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Kultur braucht Geld

Heinz Ratz Foto: M. Seehoff
Heinz Ratz (Foto: M. Seehoff)

Heinz Ratz ist weiterhin mit seiner Band Strom und Wasser auf Tournee. Ziel seiner neuesten Aktion: Eine Millionen Euro gegen Rechts zu sammeln. Bis 31. Dezember 2019 ist sein Tour-Kalender prall gefüllt. Mit dem Erlös der Konzerte will er soziokulturelle Zentren und selbstverwalteten Jugendhäuser im Osten unterstützen. Immer mehr gerät die Arbeit dieser Initiativen ins Visier der Rechtspopulisten, die schon heute in vielen Gemeinderäten ihren Einfluss geltend machen, um diese Orte der Weltoffenheit – oft basisdemokratisch geführt – finanziell ausbluten zu lassen.

Freie Kulturszene in Dresden unter Druck

Derzeit bangt die Freie Kulturszene in Dresden um ihre Zukunft: Ein neues rechtskonservatives Bündnis aus CDU, Bürgerfraktion und AfD bewilligte weit weniger Gelder als nötig. Die Finanzierungsvorlage der Fraktionen Die Linke, Bündnis 90/ Die Grünen und SPD wurde jüngst von 2 Mio Euro auf 400.000 Euro zusammengestrichen. Nun stehen Projekte vor dem Aus.

Dieses rechtskonservative Bündnis unter Einschluss der AfD, das die Aufstockung der Mittel für die Freie Kulturszene verhinderte, muss als Menetekel für die kommenden Kommunalwahlen im Mai gesehen werden, ebenso wie für die Landtagswahlen im September.

Es regt sich Widerstand

Es hat sich eine Initiative unter dem Namen „Dresden kippt“ gegründet, die gegen diese Gängelung der Kultur mobilisiert. Eine erste Demo dieser Initiative fand Ende Januar statt.

Auch Kulturschaffende haben mit einem offenen Brief vor den Auswirkungen gewarnt. Sie haben die Bedeutung gerade kleinerer Projekte für das Zusammenleben in der Stadt betont, die mangels Finanzierung schnell vor dem Aus stünden.

Gegen das Starre – Sprungbereit

Heinz Ratz Foto: M. Seehoff
Heinz Ratz (Foto: M. Seehoff)

Heinz Ratz wird am 6. Dezember 2018 im Theaterhaus spielen. Ein neues Projekt hat er auf die Beine gestellt: 1 Millionen gegen Rechts. Bis Ende 2019 will er eine Million Euro für selbstverwaltete Jugendhäuser und soziokulturelle Zentren sammeln, die in Sachsen, Brandenburg und Thüringen von rechtspopulistischen Mehrheiten bedroht sind. Dafür tour er durch die Lande.

Oft fühlen sich Menschen, die die Humanität nicht preisgeben wollen, isoliert und wissen nicht genau, wie sie ihre politischen Einsichten kanalisieren sollen. Heinz Ratz und seine Musiker haben in den letzten Jahren oft erleben müssen, dass sozial engagierte lokale Gruppen nicht schnell und öffentlichkeitswirksam genug auf Angriffe von rechts reagieren konnten. So kam ihm zusammen mit Konstantin Wecker der Gedanke, zur Unterstützung humaner Initiativen und friedlicher Proteste eine kulturelle „schnelle Einsatztruppe“ zu schaffen, das „Büro für Offensivkultur“. Bundesweit sollen 100 Konzerte in 100 Städten stattfinden. Die Anstifter haben auf seine Anfrage, in Stuttgart zu spielen, spontan zugesagt. Heinz Ratz ist den Anstiftern kein Unbekannter. Er spielte mit seiner Band Strom & Wasser auf der Friedensgala 2015 zusammen mit zu uns geflüchteten Musikern, „THE REFUGEES“.