

Erst heute erfuhr ich vom Tod des Ausnahmegitarristen Eddie Van Halen. Mit „Eruption“ katapultierte sich Eddie Van Halen bereits 1968 in den Rockhimmel. Er spielte schnell, nutzte die sogenannte Tapping-Technik, bei der die Finger der rechten Hand die Saiten auf dem Griffbrett anschlagen, was bis dahin unspielbar schnelle Läufe ermöglichte. Diese Zauberer-Technik bleibt für immer mit Eddie Van Halen verbunden. Und er spielte eine sagenhaft verzerrte Gitarre. Das Dank des exzessiv eingesetzten, merkwürdig verzogenen und verbogenen Vibratohebels, der unter Rockgitarristen auch Jammerhaken genannt wird.
Am 6. Oktober 2020 verstarb Eddie Van Halen an seinem Kehlkopfkrebs. Wir werden seine Konzerte nur noch im Gitarristenhimmel hören können. Ein Videoportät veröffentlichte Die Zeit:

Frauen im Rock XXIII
Helen Schneider

Helene Schneider
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Helen Schneider darf man guten Gewissens (wie David Bowie) als ein musikalisches Chamäleon bezeichnen. Ihr Werk gestaltet sich stilistisch vielseitig, das Äußere stets wandelbar. In Deutschland ist sie mit diesem Konzept seit Jahrzehnten erfolgreich.

In jungen Jahren absolviert sie ein klassisches Klavierstudium. Doch sie lässt die Klassik links liegen, es zieht sie zur Schwarzen Musik, speziell in Richtung Jazz und Blues, sowie dem weißen Rock. mehr…

Frauen im Rock XXII
Vor 50 Jahren starb Janis Joplin

Janis Joplin
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In einer Serie über Frauen, die maßgeblich die Rockmusik geprägt haben, darf Janis Joplin nicht fehlen. Obwohl sie nur 27 Jahre alt wurde, hat sie Generationen von Bluesmusikerinnen beeinflusst. Heute, am 4. Oktober vor 50 Jahren, ist diese Ausnahmekünstlerin an einer Überdosis Heroin in ihrem Hotelzimmer im Landmark Hotel in Hollywood gestorben.

Sie wurde als das älteste von drei Kindern im texanischen Port Arthur am 19. Januar 1943 geboren. Als Teenagerin kämpfte Janis Joplin mit einer Vielzahl lähmender Unsicherheiten: ihrer pummeligen Erscheinung, ihrer von Akne geplagten Haut und ihren büscheligen, ungezähmten Haaren. Sie war bei ihren Klassenkameraden unpopulär. Aus dieser Situation heraus entschied sie sich für den Weg des Aneckens: Harte Sprache, harte Gesten, dazu Alkohol und Zigaretten. Bei älteren Jungs verzeichnete sie damit Erfolg, doch die Fronten unter ihren Altersgenossen verhärteten sich nur noch mehr. Sie suchte nach Akzeptanz. mehr…

Géants de la chanson I
Juliette Gréco, die Amsel von Paris singt nicht mehr

Juiliette Géco
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Gestern verstarb im Alter von 93 Jahren Juliette Gréco. Immer elegant schwarz gekleidet. Im schwarzem Etui-Kleid oder in schwarzer Hose. Dazu ein schwarzer Pullover, ihre schwarzen Haare. Für Juliette Gréco eine Farbe, die ihr Raum für das Imaginäre gab und zugleich ein Schutz war. Das brachte ihr den Namen „Die Amsel“ ein, in Anlehnung an ihre Kollegin Edith Piaf, die alle den „Spatz von Paris“ nannten. (Piaf heißt umgangssprachlich Spatz).

Wenn man sie in Musikvideos sieht, sind es die Hände, die einem zuerst ins Auge man stechen: Feingliedrige Finger, die sich winden, Kreise ziehen, am Körper entlangstreichen. Mit ihnen und ihrer Stimme zieht sie den Zuschauer in Bann. mehr…

Songwriting von Ron Sexsmith
Liebe als Hilfe gegen den Wahnsinn der Welt

Ron Sexsmith

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Der in St. Catharines in der kanadischen Provinz Ontario geborene Ron Sexsmith zeichnet sich durch melancholische Popsongs aus. Mit seinem neuen Album „Hermitage“ spenndet er Trost in einer Corona-geschüttelten Welt. Auf diesem Album hat er die Leichtigkeit des Seins entdeckt. Der 56-Jährige besingt sein neues Heim im Städtchen Stratford, Ontario, als Himmel auf Erden („Chateau Mermaid“). Er zeigt auf diesem Album erneut, dass anrührende Musik nicht mehr braucht, als Aufrichtigkeit, eine sympathische Stimme und ein Gespür für Melodien.

Auffallend oft preist er mit seiner nach wie vor irgendwie klagenden Stimme die Liebe. In „Lo and Behold“ ist sie Allheilmittel und hält den Wahnsinn der Welt in Schach.

Frauen im Rock XXI
Emilíana Torrini – der Norden meldet sich zurück

Emilíana Torrini - Sunnyroad (Live on KEXP)

Die 1977 in Reykjavík geborene isländische Sängerin Emilíana Torrini wuchs als Tochter eines aus Italien stammenden Gastwirts und einer Isländerin auf. Mit fünfzehn begann sie eine Ausbildung an einer Opernschule. Während Ferienaufenthalten bei Onkel und Tante in Mörfelden-Walldorf lernte sie Deutsch. Die auf ihren Reisen gewonnenen Eindrücke verarbeitete sie in selbstkomponierten, klar strukturierten Liedern.

Ihre aktuellen Songs sind spürbar weniger auf Kommerz getrimmt. Die Künstlerin lebt abseits des Rampenlichts und ist damit offenbar sehr glücklich.

Frauen im Rock XX
Billie Holiday and the Story behind Strange Fruit

Billie Holiday: Strange Fruit (Live 1959)

Vor kurzem wurde an dieser Stelle „The Story behind Strange Fruit“ veröffentlicht. In dem Video erzählt die amerikanische Jazz-Sängerin Eva Schubert den Hintergrund zu dem Song „Strange Fruit“. Das von Abel Meeropol komponierte und getextete Lied gilt als eine der stärksten künstlerischen Aussagen gegen Lynchmorde in den Südstaaten der USA und als ein früher Ausdruck der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der Ausdruck „Strange Fruit“ hat sich als Symbol für Lynchmorde etabliert.

Die Sängerin Billie Holiday machte das Lied mit ihrem Auftritt 1939 im Café Society in New York weltweit bekannt. Fortan sang sie es wie einen bitteren Schlussakkord am Ende ihrer Shows. Hier die deutsche Übersetzung: mehr…

Mikis Theodorakis wird 95
Die AnStifter gratulieren von Herzen

Diese Woche feierte Mikis Theodorakis seinen 95. Geburtstag. Noch bis vor kurzem trat er auf. Hier bei einem der Auftritte dieses Giganten der griechischen Musik vor drei Jahren, als er noch einmal ein denkwürdiges Konzert gab.

Unvergessen seine Filmmusik zu „Z“ von Costa-Gavas. Der Film gilt als genrebildender Klassiker des politisch engagierten Kinos und kam 1969 in die Kinos. In dem Film werden die letzten Monate vor dem Sturz der Demokratie durch eine brutale Militärjunta lebendig. Z kommt vom neugriechischn Ζεί und heißt so viel wie “er lebt“. Das möchte man Mikis zurufen, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird. mehr…

Frauen im Rock XIX
Meza – Eine Ausnahmegitarristin

Camila Meza "Traces" @ Jazz Standard

Von einem Freund, der seine Ohren immer wieder in ungewöhnliche Klänge steckt, bekam ich den Tipp zu dieser außergewöhnlichen Jazz-Gitarristin und Songwriterin:

Meza, mit vollem Namen Camila Meza Bernstein, wurde vor 35 Jahren in Chile geboren. Sie wurde musikalisch von Jazzgitarristen wie George Benson und Pat Metheny sowie von südamerikanischer Musik und Folk beeinflusst.

Seit 2009 lebt sie in New York. Dort studierte sie an der The New School Gitarre bei Peter Bernstein, Vic Juris und Steve Cardenas. Die New School steht in der Tradition der Verbindung von progressivem amerikanischem Gedankengut mit kritischer europäischer Philosophie und zählt zu den amerikanischen Hochschuleinrichtungen, die am stärksten von Emigranten geprägt wurden. Seit ihrem Studium arbeitete sie in der New Yorker Jazzszene. Sie leitet ein eigenes Jazz-Oktett, The Nectar Orchestra. Auf dem für Sunnyside Records 2016 aufgenommene Album Traces singt sie spanisch und englisch. Das Album erhielt zwei Independent Music Awards. Im Kritikerpoll des Down Beat war Meza 2018 als Rising Star in den Kategorie Gitarre und weiblicher Gesang nominiert.

Frauen im Rock XVIII
Katy Perry homosexuell oder aber homophob?

William Fitzsimmons i kissed a girl

Vielfalt wird auch in Stuttgart ganz groß geschrieben. Jedes Geschlecht hat seine Berechtigung. Das schlägt sich auch in der Musik nieder. Allerdings ist die Interpretation von William Fitzsimmon dieses Songs einfühlsamer als das Original. Er hat daraus eine wunderbare Ballade gemacht. Und er kann den Song als Mann singen und der Song macht Sinn. Was war der Hintergrund für Katy Perry, den Song zu schreiben?

Sie wurde zu dem Lied „I Kissed a Girl“ von Scarlett Johansson inspiriert, sagte sie. Sie öffnete eine Zeitschrift und sah ein Bild von Scarlett Johansson. „Mein Freund war dabei und ich sagte zu ihm, „Ganz ehrlich, wenn Scarlett Johansson jetzt zur Tür reinkommen und mit mir fummeln wollen würde, dann würde ich mitmachen. Ich hoffe, du findest das okay.“ Damit wollte sie nicht ihre sexuelle Orientierung wechseln.

Katy Perry - I Kissed A Girl (Official)
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Frauen im Rock XVa
Dixi Chicks nach 14 Jahren zurück!

The Chicks - March March

Schon einmal hatte ich über diese grandiose Frauenband berichtet.

Heute, am 17 Juli veröffentlichen die Chicks ihr neues Album „Gaslighter“. Vierzehn Jahre haben die Dixi Chicks kein Album veröffentlicht, nachdem sie von der Countryszene nach Kritik am Irak-Krieg von George W. Bush boykottiert wurden. Sogar Todesdrohungen sahen sich die drei Frauen aufgrund ihrer ablehnenden Haltung ausgesetzt.

Nun haben sie zur Unterstützung der Proteste gegen Rassismus und Benachteiligung von Schwarzen in den USA ihren Namen geändert: Aus Dixi Chicks wurde Chicks. Das Trio strich kurzerhand das „Dixie“ – ein Synonym für den alten Süden der USA wie am Donnerstag auf der Website der Band zu sehen war.
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Songwriting
Nie waren die 80ziger Jahre besser angezogen

Roxy Music - More Than This

Hört man den ersten Takt von „More than this“, weiß man, worum es geht. Dieser Ohrwurm der Gruppe Roxy Music wurde in den 80ziger Jahren in allen Diskotheken gespielt und erschien auf dem Album Avalon. Roxy Music hatte sich zu der Zeit schon zu einer einflussreichen Artrock-Band entwickelt, deren Stil den Weg für verschiedene aufkommende Musikrichtungen, wie New Romantic oder New Wave, ebnete. mehr…

Rassismus
Debatte erreicht das Musikbusiness

Lady A
Zum Abspielen des Songs auf das Bild klicken

Die Contry-Gruppe Antebellum reagiert auf die antirassistische Bewegung in USA und nennt sich um.“Antebellum“ entstammt der lateinischen Umschreibung für die Zeit vor einem Krieg. Charles gebraucht den Begriff während der Betrachtung von Fotos historischer Häuser, bei einer gemeinsamen Diskussion entscheiden sich die Drei für eine Verbindung mit „Lady“ – der Bandname steht. Weil der Name an die Zeit der Sklaverei in den USA erinnere, entschuldigt sich die Band via Instagram bei ihren Fans diese Woche und nennt sich fortan Lady A.: mehr…

Songwirting
Im Schwachstromsignal-Übertragungsweg gibt es Durchleitungsprobleme

Element of Crime - Lieblingsfarben Und Tiere | THEY SHOOT MUSIC

Der Song „Lieblingsfarben und Tiere“ war das Titelstück des 2014 erscheinen Albums der Gruppe Element of Crime. Das Schöne an diesem Album: alles wie immer. Das noch Schönere: doch nicht. Alles wie immer: Perfekt komponierte Songs, deren Perfektion beiläufig und naturgegeben klingen. Präzis gespielte, rumpelnde Balladen, als träte Bob Dylan mit Band auf einer Kleinstadtkirmes auf. mehr…

Songwriting The Cure
Friday I’m In Love

The Cure - Friday I'm In Love (Official Video)

Huch, ist es schon wieder Freitag? Dann passt doch dieser Song der englischen Pop-Gruppe The Cure wunderbar dazu. Ihr Stil ist eine Mischung aus Pop, Rock, Wave und Gothic-Elementen und es macht großen Spaß ihr zuzuhören. Den Songtext gibt es hier.

Robert Smith, der mit seinen toupierten Haaren und seinem geschminkten Gesicht zur Identifikationsfigur der Gruppe wurde, ist Bandleader, Komponist und Sänger. Er ist von Anfang an (1976) mit dabei und hat alle „Umbaumaßnahmen“ der Band überstanden.

Songwriting
Träumen von dem, was sein kann

Boulevard des Airs - Bruxelles (Clip officiel)

Wir können derzeit nicht nach Frankreich fahren aber wir können diese wunderbaren Chansons der französischen Gruppe „Boulevard des Aires“ hören und uns dorthin träumen. Gegründet wurde die Gruppe im Jahr 2004 auf dem Schulhof des Marie-Curie-Gymnasiums in Tarbes von den Bandmitgliedern Florent Dasque, Jean Noël Dasque, Sylvain Duthu und Laurent Garnier. Alle verfügten über sehr differenzierte musikalische Erfahrungen. Wie auch viele andere Stars Frankreichs beruft sich die Band auf Einflussgrößen wie Jacques Brel, Georges Brassens, aber auch überraschenderweise auf die Red Hot Chilli Peppers oder Rage Against the Machine. mehr…

Hanns Dieter Hüsch
Zum 95. Geburtstag

Hanns Dieter Hüsch
Von Wittkowsky, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1331767

Heute vor 95 Jahren wurde Hanns Dieter Hüsch in Moers geboren und es lohnt, sich dieses Menschenfreundes zu erinnern. Er kam mit verkrüppelten Füßen zur Welt. Von seiner Mutter wurde er mit Liebe überschüttet. Seine Kindheit waren Jahre der Krankheit und der Sorge. Wegen einer vererbbaren Veranlagung zum Klumpfuß wurden seine verdrehten Füße mehrmals schmerzhaften Operationen unterzogen, was ihm den Kriegsdienst ersparte. „Mein Leben verdanke ich meinen Füßen“, kommentierte Hüsch in seinen 1990 veröffentlichten Erinnerungen.

Diese Mischung aus Schmerz und Liebe prägten seine kabarettistischen Texte: ein liebevoller und zärtlicher Blick auf das Leben der kleinen Leute. Zeit seines Lebens stand er auf ihrer Seite, auf der Seite der Ausgegrenzten. Einer meiner Lieblingstexte drückt das in vortrefflicher Art und Weise aus:
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Frauen im Rock XV
Dixie Chicks – Rebellinnen der Country-Music

Dickie Chicks
Emily Robinson, Natalie Maines, Martie Maguire

Die Dixie Chicks sind eine US-amerikanische Country-Band. Die Schwestern Emily Robison (Gitarre, Dobro und Banjo) und Martie Maguire (Geige und Mandoline) sind vielseitige Musikerinnen, die Leadsängerin Natalie Maines hat eine prägnante Stimme. Sie gründeten die Band 1989 in Dallas, Texas. Typisch für die Band ist der Satzgesang der drei Frauen. Die Dixie Chicks greifen auch gesellschaftlich strittige Themen in ihren Liedern auf. Für Irritationen bei konservativen Country-Fans sorgte bereits Goodbye Earl, ein Stück aus ihrer CD „Fly“ von 1999, das die erfolgreiche Rache zweier Freundinnen an einem prügelnden Ehemann beschreibt: mehr…